Die Eleganz der Madame Michel
Skurrile Bündnisse
Ruprecht Skasa-Weiß, veröffentlicht am 06.05.2010
Filmbeschreibung
Wie stellt man sich die typische Pariser Concierge vor? Elegant? Nicht unbedingt. Eher mürrisch, verhärmt, argwöhnisch-verschlossen, mit einer leichten Neigung zur schlurfenden Ungepflegtheit. Tatsächlich, genauso wirkt Madame Michel - obenhin. Aber insgeheim nutzt sie die Stunden zum Denken und Lesen, Werke der Weltliteratur füllen ihr Zimmer bis unter die Decke. Ohne Zweifel, die Eleganz der Madame Michel ist geistiger Art - ihre Buchleidenschaft geht niemanden etwas an, schon gar nicht die reichen, schick-arroganten Hausbewohner.
Nur die vife Paloma, ein elfjähriges, altklug plapperndes Mädchen, dessen karrierebewusste Eltern daheim mehr ab- als anwesend sind, bekommt irgendwann Madames Faible spitz. Paloma filmt ihre Umgebung, andauernd schwenkt sie Papas alte Video-8-Kamera, statt Tagebuch führt sie gewissermaßen Tagefilm - doch das Leben in dem öden noblen Haus kommt ihr vor wie ein Leben im Goldfischglas, sinnlos, immergleich. So will sie nicht enden. Deshalb hat sie beschlossen, sich am zwölften Geburtstag das Leben zu nehmen.
Was sich anhört wie eine melancholische Trübsinnsgeschichte, gerät in Mona Achaches Debütregie zu einem überraschend beschwingt dahertrippelnden Kinomärchen, klug, ironisch, gewitzt. Die Alte und die Junge - geeint im Widerwillen gegen die Borniertheit ihrer Mitwelt. Weil der Film aber nacherzählt, was die Autorin Muriel Barbery in ihrem philosophischen Roman "Die Eleganz des Igels" äußerst erfolgreich vorskizziert hat, gesellt sich zu den beiden Sonderlingen eine dritte gescheite Person, nämlich ein kultivierter japanischer Witwer, womit der Topf der Lebensklugheiten allmählich überzulaufen droht. Weise, besonnen, stoisch: stellt man sich so nicht just den typischen Asiaten vor? Dieser hier ist außerdem ein Tolstoi- und ein Katzenfreund (genau wie Madame Michel), und so ahnt man schon, was kommen könnte. Nur was aus Paloma wird - ha, das verschweigen wir.
Nur die vife Paloma, ein elfjähriges, altklug plapperndes Mädchen, dessen karrierebewusste Eltern daheim mehr ab- als anwesend sind, bekommt irgendwann Madames Faible spitz. Paloma filmt ihre Umgebung, andauernd schwenkt sie Papas alte Video-8-Kamera, statt Tagebuch führt sie gewissermaßen Tagefilm - doch das Leben in dem öden noblen Haus kommt ihr vor wie ein Leben im Goldfischglas, sinnlos, immergleich. So will sie nicht enden. Deshalb hat sie beschlossen, sich am zwölften Geburtstag das Leben zu nehmen.
Was sich anhört wie eine melancholische Trübsinnsgeschichte, gerät in Mona Achaches Debütregie zu einem überraschend beschwingt dahertrippelnden Kinomärchen, klug, ironisch, gewitzt. Die Alte und die Junge - geeint im Widerwillen gegen die Borniertheit ihrer Mitwelt. Weil der Film aber nacherzählt, was die Autorin Muriel Barbery in ihrem philosophischen Roman "Die Eleganz des Igels" äußerst erfolgreich vorskizziert hat, gesellt sich zu den beiden Sonderlingen eine dritte gescheite Person, nämlich ein kultivierter japanischer Witwer, womit der Topf der Lebensklugheiten allmählich überzulaufen droht. Weise, besonnen, stoisch: stellt man sich so nicht just den typischen Asiaten vor? Dieser hier ist außerdem ein Tolstoi- und ein Katzenfreund (genau wie Madame Michel), und so ahnt man schon, was kommen könnte. Nur was aus Paloma wird - ha, das verschweigen wir.
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Highlights am 28.05.
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