Stuttgart - Mangelndes Fingerspitzengefühl darf man der Stuttgarter Rathausspitze - insbesondere dem Verwaltungsbürgermeister Klaus-Peter Murawski, aber auch den Grünen und der CDU im Gemeinderat - mit Fug und Recht bescheinigen. Mit der unausgegorenen, aus der Not geborenen und miserabel kommunizierten Idee, den Fernomnibusbahnhof, den in Stuttgart keiner haben will, einfach der Nachbarkommune unterzuschieben, hat die Landeshauptstadt die ohnehin empfindlichen Leinfelden-Echterdinger brüskiert. Das war undiplomatisch.
Die Trotzreaktion, die Planung für eine andere Baustelle, nämlich das Gewerbegebiet am Flughafen, vorerst allein auf Sparflamme weiterzubetreiben, ist deshalb verständlich. Es ging darum, ein Zeichen gegen weitere Stuttgarter Begehrlichkeiten zu setzen und Selbstbewusstsein zu demonstrieren. Sie ist allerdings auch voreilig, denn allein lässt sich - das wissen OB Roland Klenk und seine Stadträte - solch ein Riesenprojekt nicht stemmen. Die Landeshauptstadt täte dennoch gut daran, die einseitige Aufkündigung der Partnerschaft nicht als bloßen Abwehrreflex abzutun.
Interkommunale Zusammenarbeit setzt in der Tat Vertrauen voraus, und das ist durch vorschnelle Äußerungen von Stuttgarter Kommunalpolitikern nachhaltig erschüttert worden. Andere Städte in der Region werden das aufmerksam registrieren. Möglicherweise hätte sich der Schaden durch ein Gespräch von Rathauschef zu Rathauschef noch heilen lassen - doch der ersehnte Anruf aus Stuttgart blieb bisher aus. Was auf den Fildern bleibt, ist weit mehr als ein Flurschaden.
Interkommunale Zusammenarbeit setzt in der Tat Vertrauen voraus, und das ist durch vorschnelle Äußerungen von Stuttgarter Kommunalpolitikern nachhaltig erschüttert worden. Andere Städte in der Region werden das aufmerksam registrieren. Möglicherweise hätte sich der Schaden durch ein Gespräch von Rathauschef zu Rathauschef noch heilen lassen - doch der ersehnte Anruf aus Stuttgart blieb bisher aus. Was auf den Fildern bleibt, ist weit mehr als ein Flurschaden.
Kommentare (1)
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Matthias,
14.03.2010
Die Gruenen ....
werden es richten. Die neuen Herrscher von Stuttgart haben sicher ein Konzept.
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