Pioniere feiern eiserne Hochzeit
Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 08.05.2010
Die Geschichte mit den Tauben ist ganz einfach. Ein Anruf bei Friedhelm Wittfeld, genug Butter, Zucker und Mehl, ein großer Ofen, willige Berufsschüler - und ganz schnell wird aus einem fünf Kilo schweren Klumpen Teig, das was Friedhelm Wittmann "Symbolgebäck" nennt. Rund 100 Tauben aus Mürbteig hat der Lehrer der Oscar-Walcker-Schule mit seinen Berufsschülern gebacken. Im Auftrag der Stadt Ludwigsburg, die die Friedenssymbole heute in Montbéliard verteilt, wo an diesem 8. Mai das Ende des Zweiten Weltkriegs gefeiert wird.
Dass dieses Jahr auch eine riesige Gruppe aus Ludwigsburg in die französische Partnerstadt reist, hat mit einer Geschichte zu tun, die nicht ganz so einfach ist, wie die mit den Tauben. Für sie brauchte es Zeit und vor allem eine Vision. Die Vision hatten Lucien Tharradin und Elmar Doch. Der Bürgermeister von Montbéliard und sein Ludwigsburger Kollege haben sich 1950 bei einem Kongress in Stuttgart kennen gelernt und die Idee für einen Austausch auf kommunaler Ebene entwickelt. Der Zweite Weltkrieg, war da gerade mal fünf Jahre vorbei - und Tharradin ein Überlebender der Konzentrationslager von Buchenwald und Poméramie. "Man muss in der Finsternis der heutigen Zeit einen gemeinsamen Weg des gegenseitigen Verstehens finden" , sagte der Franzose damals. Heute und morgen feiern Ludwigsburg und Montbéliard das 60-jährige Bestehen ihres gemeinsamen Weges. Stadträte, Verwaltungsangestellte, Schüler, Lehrer und zahlreiche Mitglieder zahlreicher Vereine fahren nach Frankreich und feiern mit ihren Freunden, denen sie Brot, Wurst und Bier mitbringen - und die Tauben von Friedhelm Wittfelds Schülern. Die Schüler der Oscar-Walcker-Schule haben Erfahrung mit Symbolgebäck. Für einen Benefizlauf, bei dem Ludwigsburger Kilometer und damit Spenden sammelten, buken die Bäckerlehrlinge Füße aus Spekulatiusteig. Die Verbindung mit der Gemeinde Kongoussi verlieh der Verbindung zwischen Montbéliard und Ludwigsburg eine dritte Dimension. Beide Städte initiieren Aktionen, mit deren Erlös in Burkina Faso Schulen und Bewässerungsanlagen finanziert werden können.
Vor 60 Jahren hatte allein schon eine Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich eine ungeahnte Dimension. Die Partnerschaft zwischen Montbéliard und Ludwigsburg war die erste deutsch-französische überhaupt. Befördert hat diesen Superlativ das Deutsch-Französische Institut, das 1948 in der schwäbischen Provinz zur Verständigung auf allen Gebieten des geistigen und öffentlichen Lebens gegründet worden war. Dessen Standortwahl wiederum war durch die Geschichte beeinflusst. Anno 1407 heiratete Eberhard der Vierte Henriette de Montfaucon - und Montbéliard, zu deutsch Mömpelgard, fiel dem Herzogshaus Württemberg zu, dessen Residenzstadt Ludwigsburg war. Mit der französischen Revolution änderten sich die Hoheiten und Mömpelgard wurde wieder zu Montbéliard. Heute gibt es mehr als 2100 deutsch-französische Städtepartnerschaften, die erste gilt aber noch immer als vorbildhaft.
Wenn alles gut geht, kommen in Montbéliard heute Vormittag noch mehr Symboltauben zum Einsatz. Die Ludwigsburger Partnerschaftsbeauftragte Christine Süß hat Brieftauben organisiert, die in Frankreich in die Luft gehen sollen. Die Tauben aus der Oscar-Walcker-Schule hingegen sind zum Verzehr geeignet. Und sollen Appetit auf Mehr machen. Symbolgebäck eben.
Dass dieses Jahr auch eine riesige Gruppe aus Ludwigsburg in die französische Partnerstadt reist, hat mit einer Geschichte zu tun, die nicht ganz so einfach ist, wie die mit den Tauben. Für sie brauchte es Zeit und vor allem eine Vision. Die Vision hatten Lucien Tharradin und Elmar Doch. Der Bürgermeister von Montbéliard und sein Ludwigsburger Kollege haben sich 1950 bei einem Kongress in Stuttgart kennen gelernt und die Idee für einen Austausch auf kommunaler Ebene entwickelt. Der Zweite Weltkrieg, war da gerade mal fünf Jahre vorbei - und Tharradin ein Überlebender der Konzentrationslager von Buchenwald und Poméramie. "Man muss in der Finsternis der heutigen Zeit einen gemeinsamen Weg des gegenseitigen Verstehens finden" , sagte der Franzose damals. Heute und morgen feiern Ludwigsburg und Montbéliard das 60-jährige Bestehen ihres gemeinsamen Weges. Stadträte, Verwaltungsangestellte, Schüler, Lehrer und zahlreiche Mitglieder zahlreicher Vereine fahren nach Frankreich und feiern mit ihren Freunden, denen sie Brot, Wurst und Bier mitbringen - und die Tauben von Friedhelm Wittfelds Schülern. Die Schüler der Oscar-Walcker-Schule haben Erfahrung mit Symbolgebäck. Für einen Benefizlauf, bei dem Ludwigsburger Kilometer und damit Spenden sammelten, buken die Bäckerlehrlinge Füße aus Spekulatiusteig. Die Verbindung mit der Gemeinde Kongoussi verlieh der Verbindung zwischen Montbéliard und Ludwigsburg eine dritte Dimension. Beide Städte initiieren Aktionen, mit deren Erlös in Burkina Faso Schulen und Bewässerungsanlagen finanziert werden können.
Vor 60 Jahren hatte allein schon eine Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich eine ungeahnte Dimension. Die Partnerschaft zwischen Montbéliard und Ludwigsburg war die erste deutsch-französische überhaupt. Befördert hat diesen Superlativ das Deutsch-Französische Institut, das 1948 in der schwäbischen Provinz zur Verständigung auf allen Gebieten des geistigen und öffentlichen Lebens gegründet worden war. Dessen Standortwahl wiederum war durch die Geschichte beeinflusst. Anno 1407 heiratete Eberhard der Vierte Henriette de Montfaucon - und Montbéliard, zu deutsch Mömpelgard, fiel dem Herzogshaus Württemberg zu, dessen Residenzstadt Ludwigsburg war. Mit der französischen Revolution änderten sich die Hoheiten und Mömpelgard wurde wieder zu Montbéliard. Heute gibt es mehr als 2100 deutsch-französische Städtepartnerschaften, die erste gilt aber noch immer als vorbildhaft.
Wenn alles gut geht, kommen in Montbéliard heute Vormittag noch mehr Symboltauben zum Einsatz. Die Ludwigsburger Partnerschaftsbeauftragte Christine Süß hat Brieftauben organisiert, die in Frankreich in die Luft gehen sollen. Die Tauben aus der Oscar-Walcker-Schule hingegen sind zum Verzehr geeignet. Und sollen Appetit auf Mehr machen. Symbolgebäck eben.
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