Eine zauberhafte Nanny - Knall auf Fall in ein neues Abenteuer
Verhexte Krückstockpädagogik
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 06.04.2010
Wenn Nanny McPhee ihren Krückstock auf den Boden stößt, dann donnert's, blitzt's, passieren wunderliche Dinge. Dann entfaltet die sanktionsfreudige schwarze Pädagogik ihre Macht. Dann bringt diese Gouvernante unartigen Kindern bei, dass sie zu gehorchen haben. Die Kinder vom Bauernhof und ihr Besuch aus der Stadt wollen in "Eine zauberhafte Nanny - Knall auf Fall in ein neues Abenteuer" die Betten nicht miteinander teilen? Schon sorgt die Nanny dafür, dass die Stalltiere heranmarschieren und sich mit in die Federn drängen.
Ist diese Fortsetzung der "Zauberhaften Nanny" aus dem Jahr 2005 also ein reaktionärer Wunschtraumfilm für frustrierte Erwachsene, die endlich mal wieder Kinder spuren sehen möchten? Man kann ihn gewiss so deuten. Die Kinderbücher der Britin Christianna Brand (1907-1988), die sich die Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Emma Thompson auf den Leib adaptiert hat, entstanden in den sechziger Jahren. Dieser zweite Nanny-Film (Regie: Susanna White) spielt im Zweiten Weltkrieg. Vater Green steht an der Front, die Mutter (Maggie Gyllenhaal) ist mit ihrer Arbeit und den Kindern überfordert, die Kleinen verwildern ein wenig.
Aber entfaltet in diesem flott und bilderbuchknuffig inszenierten Familienfilm wirklich nur das stur Gestrige trügerischen Charme? Die hexende Nanny ist eine so unwirkliche Figur, dass man zweifeln darf, diese Autoritätsfantasie poche auf ihre Umsetzbarkeit. Zudem wird letztlich nicht der Gehorsam der Kinder als Lohn der Hexerei vorgeführt, sondern die Fähigkeit zur Rücksichtnahme, die gestiegene Sozialkompetenz. Nein, dies ist kein Drohstück der Marke "Wir können (und wollen nun) auch anders!". Hier finden Kinder und Eltern spielerisch ausgedrückt, was doch ein Allgemeinplatz sein sollte: dass Regeln nicht unbedingt Schikane sind, sondern Schutzzaun des Schützenswerten sein können.
Ist diese Fortsetzung der "Zauberhaften Nanny" aus dem Jahr 2005 also ein reaktionärer Wunschtraumfilm für frustrierte Erwachsene, die endlich mal wieder Kinder spuren sehen möchten? Man kann ihn gewiss so deuten. Die Kinderbücher der Britin Christianna Brand (1907-1988), die sich die Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Emma Thompson auf den Leib adaptiert hat, entstanden in den sechziger Jahren. Dieser zweite Nanny-Film (Regie: Susanna White) spielt im Zweiten Weltkrieg. Vater Green steht an der Front, die Mutter (Maggie Gyllenhaal) ist mit ihrer Arbeit und den Kindern überfordert, die Kleinen verwildern ein wenig.
Aber entfaltet in diesem flott und bilderbuchknuffig inszenierten Familienfilm wirklich nur das stur Gestrige trügerischen Charme? Die hexende Nanny ist eine so unwirkliche Figur, dass man zweifeln darf, diese Autoritätsfantasie poche auf ihre Umsetzbarkeit. Zudem wird letztlich nicht der Gehorsam der Kinder als Lohn der Hexerei vorgeführt, sondern die Fähigkeit zur Rücksichtnahme, die gestiegene Sozialkompetenz. Nein, dies ist kein Drohstück der Marke "Wir können (und wollen nun) auch anders!". Hier finden Kinder und Eltern spielerisch ausgedrückt, was doch ein Allgemeinplatz sein sollte: dass Regeln nicht unbedingt Schikane sind, sondern Schutzzaun des Schützenswerten sein können.
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