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Kleinere Klassen? In Fellbach schon Realität

Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 16.03.2010

Kleinere Klassen soll es zukünftig in den Grundschulen geben - das hat die Landesregierung beschlossen. "Als ich vor wenigen Tagen diese Nachricht erfuhr, habe ich mich sehr gefreut - für die Kinder, die Eltern und für meine Kollegen", sagt Werner Ellwanger, Rektor an der Silcher-Grundschule und geschäftsführender Schulleiter der Fellbacher Schulen.

In seiner Regierungserklärung hatte Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) vor kurzem mehrere Verbesserungen in der Bildungspolitik verkündet. So wird die geplante Senkung des Klassenteilers für Grundschulen auf 28 Schüler bereits ab dem im Herbst beginnenden Schuljahr gelten. Bisher wird eine Klasse erst bei mehr als 31 Schülern aufgeteilt.

Werner Ellwanger begrüßt diese Verbesserung, sie sei "mehr als überfällig", schließlich werde bei Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren der Grundstein für den späteren Bildungserfolg gelegt. Der Rektor hält aus seiner langjährigen Erfahrung heraus einen Klassenteiler von "24 plus/minus drei" für ideal. 28 sei aber "pädagogisch vertretbar". Ellwanger: "Langsam bewegen wir uns in einer Größenordnung, in der ein sinnvolles, gutes Arbeiten möglich ist". In den jahrgangsübergreifenden Klassen lag der Teiler schon bisher bei 28, Ellwanger geht nun davon aus, dass dieser parallel ebenfalls um drei gesenkt wird.

Obwohl der Klassenteiler bisher bei 31 lag, gibt es in Fellbach nur wenige Grundschulklassen in dieser Größe. In die ersten und zweiten Klassen gehen in der Silcherschule beispielsweise 22 beziehungsweise 23 Kinder, in den jahrgangsgemischten Klassen sind es sogar nur 20. In den dritten Klassen sind es momentan 23 Schüler, die drei vierten Klassen besuchen je 28 Kinder.

An den anderen Fellbacher Grundschulen sieht es ähnlich aus, Ellwanger liegt die Statistik der durchschnittlichen Klassenstärke vor. Sie beträgt an der Silcherschule 22,7, an der Zeppelin- und an der Anne-Frank-Schule 23,9, an der Albert-Schweitzer-Grundschule 23, an der Schillerschule in Oeffingen 23,7 und an der Maicklerschule sogar nur 21 Kinder. Wobei vor allem in manchen dritten und vierten Klassen 27 oder 28 Schüler sitzen. "Aber Klassen mit 30 oder gar 31 Kindern gab es an den Fellbacher Grundschulen schon in diesem oder im vergangenen Schuljahr glücklicherweise nicht oder nur in Ausnahmefällen", sagt Werner Ellwanger.

Doch auch 28 Grundschüler in einer Klasse hält Ellwanger noch für zu viele: "Schließlich soll jedes Kind differenziert und individuell gefördert werden". Kritisch seien also Jahrgangsstärken von 28, 56 oder 84 Kindern. "Gibt es hier jeweils nur ein Schulkind mehr, sind die Klassenstärken im idealen Bereich."
 
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