Troubled Water
Die Geheimnisse des Kirchenorganisten
Ina Hochreuther, veröffentlicht am 18.03.2010
Filmbeschreibung
Gibt es die große zweite Chance im Leben? Kann man Schuld und Angst hinter sich lassen und neu beginnen? Im norwegischen Spielfilm "Troubled Water" will ein junger Mann seine Vergangenheit vergessen. Jan Thomas wurde als Jugendlicher zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, weil er ein Kind entführt und dessen Tod verschuldet haben soll. Nach seiner Entlassung findet er nicht nur Arbeit als Kirchenorganist, sondern auch die Liebe der jungen, alleinerziehenden Pfarrerin Anna. Doch spätestens als deren Sohn spurlos verschwindet, erheben sich die Dämonen der Vergangenheit.
Der Regisseur Erik Poppe erzählt, unterstützt von hervorragenden Darstellern, ein intensives Psychodrama. Aus Rückblenden erfahren wir Bruchstück um Bruchstück, was damals geschah. Fast sämtliche Alltagsbegegnungen von Jan in seinem "zweiten Leben" werden aus Sicht der Lehrerin Agnes (Trine Dyrholm aus "Das Fest") nochmals erzählt und damit gespiegelt. Agnes ist die Mutter des Kindes, dessen Leiche niemals gefunden wurde. Mit einer Schülergruppe besichtigt sie die Kirche, erkennt Jan Thomas wieder und will endlich die Wahrheit erfahren. Zu den stärksten Momenten des Films gehört das Orgelspiel. Wenn Jan Thomas vor Agnes' Schülern "Bridge over troubled Water" von Simon und Garfunkel ertönen lässt, hat das oft gehörte Lied nichts Sanftes mehr, sondern drückt Seelenqual und den Wunsch nach Erlösung aus.
Nicht nur hier verspürt man ein sehr nordisch geprägtes protestantisches Ringen in der Tradition von Ingmar Bergman. Weniger die Dialoge als vielmehr die Bilder und die Inszenierung wollen Innenleben zeigen und so Fragen nach Schuld, Verzweiflung und möglicher Vergebung nachspüren. Das gelingt über weite Strecken, kippt aber gelegentlich ins Pathos. Vielleicht sollte man es mit der Pfarrerin halten, die auf die Frage, was wichtig sei im Leben, schlicht antwortet: "Versöhnung".
Der Regisseur Erik Poppe erzählt, unterstützt von hervorragenden Darstellern, ein intensives Psychodrama. Aus Rückblenden erfahren wir Bruchstück um Bruchstück, was damals geschah. Fast sämtliche Alltagsbegegnungen von Jan in seinem "zweiten Leben" werden aus Sicht der Lehrerin Agnes (Trine Dyrholm aus "Das Fest") nochmals erzählt und damit gespiegelt. Agnes ist die Mutter des Kindes, dessen Leiche niemals gefunden wurde. Mit einer Schülergruppe besichtigt sie die Kirche, erkennt Jan Thomas wieder und will endlich die Wahrheit erfahren. Zu den stärksten Momenten des Films gehört das Orgelspiel. Wenn Jan Thomas vor Agnes' Schülern "Bridge over troubled Water" von Simon und Garfunkel ertönen lässt, hat das oft gehörte Lied nichts Sanftes mehr, sondern drückt Seelenqual und den Wunsch nach Erlösung aus.
Nicht nur hier verspürt man ein sehr nordisch geprägtes protestantisches Ringen in der Tradition von Ingmar Bergman. Weniger die Dialoge als vielmehr die Bilder und die Inszenierung wollen Innenleben zeigen und so Fragen nach Schuld, Verzweiflung und möglicher Vergebung nachspüren. Das gelingt über weite Strecken, kippt aber gelegentlich ins Pathos. Vielleicht sollte man es mit der Pfarrerin halten, die auf die Frage, was wichtig sei im Leben, schlicht antwortet: "Versöhnung".
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