Formel 1

Button nutzt Vettel-Drama

dpa, veröffentlicht am 28.03.2010
Foto: dpa
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Melbourne - Sebastian Vettel verfluchte seinen kaputten Red Bull, Michael Schumacher schob weit abgehängt Frust: Beim Sieg von Titelverteidiger Jenson Button im Wahnsinns-Grand-Prix von Melbourne kam es für die beiden deutschen Formel-1-Aushängerschilder knüppeldick. "Das ist Scheiße. Im Moment möchte ich am liebsten nach Hause gehen, aber das Leben geht weiter", klagte der von Pole Position gestartete Vettel, nachdem ihn am Sonntag eine explodierte Bremsscheibe in der 26. Runde gestoppt hatte. Wie schon beim Saisonauftakt in Bahrain war er damit in Führung liegend von einem Defekt brutal aus allen Siegesträumen gerissen worden.

Während Rekord-Weltmeister Schumacher schon nach einem Crash in der ersten Kurve chancenlos hinterherfuhr und sich am Ende gerade noch Platz zehn schnappte, kam Mercedes-Teamgefährte Nico Rosberg als bester Deutscher auf Rang fünf ins Ziel. Hinter Vorjahressieger Button, der mit einer geschickten Reifenstrategie seinen achten Grand-Prix-Erfolg einfuhr, wurde der Pole Robert Kubica nach 58 Runden auf dem Albert Park Circuit im Renault überraschend Zweiter vor Ferrari-Pilot Felipe Massa. Der spanische Auftaktsieger Fernando Alonso führt nach Platz vier weiter die Fahrer-Weltmeisterschaft an.

Vorzeitig beendet war das Rennen für Williams-Neuling Nico Hülkenberg (Emmerich), Virgin-Fahrer Timo Glock (Wersau) und den Gräfelfinger Adrian Sutil (Force India). Besonders bitter allerdings war das Aus für Vettel, der seiner Wut über seinen unzuverlässigen Boliden freien Lauf ließ und von Red-Bull-Teamchef Christian Horner am Kommandostand getröstet werden musste. "Das geht mir auf die Eier", wetterte der Heppenheimer.

Schon die erste Runde des Rennens bot mehr Spektakel als der ereignisarme Auftakt-Grand-Prix in Bahrain zwei Wochen zuvor. Kurz vor dem Start begann es zu regnen. Hinter dem davonbrausenden Vettel krachte Titelverteidiger Jenson Button in der ersten Kurve mit seinem McLaren in den Ferrari von Alonso und schob den Spanier in Schumachers Mercedes. Der Kerpener musste kurz darauf an die Box, um den Frontflügel seines Autos zu wechseln und fiel ans Ende des Feldes zurück. Nach einem kapitalen Crash von Sauber-Fahrer Kamui Kobayashi mit dem Williams des Emmerichers Nico Hülkenberg kam das Safety-Car auf die Strecke.

Vier Runden später wurde das Rennen wieder freigegeben, sofort nahm die Asphalt-Action auf dem 5,303 Kilometer wieder ihren Lauf. War zuletzt noch Kritik wegen fehlender Überholmanöver laut geworden, gab es diesmal packende Positionskämpfe zuhauf. Vettel führte das Feld souverän an, dahinter aber bekämpften sich die Verfolger verbissen. Taktisch clever wechselte Button als Erster auf Trockenreifen und schob sich damit auf Rang zwei vor dem überraschend starken Polen Robert Kubica im Renault. Als Vierter drehte nun Rosberg seine Runden.

Doch es nahte schon der furios fahrende McLaren-Pilot Lewis Hamilton, der sich in atemberaubenden Duellen an Lokalmatador Mark Webber und Ferrari-Mann Felipe Massa vorbeigeschoben hatte. Auch Rosberg konnte den Briten nicht aufhalten. Schumacher, dessen Boxencrew beim Stopp den linken Vorderreifen fallen ließ, hing dagegen im Hinterfeld fest.

Dann erlebte Vettel sein erneutes PS-Drama. "Es hat einen Funkenschlag auf der linken Seite gegeben, ich habe Vibrationen gespürt. Ich denke, die vordere linke Bremsscheibe ist explodiert", erklärte der Hesse. "Das ist sehr ärgerlich. Wir müssen diese Probleme lösen", forderte Vettel, den schon im Vorjahr eine Vielzahl von Defekten den möglichen WM-Titel gekostet hatten.

Nach Vettels Malheur hatte Button freie Fahrt. Kubica konnte Platz zwei gegen den heranstürmenden Hamilton verteidigen und hielt später auch das Ferrari-Duo Massa/Alonso hinter sich. Kurz vor Schluss kollidierte Hamilton noch mit Webber und verlor damit Platz fünf an Rosberg.
 

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