Das Bildnis des Dorian Gray

Ausschweifungen und Theatermief

Ulrich Kriest, veröffentlicht am 15.04.2010
Filmbeschreibung
"Wenn sonst nichts klappt: Wiederholung wiederholen!" Dieser Slogan passt auf die desaströse Neuverfilmung des "Dorian Gray", des Oscar-Wilde-Romanklassikers von 1890, der doch bereits 1945 von Albert Lewin vorzüglich adaptiert wurde. Der junge, bildschöne und naive Dorian Gray kommt nach London und wird von Lord Henry Wotton zu dekadenten Ausschweifungen verführt, was ihm so gefällt, dass er seine Seele im Tausch für ewige Jugend hingibt. Statt seiner altert nun das Porträt, das der Maler Basil Hallward von ihm gefertigt hat. Woher Dorians dunkle Lust rührt, bleibt unklar, was damit zu tun haben könnte, dass Ben Barnes als Schauspieler zwar mit Schönheit, aber nicht mit Talent gesegnet ist. Andererseits: Colin Firth ist ein guter Schauspieler, scheitert aber an der Figur des Verführers. Was damit zu haben könnte, dass sich außer Firth niemand am Set für die Romanvorlage interessiert hat. Man serviert gepflegt dekadente Konversation, Theatermief, ein paar nackte Tatsachen und haarsträubend infantile Computereffekte, die Horror wollen, wo Psychologie angezeigt wäre.
 


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