Gerichtsurteil
Crawford-Erpresser hinter Gitter
dpa/lsw, veröffentlicht am 09.03.2010
Kirchheim unter Teck - Dreist und unprofessionell: Ein 26 Jahre alter Mann hat vor dem Amtsgericht Kirchheim (Kreis Esslingen) gestanden, das US-Topmodel Cindy Crawford mit einem Foto ihrer kleinen Tochter erpresst zu haben.
Zur Übergabe der Summe in Höhe von 100.000 Euro kam es aber nie. Weil der „Versuchsstatus aber weit fortgeschritten“ und das Motiv „Rache und Bereicherung“ war, verurteilte ihn das Gericht am Dienstag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren - ohne Bewährung.
Für die große Liebe
Der wegen Diebstahls, Nötigung und Drogengeschichten polizeibekannte 26-Jährige wollte sich nach Angaben des Vorsitzenden Richters Joachim Spieth an Rande Gerber, dem Ehemann von Cindy Crawford, rächen, weil er diesen für seine Abschiebung aus den USA verantwortlich machte.
Strafmildernd wirkte sich aus, dass sich der Mann im vergangenen November selbst der Polizei stellte. Keine Bonuspunkte gab es jedoch für seine Tränen und die Behauptung vor Gericht, er habe mit dem Geld seine in den USA lebende Freundin und „große Liebe“ nach seiner Ausweisung nach Europa holen und sich mit dem Geld ein neues Leben aufbauen wollen.
Reumütig gab er sich nun vor Gericht: „Es tut mit sehr leid, ich bitte die Familie um Verzeihung.“
Nach Ansicht von Staatsanwalt Stefan Biehl ist der 26-Jährige „eine von sich selbst überzeugte Persönlichkeit, die dreist vorgegangen ist“.
Kellner bei Elton John
Richter Spieht meinte: „Die Geschichte ist teilweise dilettantisch, jedenfalls nicht professionell.“
In der Tat lassen die Erklärungen des Angeklagten Platz für so manche Interpretation: Im Alter von 17 geht er nach einer abgebrochenen Ausbildung zum Erzieher nach Hawaii, um das Surfen zu lernen.
Es folgt ein Aufenthalt in Kalifornien, unterbrochen allerdings von Reisen nach Deutschland, wohin er immer wieder wegen seines Touristenvisums ausreisen muss.
Er heiratet, trennt sich von seiner amerikanischen Frau, hält sich unter anderem als Kellner bei einer Party von Elton John über Wasser, versucht sich als Schauspieler, Masseur und Immobilienmakler.
"Ich habe ein Helfersyndrom"
Durch Zufall lernt er das Kindermädchen der Crawfords kennen. Über sie gelangt er an das Foto von deren Tochter. Das Bild zeigt die damals Siebenjährige, wie sie bei einem Räuber- und Gendarm-Spiel gefesselt auf einem Stuhl sitzt.
Weil ihn das Foto erzürnt - das Mädchen macht auf dem Bild seiner Ansicht nach einen unglücklichen Eindruck - und er dem Kindermädchen die Schuld dafür gibt, wendet sich der junge Deutsche an Cindy Crawford.
Er sagt, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie mit dem Kindermädchen keinen guten Fang gemacht hat. Er habe das Foto nie ernsthaft an die Medien weiterleiten wollen, sagt er. „Ich habe ein Helfersyndrom.“
Eine Erpressung der Familie zu diesem Zeitpunkt bestreitet der Angeklagte, 1000 US-Dollar (rund 740 Euro) will er als „Aufwandsentschädigung“ aber erhalten haben.
"Da sind mehrere Welten zusammengebrochen“
Wenige Monate nach der Bezahlung des Geldes nahm die US- Einwanderungsbehörde den 26-Jährigen in Gewahrsam, Mitte Oktober wurde er nach Deutschland abgeschoben. Dann erst fasste der 26-Jährige nach den Worten von Spieth den Entschluss, die Familie Crawford dafür büßen zu lassen und forderte in Telefonaten hohe Summen, zuletzt 100.000 Euro.
Im November 2009 stellte er sich aber der Polizei. Nach Ansicht von Albrecht Scherrenbacher, Verteidiger des 26-Jährigen, erlag sein Mandant in den USA der Glitzerwelt. Zudem sei sein „American Dream“ (Amerikanischer Traum) in der Abschiebehaft zerstört worden. „Da sind mehrere Welten zusammengebrochen.“
Zur Übergabe der Summe in Höhe von 100.000 Euro kam es aber nie. Weil der „Versuchsstatus aber weit fortgeschritten“ und das Motiv „Rache und Bereicherung“ war, verurteilte ihn das Gericht am Dienstag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren - ohne Bewährung.
Für die große Liebe
Der wegen Diebstahls, Nötigung und Drogengeschichten polizeibekannte 26-Jährige wollte sich nach Angaben des Vorsitzenden Richters Joachim Spieth an Rande Gerber, dem Ehemann von Cindy Crawford, rächen, weil er diesen für seine Abschiebung aus den USA verantwortlich machte.
Strafmildernd wirkte sich aus, dass sich der Mann im vergangenen November selbst der Polizei stellte. Keine Bonuspunkte gab es jedoch für seine Tränen und die Behauptung vor Gericht, er habe mit dem Geld seine in den USA lebende Freundin und „große Liebe“ nach seiner Ausweisung nach Europa holen und sich mit dem Geld ein neues Leben aufbauen wollen.
Reumütig gab er sich nun vor Gericht: „Es tut mit sehr leid, ich bitte die Familie um Verzeihung.“
Nach Ansicht von Staatsanwalt Stefan Biehl ist der 26-Jährige „eine von sich selbst überzeugte Persönlichkeit, die dreist vorgegangen ist“.
Kellner bei Elton John
Richter Spieht meinte: „Die Geschichte ist teilweise dilettantisch, jedenfalls nicht professionell.“
In der Tat lassen die Erklärungen des Angeklagten Platz für so manche Interpretation: Im Alter von 17 geht er nach einer abgebrochenen Ausbildung zum Erzieher nach Hawaii, um das Surfen zu lernen.
Es folgt ein Aufenthalt in Kalifornien, unterbrochen allerdings von Reisen nach Deutschland, wohin er immer wieder wegen seines Touristenvisums ausreisen muss.
Er heiratet, trennt sich von seiner amerikanischen Frau, hält sich unter anderem als Kellner bei einer Party von Elton John über Wasser, versucht sich als Schauspieler, Masseur und Immobilienmakler.
"Ich habe ein Helfersyndrom"
Durch Zufall lernt er das Kindermädchen der Crawfords kennen. Über sie gelangt er an das Foto von deren Tochter. Das Bild zeigt die damals Siebenjährige, wie sie bei einem Räuber- und Gendarm-Spiel gefesselt auf einem Stuhl sitzt.
Weil ihn das Foto erzürnt - das Mädchen macht auf dem Bild seiner Ansicht nach einen unglücklichen Eindruck - und er dem Kindermädchen die Schuld dafür gibt, wendet sich der junge Deutsche an Cindy Crawford.
Er sagt, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie mit dem Kindermädchen keinen guten Fang gemacht hat. Er habe das Foto nie ernsthaft an die Medien weiterleiten wollen, sagt er. „Ich habe ein Helfersyndrom.“
Eine Erpressung der Familie zu diesem Zeitpunkt bestreitet der Angeklagte, 1000 US-Dollar (rund 740 Euro) will er als „Aufwandsentschädigung“ aber erhalten haben.
"Da sind mehrere Welten zusammengebrochen“
Wenige Monate nach der Bezahlung des Geldes nahm die US- Einwanderungsbehörde den 26-Jährigen in Gewahrsam, Mitte Oktober wurde er nach Deutschland abgeschoben. Dann erst fasste der 26-Jährige nach den Worten von Spieth den Entschluss, die Familie Crawford dafür büßen zu lassen und forderte in Telefonaten hohe Summen, zuletzt 100.000 Euro.
Im November 2009 stellte er sich aber der Polizei. Nach Ansicht von Albrecht Scherrenbacher, Verteidiger des 26-Jährigen, erlag sein Mandant in den USA der Glitzerwelt. Zudem sei sein „American Dream“ (Amerikanischer Traum) in der Abschiebehaft zerstört worden. „Da sind mehrere Welten zusammengebrochen.“
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