1137 falsche Abrechnungen verschickt
Artikel aus der vom 15.03.2010
Alles bloß halb so schlimm. Sagen jedenfalls die einen, die mit der Presse sprechen. Die anderen wollen gleich gar nicht darüber reden. Jedenfalls nicht, wenn ihr Name in der Zeitung steht. Warum auch, ist doch alles bloß halb so schlimm. Die Beschwichtigung täuscht aber nicht darüber hinweg, dass vielen Asemwäldern in diesen Tagen das Lachen vergangen sein dürfte - wegen 1137 falschen Nebenkostenabrechnungen. Die wurden nicht einmal verschickt, nicht zweimal, nicht dreimal, sondern viermal. Am Freitag wird der fünfte Stapel Abrechungen auf dem Tisch von Jürgen Heilemann, dem Verwalter des Asemwald, landen. Und auch diese werden, so viel steht schon jetzt fest, falsch sein.
Dass das alles doch nicht bloß halb so schlimm ist, wurde am vergangenen Donnerstag deutlich. Da trafen sich die Asemwälder turnusgemäß zur jährlichen Eigentümerversammlung in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen. Und sie machtem ihrem Ärger Luft. Die einen beließen es dabei, zu schimpfen. Ein Herr aus einer der vorderen Reihen wollte wissen, ob der Vertrag mit dem Energiedienstleister Techem nicht gleich gekündigt werden könnte. Kann er nicht, er ist noch neun Jahre gültig. Techem liest die Zähler im Asemwald ab. Und dabei ist der Firma aus dem hessischen Eschborn wohl ein Fehler unterlaufen.
Im Vergleich zur Größe des Asemwalds ist der Stein des Anstoßes ein kleiner. Die gesamten Nebenkosten der Wohnstadt belaufen sich auf rund 3,6 Millionen Euro. Ein knappes Drittel davon entfällt auf die Heizkosten. Ein Teil davon auf die Wasserkosten. Ein Teil davon auf die Warmwasserkosten. Abzüglich der Grundgebühr, die jeder bezahlen muss, bleibt der tatsächliche Verbrauch, einer von vielen Posten auf der Rechnung. "Strittig sind in etwa 200 000 Euro", sagt Heilemann. Wohlgemerkt, nicht der Gesamtbetrag ist strittig. Die Daten des Hauptzählers sind eindeutig. Nicht eindeutig ist hingegen, wie viel davon jeder einzelne bezahlen muss.
Einen technischen Defekt schließt Heilemann aus. Die Wasserzähler waren in den drei Häusern zwischen Juli und September 2008 durch neue ersetzt und ein Jahr später das erste Mal abgelesen worden. Der Grund ist ein anderer: "Beim Warmwasser sind einige Verbrauchswerte nicht mehr vorhanden", sagt er. Warum, weiß er nicht. Irgendwann muss irgendjemand sie wohl irgendwo verloren haben. Weshalb die Abrechungen, die er Ende der Woche bekommt, wieder falsch sein werden, auch wenn sie rechtlich richtig sind. "Das Gesetz erlaubt, den Gesamtverbrauch entsprechend der Quadratmeterzahl anteilig umzulegen", erklärt Heilemann.
"Es sind Daten teilweise verloren gegangen", bestätigt Cornelia Müller, die Pressesprecherin von Techem. Denn Grund dafür kennt sie nicht. "Wir fragen uns auch, wie das passieren konnte. Das ist ein ungewöhnlicher Fall." Vergleichbares sei noch nicht geschehen. Laut Müller fertigt Techem jedes Jahr fünf Millionen Abrechungen und ist damit Marktführer in Deutschland .
Leidtragende der verlorenen Zählerstände sind nicht nur die Asemwälder. Auch der Verwalter Heilemann hat so viel zu tun wie selten. "Zum großen Teil kommen die Eigentümer zu mir", sagt er. "Dass das kein Spaß macht, wenn hunderte von Beschwerden kommen, ist klar. Aber den Beruf habe ich mir ausgesucht."
Dass das alles doch nicht bloß halb so schlimm ist, wurde am vergangenen Donnerstag deutlich. Da trafen sich die Asemwälder turnusgemäß zur jährlichen Eigentümerversammlung in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen. Und sie machtem ihrem Ärger Luft. Die einen beließen es dabei, zu schimpfen. Ein Herr aus einer der vorderen Reihen wollte wissen, ob der Vertrag mit dem Energiedienstleister Techem nicht gleich gekündigt werden könnte. Kann er nicht, er ist noch neun Jahre gültig. Techem liest die Zähler im Asemwald ab. Und dabei ist der Firma aus dem hessischen Eschborn wohl ein Fehler unterlaufen.
Im Vergleich zur Größe des Asemwalds ist der Stein des Anstoßes ein kleiner. Die gesamten Nebenkosten der Wohnstadt belaufen sich auf rund 3,6 Millionen Euro. Ein knappes Drittel davon entfällt auf die Heizkosten. Ein Teil davon auf die Wasserkosten. Ein Teil davon auf die Warmwasserkosten. Abzüglich der Grundgebühr, die jeder bezahlen muss, bleibt der tatsächliche Verbrauch, einer von vielen Posten auf der Rechnung. "Strittig sind in etwa 200 000 Euro", sagt Heilemann. Wohlgemerkt, nicht der Gesamtbetrag ist strittig. Die Daten des Hauptzählers sind eindeutig. Nicht eindeutig ist hingegen, wie viel davon jeder einzelne bezahlen muss.
Einen technischen Defekt schließt Heilemann aus. Die Wasserzähler waren in den drei Häusern zwischen Juli und September 2008 durch neue ersetzt und ein Jahr später das erste Mal abgelesen worden. Der Grund ist ein anderer: "Beim Warmwasser sind einige Verbrauchswerte nicht mehr vorhanden", sagt er. Warum, weiß er nicht. Irgendwann muss irgendjemand sie wohl irgendwo verloren haben. Weshalb die Abrechungen, die er Ende der Woche bekommt, wieder falsch sein werden, auch wenn sie rechtlich richtig sind. "Das Gesetz erlaubt, den Gesamtverbrauch entsprechend der Quadratmeterzahl anteilig umzulegen", erklärt Heilemann.
"Es sind Daten teilweise verloren gegangen", bestätigt Cornelia Müller, die Pressesprecherin von Techem. Denn Grund dafür kennt sie nicht. "Wir fragen uns auch, wie das passieren konnte. Das ist ein ungewöhnlicher Fall." Vergleichbares sei noch nicht geschehen. Laut Müller fertigt Techem jedes Jahr fünf Millionen Abrechungen und ist damit Marktführer in Deutschland .
Leidtragende der verlorenen Zählerstände sind nicht nur die Asemwälder. Auch der Verwalter Heilemann hat so viel zu tun wie selten. "Zum großen Teil kommen die Eigentümer zu mir", sagt er. "Dass das kein Spaß macht, wenn hunderte von Beschwerden kommen, ist klar. Aber den Beruf habe ich mir ausgesucht."
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