Licht am Ende des Tunnels
Artikel aus der Nord-Rundschau, S-Innenstadt vom 04.05.2010
Die Luft im Tunnel ist staubig und drückend, sie steht. Der Bagger lärmt dröhnend. Unter den Mineuren, den Bauleitern sowie den Vertretern des Tiefbauamts und der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) herrscht dagegen angespannte Stille. Alle Blicke richten sich auf die braungraue, nur noch zehn Zentimeter dicke Spritzbetonwand, die sich in der Mitte des Tunnels unterhalb der Kreuzung von Kirchtal- und Elsässer Straße aufrichtet. Sie trennt den bergmännischen Teil, der von der Stammheimer Straße aus aufgefahren wurde, von dem Tunnelstück unter der Unterländer Straße, das vom Bezirksrathaus aus mithilfe der Deckelbauweise gegraben wurde. Nun heißt es: Aus zwei mach" eins. Mit sechs Wochen Verspätung war am Donnerstag der Zeitpunkt gekommen, beide Tunnelteile miteinander zu verbinden.
Erst gräbt Baggerführer Carlos Manuel Fonseca de Oliveira mit seiner Schaufel, im Fachjargon Tieflöffel genannt, die restliche Erde weg. Dann wird härteres Geschütz aufgefahren: Mit einem Spitzmeißel bohrt de Oliveira nun die Wand an wie ein Zahnarzt einen kranken Zahn. Nur ein paar Stöße sind nötig, dann bricht der erste Betonklotz ab und legt den Blick frei auf den dahinterliegenden Tunnelabschnitt. Die Anwesenden applaudieren begeistert. Rumms, schon bröckelt das nächste Stück, rumms, ein weiterer Brocken fällt zu Boden - bis schließlich ein Loch von zwei Metern Durchmesser in der Trennwand klafft. Und schon gibt es einen ersten Zug im Tunnel - einen Luftzug allerdings nur, der kühl aus dem bergmännischen Abschnitt in den offenen Teil hinüber pfeift. Helles Baustellenlicht scheint herüber, scherenschnittartig sind auf der gegenüberliegenden Seite einzelne Arbeiter zu erkennen. Sie winken herauf, liegt ihr Tunnelabschnitt doch einige Meter tiefer. Haben die Arbeiter aneinander vorbei gegraben? Nein, alles ist so, wie es sein soll, bestätigt Dieter Kühnle vom Tiefbauamt. "Die höher gelegene Ebene des Deckalbauabschnitts wird durch weiteren Aushub nach unten verlegt. So werden die Tunnel dann miteinander verbunden. Es wird keinen Absatz geben."
Die Stimmung unter den Anwesenden ist gelöst und von dem Gefühl gezeichnet, dass etwas Besonderes geschafft wurde. "Der Tunneldurchschlag ist ein ganz wichtiges Ereignis im Bergbau, wenn man am Ende des Tunnels Licht sieht", erklärt Claus-Dieter Hauck vom Tiefbauamt. "Das ist ein Meilenstein." Christian Buch, Projektleiter des Tiefbauamts, steht die Freude ins Gesicht geschrieben: "Dieser Moment ist für mich das totale Glück. Der Tunnel ist durch, es gab keine Unfälle, wir sind gut in der Zeit, den Gebäuden ist bis auf kleine Risse nichts passiert. Ich bin richtig stolz."
Den Zuffenhäuser Bürgern war aus Sicherheitsgründen allerdings nicht gestattet, beim Durchschlag mit in den Tunnel hinabzusteigen. Die SSB hatte daher ein Filmteam beauftragt, den Vorgang zu begleiten. "Beim Fleckenfest am 19. Juni zeigen wir der Bevölkerung dann den Film", kündigt Hauck an. "Wir wollen die Bürger an diesem Ereignis teilhaben lassen." Dies sei die Maxime während der gesamten Bauzeit gewesen, betont auch Bauingenieur Buch. "Wir bauen hier für die Menschen in Zuffenhausen. Deshalb versuchen wir immer, ihnen zu berichten, was passiert." Die Belastungen seien für die Anwohner enorm gewesen. Der nächste Meilenstein des 105 Millionen teuren Großprojektes werde daher sein, wenn die Arbeiten an der Unterländer Straße fertig und die Baustelle weniger sichtbar sein werden. "Der Vorteil der Deckelbauweise in der Unterländer Straße ist, dass wir die Oberfläche schnell wieder für den Verkehr herrichten können, während wir hier unten noch im Rohbau arbeiten", erklärt Buch. Vorgesehen ist, dass der Verkehr von Oktober an wieder unbehindert fließen kann. Die Rohbauarbeiten werden noch bis Mitte November andauern - zum Beispiel müssen teilweise die Sohle betoniert und Wände fertig gestellt werden -, parallel dazu kann von Juli an mit dem Ausbau des 1,1 Kilometer langen Tunnels begonnen werden. "Im November können wir dann damit anfangen, die Gleise der Stadtbahn zu verlegen." Der Zeitplan sieht vor, dass von September 2011 an der Probebetrieb starten kann und Ende des Jahres dann der richtige Betrieb. "Wir sind auf einem realistischen und guten Weg, dass es pünktlich fertig wird", sagt Kühnle optimistisch.
Erst gräbt Baggerführer Carlos Manuel Fonseca de Oliveira mit seiner Schaufel, im Fachjargon Tieflöffel genannt, die restliche Erde weg. Dann wird härteres Geschütz aufgefahren: Mit einem Spitzmeißel bohrt de Oliveira nun die Wand an wie ein Zahnarzt einen kranken Zahn. Nur ein paar Stöße sind nötig, dann bricht der erste Betonklotz ab und legt den Blick frei auf den dahinterliegenden Tunnelabschnitt. Die Anwesenden applaudieren begeistert. Rumms, schon bröckelt das nächste Stück, rumms, ein weiterer Brocken fällt zu Boden - bis schließlich ein Loch von zwei Metern Durchmesser in der Trennwand klafft. Und schon gibt es einen ersten Zug im Tunnel - einen Luftzug allerdings nur, der kühl aus dem bergmännischen Abschnitt in den offenen Teil hinüber pfeift. Helles Baustellenlicht scheint herüber, scherenschnittartig sind auf der gegenüberliegenden Seite einzelne Arbeiter zu erkennen. Sie winken herauf, liegt ihr Tunnelabschnitt doch einige Meter tiefer. Haben die Arbeiter aneinander vorbei gegraben? Nein, alles ist so, wie es sein soll, bestätigt Dieter Kühnle vom Tiefbauamt. "Die höher gelegene Ebene des Deckalbauabschnitts wird durch weiteren Aushub nach unten verlegt. So werden die Tunnel dann miteinander verbunden. Es wird keinen Absatz geben."
Die Stimmung unter den Anwesenden ist gelöst und von dem Gefühl gezeichnet, dass etwas Besonderes geschafft wurde. "Der Tunneldurchschlag ist ein ganz wichtiges Ereignis im Bergbau, wenn man am Ende des Tunnels Licht sieht", erklärt Claus-Dieter Hauck vom Tiefbauamt. "Das ist ein Meilenstein." Christian Buch, Projektleiter des Tiefbauamts, steht die Freude ins Gesicht geschrieben: "Dieser Moment ist für mich das totale Glück. Der Tunnel ist durch, es gab keine Unfälle, wir sind gut in der Zeit, den Gebäuden ist bis auf kleine Risse nichts passiert. Ich bin richtig stolz."
Den Zuffenhäuser Bürgern war aus Sicherheitsgründen allerdings nicht gestattet, beim Durchschlag mit in den Tunnel hinabzusteigen. Die SSB hatte daher ein Filmteam beauftragt, den Vorgang zu begleiten. "Beim Fleckenfest am 19. Juni zeigen wir der Bevölkerung dann den Film", kündigt Hauck an. "Wir wollen die Bürger an diesem Ereignis teilhaben lassen." Dies sei die Maxime während der gesamten Bauzeit gewesen, betont auch Bauingenieur Buch. "Wir bauen hier für die Menschen in Zuffenhausen. Deshalb versuchen wir immer, ihnen zu berichten, was passiert." Die Belastungen seien für die Anwohner enorm gewesen. Der nächste Meilenstein des 105 Millionen teuren Großprojektes werde daher sein, wenn die Arbeiten an der Unterländer Straße fertig und die Baustelle weniger sichtbar sein werden. "Der Vorteil der Deckelbauweise in der Unterländer Straße ist, dass wir die Oberfläche schnell wieder für den Verkehr herrichten können, während wir hier unten noch im Rohbau arbeiten", erklärt Buch. Vorgesehen ist, dass der Verkehr von Oktober an wieder unbehindert fließen kann. Die Rohbauarbeiten werden noch bis Mitte November andauern - zum Beispiel müssen teilweise die Sohle betoniert und Wände fertig gestellt werden -, parallel dazu kann von Juli an mit dem Ausbau des 1,1 Kilometer langen Tunnels begonnen werden. "Im November können wir dann damit anfangen, die Gleise der Stadtbahn zu verlegen." Der Zeitplan sieht vor, dass von September 2011 an der Probebetrieb starten kann und Ende des Jahres dann der richtige Betrieb. "Wir sind auf einem realistischen und guten Weg, dass es pünktlich fertig wird", sagt Kühnle optimistisch.
Mehr Nord-Rundschau
Anzeigen
Anzeigen
Veranstaltungen
Finden Sie
Heute können Sie aus 158 Veranstaltungsterminen auswählen
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.




