Der fantastische Mr. Fox
Zwischen Wachhunden und Diebestrieben
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 12.05.2010
Filmbeschreibung
Es ist erstaunlich! Fortwährend wird erzählt, dass das 3-D-Kino die Zukunft des Kinos sein wird - und dann kommt der spleenige Autorenfilmer Wes Anderson mit einem Trickfilm um die Ecke, der mit seinem altmodischen Stop-Motion-Verfahren daran erinnert, worum es bei Animation geht: die Dinge zu beseelen, unsere Fantasie zu beflügeln, gleichzeitig aber noch etwas Distanz zum Vorgeführten bewahrend. "Der fantastische Mr. Fox" ist der Gegenentwurf des eskapistisch zum Komplettabtauchen einladenden "Avatar".
Eines Tages gerät der extravagante Dandy und vor Selbstbewusstsein strotzende Mr. Fox mit Mrs. Fox in eine Falle. Mrs. Fox ist schwanger, und so leistet er einen Schwur: sofern man überlebe, werde er fürderhin ein bürgerliches Leben führen. Jahre später, der Sohn Ash ist in der Pubertät, ist Mr. Fox ein angesehener, aber wenig gelesener Kolumnist - und schrecklich gelangweilt. Seinen Ambitionen folgend, will er nicht länger im Fuchsbau leben, sondern in einem lichten Baumhaus. Nur die Wohngegend liegt genau in dem Tal der drei Bauern Grob, Grimm und Greulich. Mr. Fox beschließt, es wie in alten Zeiten noch mal so richtig krachen zu lassen: im Hühnerstall, im Vorratskeller, maskiert, beim spielerischen Übertölpeln der in Blaubeeren vernarrten Wachhunde.
Wes Anderson ist es gelungen, die sehr überschaubare Story des Kinderbuchklassikers von Roald Dahl so anzureichern, dass der Trickfilm sich nahtlos in sein OEuvre fügt. Besser noch: hatte er zuvor seinen Spielfilmen eine forcierte Künstlichkeit verpasst, kann er diesmal aus dem Vollen schöpfen - in der Stop-Motion-Animation ist alles reine Kunst. Anderson entwirft mit Verve, Liebe und Kunstsinn einen Kosmos als Popmärchen mit ernstem Kern nebst allerlei Ausflügen in und Referenzen an die Film- und Musikgeschichte. Jedes Tier hat in diesem Film nicht nur einen tollen lateinischen Namen, sondern auch besondere Fähigkeiten, für die es im Kampf gegen die bösen Bauern Verwendung gibt. Und sei es noch fürs Zaudern und Nachdenken!
Das ist die humanistische Botschaft des Films, aber Anderson ruft immer wieder in Erinnerung, dass wir es hier mit wilden, nichtdomestizierten Tieren zu tun haben. Mr. Fox mag ein kultivierter Dandy sein, wenn es ans Essen geht, stillt er schlicht seinen Appetit. Dies ein Leitmotiv des Films, der differenziert zwischen Wachhunden der Bauern, der wilden, aber schon in Kulturnähe lebenden Community von Mr. Fox - und dem Wolf, der spät im Film wie sein eigener Mythos erscheint. Der Wolf bleibt stumm, aber zum Abschied ballt er die Faust zum revolutionären Gruß. Mr. Fox erwidert den Gruß im Bewusstsein: "Okay, ich bin zwar aktuell Kolumnist und Familienvater, aber in mir wohnt noch ein wildes Tier."
Eines Tages gerät der extravagante Dandy und vor Selbstbewusstsein strotzende Mr. Fox mit Mrs. Fox in eine Falle. Mrs. Fox ist schwanger, und so leistet er einen Schwur: sofern man überlebe, werde er fürderhin ein bürgerliches Leben führen. Jahre später, der Sohn Ash ist in der Pubertät, ist Mr. Fox ein angesehener, aber wenig gelesener Kolumnist - und schrecklich gelangweilt. Seinen Ambitionen folgend, will er nicht länger im Fuchsbau leben, sondern in einem lichten Baumhaus. Nur die Wohngegend liegt genau in dem Tal der drei Bauern Grob, Grimm und Greulich. Mr. Fox beschließt, es wie in alten Zeiten noch mal so richtig krachen zu lassen: im Hühnerstall, im Vorratskeller, maskiert, beim spielerischen Übertölpeln der in Blaubeeren vernarrten Wachhunde.
Wes Anderson ist es gelungen, die sehr überschaubare Story des Kinderbuchklassikers von Roald Dahl so anzureichern, dass der Trickfilm sich nahtlos in sein OEuvre fügt. Besser noch: hatte er zuvor seinen Spielfilmen eine forcierte Künstlichkeit verpasst, kann er diesmal aus dem Vollen schöpfen - in der Stop-Motion-Animation ist alles reine Kunst. Anderson entwirft mit Verve, Liebe und Kunstsinn einen Kosmos als Popmärchen mit ernstem Kern nebst allerlei Ausflügen in und Referenzen an die Film- und Musikgeschichte. Jedes Tier hat in diesem Film nicht nur einen tollen lateinischen Namen, sondern auch besondere Fähigkeiten, für die es im Kampf gegen die bösen Bauern Verwendung gibt. Und sei es noch fürs Zaudern und Nachdenken!
Das ist die humanistische Botschaft des Films, aber Anderson ruft immer wieder in Erinnerung, dass wir es hier mit wilden, nichtdomestizierten Tieren zu tun haben. Mr. Fox mag ein kultivierter Dandy sein, wenn es ans Essen geht, stillt er schlicht seinen Appetit. Dies ein Leitmotiv des Films, der differenziert zwischen Wachhunden der Bauern, der wilden, aber schon in Kulturnähe lebenden Community von Mr. Fox - und dem Wolf, der spät im Film wie sein eigener Mythos erscheint. Der Wolf bleibt stumm, aber zum Abschied ballt er die Faust zum revolutionären Gruß. Mr. Fox erwidert den Gruß im Bewusstsein: "Okay, ich bin zwar aktuell Kolumnist und Familienvater, aber in mir wohnt noch ein wildes Tier."
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