Hilfe für Schulen Amoklauf oder Brand bewältigen
Christine Keck, veröffentlicht am 11.03.2010
Krisenteam
Im Zuge der Katastrophe von Erfurt hat Wilfried Hegen vom Thüringer Kultusministerium einen Aufsatz darüber verfasst, wie Schulen dramatische Ereignisse wie einen Amoklauf, einen Großbrand oder einen Todesfall bewältigen können. Er unterscheidet drei Phasen. Erstens die Vorbereitung auf das Ereignis. Jede Schule müsse ein spezielles Team bilden, das sich mit
Themen wie dem schulinternen Krisenmanagement, den Flucht- und Evakuierungsplänen, Notfallübungen, der Kooperation mit Medienvertreter und der hausinternen Kommunikation auseinander setzt.
Entlastung
Zweitens müsse die Unterstützung im akuten Krisenfall automatisch funktionieren. Wichtig sei die personelle Verstärkung, betont Hegen. Der Schulleitung sollte unbedingt jemand zur Seite gestellt werden. Nicht um den Rektor zu entmündigen, sondern um ihn zu entlasten. Hegen empfiehlt die Aufstockung des Kollegiums über einen langen Zeitraum hinweg, die rasche Einschaltung der Unfallkasse zum Aufbau einer Betreuung für Traumatisierte, die Entsendung eines schulpsychologischen Dienstes und die Präsenz von Vertretern der Schulämter oder des Ministeriums.
Nachsorge
Drittens dürfe die Begleitung nach der Krise nicht vernachlässigt werden. Denkbar sei Hilfe durch Psychologen, Moderatoren oder andere Berater. Hegel hält eine angemessene Unterrichtgestaltung in der Folgezeit für unabdingbar und verweist auf die Bedeutung von Trauerritualen sowie Symbolhandlungen an den jeweiligen Schulen.
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