Drachenzähmen leicht gemacht 3D
Helmträger gegen Feuerspeier
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 25.03.2010
Filmbeschreibung
Die Insel Berk sieht aus, als habe der liebe Gott gegen Ende des Schöpfungsakts achselzuckend ein paar übrig gebliebene Steine zusammengeleimt und das karge Durcheinander dann verschämt mit Moos drapiert. Hier leben grimmige Wikinger, in einem uralten Dorf, wie uns der Knabe Hicks erklärt, das aus lauter neuen Häusern bestehe. Der seltsame Widerspruch erklärt sich in dem von Chris Sanders und Dean DeBlois inszenierten 3-D-Animationsfilm "Drachenzähmen leicht gemacht" ganz schnell, als die Landplage von Berk anrauscht: Schwärme von feuerspeienden Drachen, böses Ungeziefer, wie die Hornhelmträger brüllen, auf kreischender und fauchender Schafsraubtour, an deren Ende mal wieder das halbe Dorf in Schutt und Asche liegt.
"Drachenzähmen leicht gemacht" erzählt im Gewand einer familientauglichen Komödie vom Krieg der Kulturen, der als Krieg der Kreaturen zunächst unausweichlich erscheint. Die Menschen scheinen tatsächlich in ihrer Existenz bedroht. Der dicke alte Schmied humpelt auf einem Holzbein umher und schwenkt seine Metallzangenhand, was uns ans allmähliche Zerriebenwerden des Individuums unterm Feindesdruck gemahnt. Und der Hänfling Hicks soll endlich seine Mannesprobe ablegen, soll endlich einen Drachen töten.
Es kommt, wie der Titel verrät, ganz anders. Hicks freundet sich mit einem Drachen an, was uns in zwar gefühligen, aber nie schnulzigen Szenen gezeigt wird. Das Drehbuch kann mit seinen Motiven so gut umgehen wie die Bildgestaltung mit dem 3-D-Effekt: Feindbilder werden geknackt, Frontverläufe unklar, Gewissheiten erschüttert. Alles, was sie zu wissen glaubten, sei falsch, erklärt Hicks den Erwachsenen. Es geht um den Mut zur Erkenntnis.
"Drachenzähmen leicht gemacht" erzählt im Gewand einer familientauglichen Komödie vom Krieg der Kulturen, der als Krieg der Kreaturen zunächst unausweichlich erscheint. Die Menschen scheinen tatsächlich in ihrer Existenz bedroht. Der dicke alte Schmied humpelt auf einem Holzbein umher und schwenkt seine Metallzangenhand, was uns ans allmähliche Zerriebenwerden des Individuums unterm Feindesdruck gemahnt. Und der Hänfling Hicks soll endlich seine Mannesprobe ablegen, soll endlich einen Drachen töten.
Es kommt, wie der Titel verrät, ganz anders. Hicks freundet sich mit einem Drachen an, was uns in zwar gefühligen, aber nie schnulzigen Szenen gezeigt wird. Das Drehbuch kann mit seinen Motiven so gut umgehen wie die Bildgestaltung mit dem 3-D-Effekt: Feindbilder werden geknackt, Frontverläufe unklar, Gewissheiten erschüttert. Alles, was sie zu wissen glaubten, sei falsch, erklärt Hicks den Erwachsenen. Es geht um den Mut zur Erkenntnis.
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