Vincent will Meer
Wenn Zwänge verschwinden
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 22.04.2010
Filmbeschreibung
Diese deutsche Komödie geht allzu großzügig mit den Ticks ihrer Figuren um. Man muss mal raus aus dem alten Trott, um das Leben neu zu spüren. Diese Kur wendet das Kino besonders gerne bei Menschen an, die tatsächlich in arge Zwänge eingespannt sind. Ralf Huettners "Vincent will Meer" lässt drei Patienten aus einer Klinik ausbüxen. Der Titel verrät das Ziel der Flucht, das Kinogängern nicht unvertraut sein dürfte. Das Meer steht oft sowohl für die große Freiheit wie für die große Grenze.
Das Grundmuster mag an "Knockin' on Heaven's Door" erinnern, die Figuren sind ein wenig anders. Im geklauten Auto flüchten Vincent (Florian David Fitz), der am Tourettesyndrom leidet und unkontrolliert Obszönitäten in sein Sprechen mengt, der zwangsneurotische Alexander (Johannes Allmayer), den ein Sauberkeitsfimmel plagt, und die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth), die verschweigt, wie nahe sie sich an den Tod herangehungert hat.
Dass der Film in Bewegung bleibt, dass er ausreichend Konfliktpotenzial auf engen Raum packt, um immer unterhaltsame Kabbeleien losbrechen zu lassen, sind seine Stärken. Aber der bequeme Umgang des Drehbuchs mit den selbst gewählten Problemen kann verdrießen. Vincents Tourettesyndrom bricht immer dann aus, wenn der Regisseur Ralf Huettner ("Die Musterknaben") gerade ein paar Knallfrösche braucht, und bleibt unter Kontrolle, wenn anderes geredet werden muss. Auch Alexander ist nur bei Bedarf hysterisch berührungsscheu. Wenn Huettner vorankommen will, nimmt er schon mal seine von fremden Händen betappte und unter fremder Kleidung versteckte Lieblings-CD entgegen oder mampft Schnellfraß unterwegs. Wer sich bei so was verschaukelt fühlt, dem wird hier schwindlig werden.
Das Grundmuster mag an "Knockin' on Heaven's Door" erinnern, die Figuren sind ein wenig anders. Im geklauten Auto flüchten Vincent (Florian David Fitz), der am Tourettesyndrom leidet und unkontrolliert Obszönitäten in sein Sprechen mengt, der zwangsneurotische Alexander (Johannes Allmayer), den ein Sauberkeitsfimmel plagt, und die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth), die verschweigt, wie nahe sie sich an den Tod herangehungert hat.
Dass der Film in Bewegung bleibt, dass er ausreichend Konfliktpotenzial auf engen Raum packt, um immer unterhaltsame Kabbeleien losbrechen zu lassen, sind seine Stärken. Aber der bequeme Umgang des Drehbuchs mit den selbst gewählten Problemen kann verdrießen. Vincents Tourettesyndrom bricht immer dann aus, wenn der Regisseur Ralf Huettner ("Die Musterknaben") gerade ein paar Knallfrösche braucht, und bleibt unter Kontrolle, wenn anderes geredet werden muss. Auch Alexander ist nur bei Bedarf hysterisch berührungsscheu. Wenn Huettner vorankommen will, nimmt er schon mal seine von fremden Händen betappte und unter fremder Kleidung versteckte Lieblings-CD entgegen oder mampft Schnellfraß unterwegs. Wer sich bei so was verschaukelt fühlt, dem wird hier schwindlig werden.
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