VfB Stuttgart

"Heißer Tanz" gegen Schalke

dpa/lsw, veröffentlicht am 11.03.2010
Foto: dpa

Gelsenkirchen/Stuttgart - Die Tabellenführung winkt, doch beim FC Schalke 04 ist das Wort "Meisterschaft" weiterhin tabu. Aus gutem Grund: Die Partie gegen den VfB Stuttgart an diesem Freitag (20.30 Uhr) ist für den Tabellen-Zweiten aus dem Revier nur der Auftakt einer Serie von vier richtungsweisenden Partien gegen Bundesliga-Topclubs. Es folgen die Auswärtsspiele beim Hamburger SV und Bayer Leverkusen sowie der "Knaller" gegen Rekordmeister Bayern München, der mit einem Heimsieg gegen die Schwaben zumindest für 22 Stunden von der Spitze verdrängt werden könnte.

Gleichwohl hält Schalke-Coach Felix Magath auch vor dem Treffen mit seinem Ex-Club an seiner schon in Wolfsburg erfolgreich praktizierten Tiefstapel-Taktik fest. "Natürlich lügt die Tabelle nicht. Aber sie sagt derzeit nur aus, wie gut wir nach 25 Spieltagen sind", betont der 56-Jährige. "Wir müssen die nächsten Spiele abwarten. Danach kann man sagen, was am Ende der Saison möglich ist." Der unter Trainer Christian Gross zur zweitbesten Rückrunden- Mannschaft gereifte VfB nötigt Magath größten Respekt ab. "Stuttgart hat sich auch in der Champions League gegen Barcelona gut verkauft und stellt für uns eine hohe Hürde dar", warnte Magath vor den Schwaben, die er 2003 zur Vizemeisterschaft führte.

Laut Benedikt Höwedes werde auch "in der Kabine" nicht über den Titel gesprochen. Der Innenverteidiger erwartet gegen den VfB einen "heißen Tanz", bei dem man um "jeden Ball fighten" müsse. Zumindest Marcelo Bordon wagt sich angesichts der tollen Serie von sieben Heimsiegen in Serie, in denen Schalke nur ein Gegentor kassierte, vor dem Duell mit seinem Ex-Club ein wenig aus der Deckung: "Es wird schwer, aber wir spielen zu Hause. Wir haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen, um auch nach 34 Spielen auf einem der vorderen Plätze zu stehen", sagte der Brasilianer.

Wie Schalke strotzt auch der Tabellen-Siebte, der seine Chancen auf einen Europapokalplatz wahren will, vor Selbstbewusstsein. "Ich bin nie mit einem Punkt zufrieden. Ich will immer gewinnen. Wir streben drei Punkte an", sagte Gross. Auf Schalke wird er seinen ehemaligen Schützling aus gemeinsamen Zeiten beim FC Basel, Ivan Raktic, wiedersehen. Der Kroate überzeugte in der Rückrunde mit tollen Vorstellungen und zuletzt zwei Toren gegen Dortmund und Frankfurt. "Gerade in der Anfangsphase müssen wir aufpassen", warnt Rakitic, "die Mannschaften von Gross sind immer sofort hellwach."

VfB-Manager Horst Heldt, den Magath einst als Spieler nach Stuttgart holte, bezeichnete Schalke als "absolutes Spitzenteam", dem er durchaus den Titel zutraut. Von seinem ehemaligen Mentor Magath schwärmt Heldt in den höchsten Tönen: "Das ist ein absoluter Qualitätstrainer, der es versteht, in kurzer Zeit eine Mannschaft zu formen." Während Gross den Gelb-gesperrten Kapitän Matthieu Delpierre in der Innenverteidigung durch Georg Niedermeier ersetzten wird, kann Magath wieder mit den beim 4:1-Sieg in Frankfurt fehlenden Bordon und Stürmer Jefferson Farfan planen.

Die VfB-Hoffnungen, die beste Abwehr der Liga (erst 19 Gegentore) zu knacken, ruhen in erster Linie auf Nationalstürmer Cacau, der in den drei Partien gegen Köln, Barcelona und Frankfurt mit sieben Toren auftrumpfte. Der Vergleich mit dem Schalker Kevin Kuranyi (13 Saisontore) dürfte eines von vielen interessanten Duellen sein.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:
FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann - Matip - Kluge, Rakitic, Schmitz - Farfan, Kuranyi

VfB Stuttgart: Lehmann - Celozzi, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Träsch, Khedira - Gebhart, Hleb - Pogrebnjak, Cacau Schiedsrichter: Wagner (Kriftel)
 

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