Die jüngere Generation übernimmt das Ruder

Artikel aus der Marbacher Zeitung vom 16.03.2010

Einige Kirchengemeinden dürften etwas neidisch nach Marbach geblickt haben. An den 16 Sitzen im Kirchengemeinderat der katholischen Gemeinde zur Heiligen Familie hatten nämlich gleich 24 Kandidaten Interesse angemeldet. In manch anderem Ort musste die Wahl am Sonntag dagegen sogar ausfallen, weil nicht einmal die Listen voll wurden. Und auch im Dekanat Ludwigsburg sei man mit diesen Zahlen führend, freut sich der Wahlleiter Jochen Biesinger. Zufrieden ist er darüber hinaus mit der Wahlbeteiligung. Die sei zwar im Vergleich zum Urnengang von vor fünf Jahren etwas gefallen, mit rund 19 Prozent aber immer noch im Rahmen. "Da besteht kein Anlass zur Sorge", erklärt Jochen Biesinger. Vor allem, wenn man berücksichtige, dass die Zahl der Kirchgänger bei nur etwa zehn Prozent liege.

Die meisten Stimmen aller Kandidaten vereinigte am Ende der Marbacher Eugen Lach auf sich. Auf den weiteren Plätzen folgten in der Kernstadt Monika Bauer, Markus Hochmuth, Bernhard Frey, Hubert Müller, Marc Hennen, Monika Rack und Mira Schlemmer. Den Sitz, der dem Teilort Rielingshausen zusteht, ergatterte Margret Reis. Für Benningen zogen Diana Hughes, Renate Maier, Melanie Mäule und Martin Sackmann in das Gremium ein. In Erdmannhausen, das ebenfalls zur Kirchengemeinde gehört, wurden Barbara Schmidt, Horst Engelmann und Veronika Daschke-Witt gewählt. Von diesen 16 Räten sind insgesamt zehn neu im Gremium. Mit Fug und Recht könne man also von einem Generationenwechsel sprechen, sagt Jochen Biesinger. Er erinnert daran, dass beispielsweise Monika Bauer erst 31 Jahre alt sei. Das Durchschnittsalter betrage auch nur 45,3 Jahre.

Auffällig sei zudem, dass verhältnismäßig viele Akademiker im neuen Kirchengemeinderat vertreten sind. Einen Doktortitel tragen Eugen Lach, Monika Bauer, Bernhard Frey und Martin Sackmann, Monika Rack ist Professorin. Bemerkenswert hoch sei ferner der Frauenanteil.

Erstaunlich findet es der Wahlleiter überdies, dass mehr als 50 Prozent aller Wähler ihr Votum per Brief abgaben. Hier habe es sich ausgezahlt, dass die Unterlagen nicht mehr separat angefordert werden müssen, sondern mit den Wahldokumenten kommen. "So erreicht man doch viele", resümiert Jochen Biesinger. Der Rielingshäuser hat zudem beobachtet, dass die Auszählung insbesondere für Marbach und Benningen sehr spannend verlief. Mit einem knappen Vorsprung auf die jeweils nachfolgenden Kandidaten rutschten letztlich Mira Schlemmer in der Schillerstadt und Martin Sackmann in der Nachbarkommune noch ins Gremium.
 
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