StZ-Umfrage Die Heimat ist wieder wichtig
Thomas Faltin und Erik Raidt, veröffentlicht am 27.03.2010
Stuttgart - Heimat ist schwer im Kommen. Man könnte mit Friedrich Hölderlin mutmaßen: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch." Sprich, in kalten Globalisierungszeiten besinnt sich der Mensch auf das, was ihm vertraut, was ihm nah, wo er zu Hause ist. Die Stuttgarter jedenfalls fühlen sich daheim in ihrer Stadt, und an ihrem Heimatgefühl ändert eine große städtebauliche Veränderung wenig. Dieses Fazit lässt sich aus dem zweiten Teil der StZ-Umfrage ziehen. Darin ging es um das Thema Heimat und Veränderung.
Hier geht's zu den Ergebnissen der Umfrage zum Thema Heimat und Veränderung »
Zunächst zeigt die Umfrage, dass die Stuttgarter eine außergewöhnlich starke Beziehung zu ihrer Stadt haben. 74 Prozent fühlen sich Stuttgart verbunden, nicht einmal zehn Prozent leben ungern in der Stadt. Viele Bewohner sehen Stuttgart als ihre Heimat, und das hat dann durchaus einen warmen, heimeligen Klang. Dass Heimat grundsätzlich ein wichtiger Bezugspunkt im Leben ist, daran lassen die Befragten gar keinen Zweifel: 89Prozent ist es wichtig, eine Heimat zu haben. Unter den jüngeren Menschen (18 bis 29 Jahre) ist der Wert mit 96Prozent sogar besonders hoch. Hermann Bausinger, der frühere Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts der Universität Tübingen, ist überrascht von diesen hohen Werten, weil Heimat doch immer auch etwas Konservatives und Traditionalistisches habe. Aber er weiß auch: "Heimat hat wieder Zulauf."
Bemerkenswert ist, dass dieses Heimatgefühl der Stuttgarter sich nicht so leicht erschüttern lässt. Auf die Frage, ob mit den vielen Bauprojekten in Stuttgart ein Stück Heimat verloren gehe, antworteten zwar immerhin 38Prozent mit Ja - 59 Prozent sehen dagegen in einer regen Bautätigkeit keine Gefahr. Heimat mag also ein Ort sein - es ist aber vor allem ein Gefühl; und das wird nicht automatisch bedroht, wenn sich das Stadtbild verändert. Diese Antworten dürfen aber natürlich nicht als Zustimmung zu Stuttgart21 interpretiert werden. Wer Bauprojekte grundsätzlich als Zeichen des Wohlstands einer Stadt ansieht, muss nicht automatisch für das Stuttgarter Großprojekt sein. Dennoch ist das Ergebnis beachtlich: eine Mehrheit der Stuttgarter besitzt ein gelassenes Verhältnis zum großen Aufmarsch der Bagger in ihrer Stadt.
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Siehe auch
Zunächst zeigt die Umfrage, dass die Stuttgarter eine außergewöhnlich starke Beziehung zu ihrer Stadt haben. 74 Prozent fühlen sich Stuttgart verbunden, nicht einmal zehn Prozent leben ungern in der Stadt. Viele Bewohner sehen Stuttgart als ihre Heimat, und das hat dann durchaus einen warmen, heimeligen Klang. Dass Heimat grundsätzlich ein wichtiger Bezugspunkt im Leben ist, daran lassen die Befragten gar keinen Zweifel: 89Prozent ist es wichtig, eine Heimat zu haben. Unter den jüngeren Menschen (18 bis 29 Jahre) ist der Wert mit 96Prozent sogar besonders hoch. Hermann Bausinger, der frühere Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts der Universität Tübingen, ist überrascht von diesen hohen Werten, weil Heimat doch immer auch etwas Konservatives und Traditionalistisches habe. Aber er weiß auch: "Heimat hat wieder Zulauf."
Bemerkenswert ist, dass dieses Heimatgefühl der Stuttgarter sich nicht so leicht erschüttern lässt. Auf die Frage, ob mit den vielen Bauprojekten in Stuttgart ein Stück Heimat verloren gehe, antworteten zwar immerhin 38Prozent mit Ja - 59 Prozent sehen dagegen in einer regen Bautätigkeit keine Gefahr. Heimat mag also ein Ort sein - es ist aber vor allem ein Gefühl; und das wird nicht automatisch bedroht, wenn sich das Stadtbild verändert. Diese Antworten dürfen aber natürlich nicht als Zustimmung zu Stuttgart21 interpretiert werden. Wer Bauprojekte grundsätzlich als Zeichen des Wohlstands einer Stadt ansieht, muss nicht automatisch für das Stuttgarter Großprojekt sein. Dennoch ist das Ergebnis beachtlich: eine Mehrheit der Stuttgarter besitzt ein gelassenes Verhältnis zum großen Aufmarsch der Bagger in ihrer Stadt.
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Kommentare (3)
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Dr Seltsam,
28.03.2010
Bagger off
Im anderen Artikel heißt es, die Umfrage habe zu einigen "erstaunlichen" Ergebnissen geführt.
Und hier, das Ergebnis ist "beachtlich".
Der genaue Wortlaut der Frage war:
„Duch die vielen Bauprojekte in Stuttgart befürchte ich, ein Stück Heimat zu verlieren“
Daraus schliesst der Artikel: "eine Mehrheit der Stuttgarter besitzt ein gelassenes Verhältnis zum großen Aufmarsch der Bagger in ihrer Stadt".
Wann gibt es einen Artikel, der über die tatsächlich beachtliche Mehrheit der Stuttgarter berichtet, die Stuttgart 21 ablehnen?
Erstaunlich ist nur, dass die StZ sich wieder voll auf den S21-Kurs eingeschwenkt hat. Was soll diese Heimatnummer? Ist das ein weiterer Versuch, uns die Massenpsychose-Diagnose von Herrn Renn aufzuzwingen?
Stuttgart hat einen schönen Großstadtbahnhof. Aber ihre Politiker und, leider auch ihre Presse, sind ewig provinziell.
Und hier, das Ergebnis ist "beachtlich".
Der genaue Wortlaut der Frage war:
„Duch die vielen Bauprojekte in Stuttgart befürchte ich, ein Stück Heimat zu verlieren“
Daraus schliesst der Artikel: "eine Mehrheit der Stuttgarter besitzt ein gelassenes Verhältnis zum großen Aufmarsch der Bagger in ihrer Stadt".
Wann gibt es einen Artikel, der über die tatsächlich beachtliche Mehrheit der Stuttgarter berichtet, die Stuttgart 21 ablehnen?
Erstaunlich ist nur, dass die StZ sich wieder voll auf den S21-Kurs eingeschwenkt hat. Was soll diese Heimatnummer? Ist das ein weiterer Versuch, uns die Massenpsychose-Diagnose von Herrn Renn aufzuzwingen?
Stuttgart hat einen schönen Großstadtbahnhof. Aber ihre Politiker und, leider auch ihre Presse, sind ewig provinziell.
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