Die malerische Idylle des Strudelbachtales trügt. Denn bei Routinekontrollen sind Anfang des Jahres erhöhte Nitratwerte zwischen 30 und 40 Milligramm je Liter Trinkwasser an mehreren Messstellen festgestellt worden. Die zuständigen Landratsämter in Ludwigsburg und Böblingen haben daraufhin die Notbremse gezogen.
Sie erklärten das Wasserschutzgebiet zum sogenannten Nitratproblemgebiet. Damit können sie die Stickstoffdüngung der betroffenen Landwirte rechtlich einschränken. „Das sind reine Vorsorgemaßnahmen“, erklärte Kurt Knöller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes im Böblinger Kreishaus. Knöller warnte vor einer Panikmache. „Es gibt keinen Anlass zur Sorge, aber wir müssen sehen, dass die Werte wieder nach unten gehen.“
Wie sich das gesundheitsschädliche Nitrat im Grundwasser anreichern konnte, ist den Experten noch schleierhaft. Die Ursache wird vermutlich nie geklärt werden können, „weil da immer mehrere Faktoren zusammenspielen“, wie Rainer Bausch, Leiter des Landwirtschaftsamtes klarstellte. Das Beispiel der Stuttgarter Mineralquellen zeige, dass sich organische Stickstoffverbindungen im Grundwasser in einem jahrzehntelangen Prozess anreichern können, erläuterte Bausch. Der Agrarexperte vermutet auch, dass die extremen Trockenperioden in den Jahren 2003 und 2007 ebenfalls zum erhöhten Nährstoffeintrag beigetragen haben können.
Den betroffenen Landwirten im Gebiet des rund 5000 Hektar großen Wasserschutzgebietes, das von Heimerdingen bis nach Perouse reicht, geben die erhöhten Werte ebenfalls Rätsel auf. „Wir sind ehrlich gesagt etwas überrascht, weil wir unsere Düngemethoden in den letzten Jahren überhaupt nicht geändert haben“, sagt Fritz Morlok, stellvertretend für die Bauern in Weissach. Zudem sei der Viehbestand der Betriebe in den vergangenen Jahren nahezu halbiert worden. Dadurch sei der Gülleeintrag auf den Äckern deutlich zurückgegangen. Und trotzdem sind die Nitratwerte gestiegen, allerdings nicht nur in Weissach, sondern im gesamten Wasserschutzgebiet. Hierfür können auch bakterielle Zersetzungsprozesse im Boden verantwortlich sein, die ebenfalls zu erhöhten Nitratwerten im Grundwasser führen können. Da alle Pflanzen für ihr Wachstum dringend auf Stickstoff angewiesen sind, müssen auch die Bauern ihre Felder regelmäßig mineralisch düngen.
Diese Düngung wird nun von Amts wegen begrenzt. Maßgeblich hierfür sind die gesetzlichen Vorgaben für Nitratproblemgebiete. Je nach Getreide- und Pflanzenart dürfen die Felder im Winter erst einen Monat später mit Stickstoff gedüngt werden. Zudem müssen die Bauern ihre Äcker künftig stärker begrünen, in dem sie nach der Ernte beispielsweise eine Zwischenfrucht wie Senf einsäen. „Dadurch könnten die Nitratwerte wieder sinken“, hofft Agrarexperte Bausch.
Zum größten Problem für die Landwirte dürfte allerdings der zusätzliche bürokratische Aufwand werden. Denn sie müssen ab sofort fast doppelt so viele Bodenproben ziehen wie bisher. Schon auf Schlägen mit einer Größe von zehn Ar müssen sie Nitratproben nehmen, wenn sie dort Kartoffeln und Mais anbauen. Außerdem müssen stickstoffreiche Erntereste wie Winterraps, Gemüse und Rüben ohne Blattabfuhr genau untersucht werden.
Auch beim Pflügen gibt es im Strudelbachtal künftig behördliche Vorgaben. So darf der Mais nicht mehr untergepflügt werden. Vor diesem Verbot haben viele Landwirte am meisten Angst, weil sich dadurch der gefürchtete Fusarium-Pilz vermehren kann. Er befällt mit Vorliebe den Weizen und hat in der Vergangenheit schon zu schweren Ernteschäden geführt. Sollte sich der Pilz wegen des Verbotes tatsächlich auf den Feldern ausbreiten, wäre neuer Ärger programmiert. „Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz“, steht für Weissachs Bauernobmann Morlok bereits jetzt schon fest.
Wie sich das gesundheitsschädliche Nitrat im Grundwasser anreichern konnte, ist den Experten noch schleierhaft. Die Ursache wird vermutlich nie geklärt werden können, „weil da immer mehrere Faktoren zusammenspielen“, wie Rainer Bausch, Leiter des Landwirtschaftsamtes klarstellte. Das Beispiel der Stuttgarter Mineralquellen zeige, dass sich organische Stickstoffverbindungen im Grundwasser in einem jahrzehntelangen Prozess anreichern können, erläuterte Bausch. Der Agrarexperte vermutet auch, dass die extremen Trockenperioden in den Jahren 2003 und 2007 ebenfalls zum erhöhten Nährstoffeintrag beigetragen haben können.
Den betroffenen Landwirten im Gebiet des rund 5000 Hektar großen Wasserschutzgebietes, das von Heimerdingen bis nach Perouse reicht, geben die erhöhten Werte ebenfalls Rätsel auf. „Wir sind ehrlich gesagt etwas überrascht, weil wir unsere Düngemethoden in den letzten Jahren überhaupt nicht geändert haben“, sagt Fritz Morlok, stellvertretend für die Bauern in Weissach. Zudem sei der Viehbestand der Betriebe in den vergangenen Jahren nahezu halbiert worden. Dadurch sei der Gülleeintrag auf den Äckern deutlich zurückgegangen. Und trotzdem sind die Nitratwerte gestiegen, allerdings nicht nur in Weissach, sondern im gesamten Wasserschutzgebiet. Hierfür können auch bakterielle Zersetzungsprozesse im Boden verantwortlich sein, die ebenfalls zu erhöhten Nitratwerten im Grundwasser führen können. Da alle Pflanzen für ihr Wachstum dringend auf Stickstoff angewiesen sind, müssen auch die Bauern ihre Felder regelmäßig mineralisch düngen.
Diese Düngung wird nun von Amts wegen begrenzt. Maßgeblich hierfür sind die gesetzlichen Vorgaben für Nitratproblemgebiete. Je nach Getreide- und Pflanzenart dürfen die Felder im Winter erst einen Monat später mit Stickstoff gedüngt werden. Zudem müssen die Bauern ihre Äcker künftig stärker begrünen, in dem sie nach der Ernte beispielsweise eine Zwischenfrucht wie Senf einsäen. „Dadurch könnten die Nitratwerte wieder sinken“, hofft Agrarexperte Bausch.
Zum größten Problem für die Landwirte dürfte allerdings der zusätzliche bürokratische Aufwand werden. Denn sie müssen ab sofort fast doppelt so viele Bodenproben ziehen wie bisher. Schon auf Schlägen mit einer Größe von zehn Ar müssen sie Nitratproben nehmen, wenn sie dort Kartoffeln und Mais anbauen. Außerdem müssen stickstoffreiche Erntereste wie Winterraps, Gemüse und Rüben ohne Blattabfuhr genau untersucht werden.
Auch beim Pflügen gibt es im Strudelbachtal künftig behördliche Vorgaben. So darf der Mais nicht mehr untergepflügt werden. Vor diesem Verbot haben viele Landwirte am meisten Angst, weil sich dadurch der gefürchtete Fusarium-Pilz vermehren kann. Er befällt mit Vorliebe den Weizen und hat in der Vergangenheit schon zu schweren Ernteschäden geführt. Sollte sich der Pilz wegen des Verbotes tatsächlich auf den Feldern ausbreiten, wäre neuer Ärger programmiert. „Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz“, steht für Weissachs Bauernobmann Morlok bereits jetzt schon fest.
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