VVS
Neues Metropolticket kommt in Raten
Von Konstantin Schwarz, veröffentlicht am 13.03.2010
Stuttgart - Für 5,4 Millionen Einwohner in Baden-Württemberg soll es von 2011 an ein neues Fahrkartenangebot geben, das acht bestehende Verkehrsverbünde rund um den Stuttgarter Verbund (VVS) erschließt. Einziges Hemmnis für das Metropolticket ist noch die Bahn AG.
Die Idee, mehrere Verbünde mit nur einer Karte bereisen zu können, ist nicht neu und in Nordrhein-Westfalen schon umgesetzt. VVS-Geschäftsführer Horst Stammler will sie im Auftrag der Metropolregion auch hier durchsetzen. Zur Metropolregion zählen die Regionen Stuttgart, Heilbronn-Franken, Neckar-Alb, Nordschwarzwald und Ostwürttemberg.
Zahlen ohne Zusatznutzen
Weil die Fahrkarte an die Grenzen der Verkehrsverbünde geknüpft sein wird, reicht sie zum Beispiel mit dem Verbund Naldo über die Grenzen der Region Neckar-Alb hinaus oder schließt den Heilbronner Verbund HNV ein. Für alle soll gelten: Wer ein Bahn-Ticket in seinem Verbund löst und damit zum Nachbarn fährt, kann am Start- und Zielort von 9 Uhr an auch Stadtbahn und Bus nutzen, ohne dort wie bisher nochmals eine Fahrkarte lösen zu müssen.
Das neue Metropolticket würde den Bahn-Tarif ersetzen. Ein Beispiel: Die Fahrt von Pforzheim nach Stuttgart kostet heute (Einzelfahrkarte) mit der Bahn 10,50 Euro. Dazu kommen im Stadtverkehr Pforzheim zwei, in Stuttgart (zwei Zonen) 2,45 Euro, in der Summe also 14,95 Euro. Mit dem Metropolticket würden die Zusatzkarten für den Stadtverkehr entfallen. Dafür müssten aber auf den DB-Tarif 85 Cent aufgeschlagen werden. Statt 14,95 Euro müsste der Automat aber nur mit 11,35 Euro gefüttert werden. Ersparnis: 3,60 Euro. Den DB-Tarif soll es dann allerdings nicht mehr geben. Wer den Stadtverkehr an Ausgangs- und Zielort nicht braucht, zahlt das neue Ticket mit, ohne vom Zusatznutzen profitieren zu können.
Doch nur durch diese "Solidarfinanzierung" (Stammler) lässt sich das Metropolticket einführen, ohne dass die klammen Verbünde, Landkreise oder Städte einen weiteren Zuschuss leisten müssen. Den nämlich schließt jeder aus. In einer Sisyphusarbeit haben Stammler und sein Team den Aufschlag als ausreichend ermittelt. "Wir haben dazu die Verkaufsdaten von 324 Bahnhöfen und das Umsteigeverhalten analysiert", sagt der VVS-Chef.
Stammler gab am Freitag den 36 Vertretern der Metropolregionen einen Sachstand und musste dabei Schwierigkeiten einräumen. Dem neuen Einzelfahrschein für die Metropolregion stimme die Bahn zu, auch wenn noch geklärt werden müsse, wer welche Einführungskosten übernehme und wie die Einnahmen aufgeteilt werden. Schwierigkeiten, wenn nicht Blockade, gibt es allerdings beim Metropol-Tagesticket.
Kein Umsteigen mehr nötig
"Der Partner Bahn hat ein Baden-Württemberg-Ticket, unsere ersten Gespräche waren ernüchternd", sagte Stammler. Die DB fürchtet um ihre Erlöse. Das Baden-Württemberg-Ticket kostet für bis zu fünf Personen mit eigenen Kindern 28, für Einzelreisende 20 Euro und erschließt mit Regionalzügen von 9 Uhr an das ganze Land.
Mit dem Metropolticket könnte dem Nahverkehr-Monopolisten Bahn preisbewusste Kundschaft verloren gehen. "Der Durchbruch ist nicht erreicht, wir müssen noch Überzeugungsarbeit leisten", kommentierte Stammler das offenbar zähe Ringen. Das neue Metropol-Tages-Ticket soll zwischen 13,40, dem Höchstpreis im Naldo (Verbund Neckar-Alb-Donau), und 20 Euro (Baden-Württemberg-Ticket Single) kosten.
"Wir brauchen dieses Ticket", verwies Regionalpräsident Thomas Bopp auf die mit dem Projekt Stuttgart 21 von 2020 an möglichen Durchmesserlinien. Mit dem neuen Hauptbahnhof soll in Stuttgart auf vielen Verbindungen kein Umsteigen mehr nötig sein. Das Angebot sei "sehr attraktiv", sagt Stuttgarts OB Wolfgang Schuster. So attraktiv, dass es bereits weitere Wünsche weckt: "Durch das Ticket wird die Metropolregion touristisch erlebbar. Wir brauchen für Ausflüge auch ein Gruppenticket", gab Regionalrat Rainer Ganske (CDU) Stammler gleich die nächste Aufgabe mit.
Die Idee, mehrere Verbünde mit nur einer Karte bereisen zu können, ist nicht neu und in Nordrhein-Westfalen schon umgesetzt. VVS-Geschäftsführer Horst Stammler will sie im Auftrag der Metropolregion auch hier durchsetzen. Zur Metropolregion zählen die Regionen Stuttgart, Heilbronn-Franken, Neckar-Alb, Nordschwarzwald und Ostwürttemberg.
Zahlen ohne Zusatznutzen
Weil die Fahrkarte an die Grenzen der Verkehrsverbünde geknüpft sein wird, reicht sie zum Beispiel mit dem Verbund Naldo über die Grenzen der Region Neckar-Alb hinaus oder schließt den Heilbronner Verbund HNV ein. Für alle soll gelten: Wer ein Bahn-Ticket in seinem Verbund löst und damit zum Nachbarn fährt, kann am Start- und Zielort von 9 Uhr an auch Stadtbahn und Bus nutzen, ohne dort wie bisher nochmals eine Fahrkarte lösen zu müssen.
Das neue Metropolticket würde den Bahn-Tarif ersetzen. Ein Beispiel: Die Fahrt von Pforzheim nach Stuttgart kostet heute (Einzelfahrkarte) mit der Bahn 10,50 Euro. Dazu kommen im Stadtverkehr Pforzheim zwei, in Stuttgart (zwei Zonen) 2,45 Euro, in der Summe also 14,95 Euro. Mit dem Metropolticket würden die Zusatzkarten für den Stadtverkehr entfallen. Dafür müssten aber auf den DB-Tarif 85 Cent aufgeschlagen werden. Statt 14,95 Euro müsste der Automat aber nur mit 11,35 Euro gefüttert werden. Ersparnis: 3,60 Euro. Den DB-Tarif soll es dann allerdings nicht mehr geben. Wer den Stadtverkehr an Ausgangs- und Zielort nicht braucht, zahlt das neue Ticket mit, ohne vom Zusatznutzen profitieren zu können.
Doch nur durch diese "Solidarfinanzierung" (Stammler) lässt sich das Metropolticket einführen, ohne dass die klammen Verbünde, Landkreise oder Städte einen weiteren Zuschuss leisten müssen. Den nämlich schließt jeder aus. In einer Sisyphusarbeit haben Stammler und sein Team den Aufschlag als ausreichend ermittelt. "Wir haben dazu die Verkaufsdaten von 324 Bahnhöfen und das Umsteigeverhalten analysiert", sagt der VVS-Chef.
Stammler gab am Freitag den 36 Vertretern der Metropolregionen einen Sachstand und musste dabei Schwierigkeiten einräumen. Dem neuen Einzelfahrschein für die Metropolregion stimme die Bahn zu, auch wenn noch geklärt werden müsse, wer welche Einführungskosten übernehme und wie die Einnahmen aufgeteilt werden. Schwierigkeiten, wenn nicht Blockade, gibt es allerdings beim Metropol-Tagesticket.
Kein Umsteigen mehr nötig
"Der Partner Bahn hat ein Baden-Württemberg-Ticket, unsere ersten Gespräche waren ernüchternd", sagte Stammler. Die DB fürchtet um ihre Erlöse. Das Baden-Württemberg-Ticket kostet für bis zu fünf Personen mit eigenen Kindern 28, für Einzelreisende 20 Euro und erschließt mit Regionalzügen von 9 Uhr an das ganze Land.
Mit dem Metropolticket könnte dem Nahverkehr-Monopolisten Bahn preisbewusste Kundschaft verloren gehen. "Der Durchbruch ist nicht erreicht, wir müssen noch Überzeugungsarbeit leisten", kommentierte Stammler das offenbar zähe Ringen. Das neue Metropol-Tages-Ticket soll zwischen 13,40, dem Höchstpreis im Naldo (Verbund Neckar-Alb-Donau), und 20 Euro (Baden-Württemberg-Ticket Single) kosten.
"Wir brauchen dieses Ticket", verwies Regionalpräsident Thomas Bopp auf die mit dem Projekt Stuttgart 21 von 2020 an möglichen Durchmesserlinien. Mit dem neuen Hauptbahnhof soll in Stuttgart auf vielen Verbindungen kein Umsteigen mehr nötig sein. Das Angebot sei "sehr attraktiv", sagt Stuttgarts OB Wolfgang Schuster. So attraktiv, dass es bereits weitere Wünsche weckt: "Durch das Ticket wird die Metropolregion touristisch erlebbar. Wir brauchen für Ausflüge auch ein Gruppenticket", gab Regionalrat Rainer Ganske (CDU) Stammler gleich die nächste Aufgabe mit.
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