DFB-Teammanager Bierhoff Seine letzte Mission

Marko Schumacher, veröffentlicht am 27.05.2010
Als Manager der deutschen Nationalmannschaft hat Oliver Bierhoff zuletzt wenig Grund zum Lachen gehabt. Foto: dpa

Eppan - Es fehlt an rein gar nichts im Familienhotel Weinegg, dem Basislager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Eppan an der Weinstraße. Den ganzen Tag läuft das Servicepersonal auf und ab und erfüllt Wünsche, auf die die Gäste von alleine nicht gekommen wären. Eine riesige Maschine produziert zentnerweise Eis für das Entmüdungsbecken. Bunt belegte Häppchen und Tafeläpfel aus der Region gibt es rund um die Uhr. Das Beste daran ist: all das gibt es zum Nulltarif.


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"Das ist das erste Trainingslager, das komplett gesponsert wird und den Verband nichts kostet", sagt Oliver Bierhoff und klingt ein wenig trotzig, denn "uns wird ja immer vorgeworfen, wir würden so viel Geld ausgeben". Ausnahmsweise hat Bierhoff diesmal also nichts zu befürchten. Der großzügige Umgang mit dem Geld des DFB - das ist nicht der einzige Vorwurf, mit dem sich der Teammanager auseinandersetzen muss. Seit sechs Jahren bekleidet er dieses Amt, das es zuvor nicht gegeben hat. Und genau so lange verfolgt ihn der Argwohn des Verbandes, der Liga, der Öffentlichkeit. Die WM in Südafrika ist das dritte Turnier, das Bierhoff im Auftrag des DFB mitverantwortet - und es wird sein letztes sein, daran besteht kein Zweifel.

Es gebe keinerlei Basis für eine Zusammenarbeit über die WM hinaus, sagen Menschen, die ihm nahe stehen. Völlig zerrüttet ist Bierhoffs Verhältnis zur DFB-Spitze um den Präsidenten Theo Zwanziger und den Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Spätestens seit die Vertragsverhandlungen des Managers und des Bundestrainers im Februar spektakulär gescheitert waren. Gegen die Wand ließ Zwanziger Bierhoff damals laufen, nachdem dessen Vorstellungen schon vorher über die "Bild"-Zeitung, an die Öffentlichkeit lanciert worden waren. Als Gesprächsgrundlage hatte der Manager die Forderungen einer Einmalzahlung und eines Vetorechts bei der Wahl des Bundestrainers verstanden - als Unverschämtheit empfand sie der Präsident und brach die Gespräche ab, bevor sie richtig begonnen hatten.

Eitelkeit und Geschäftssinn des Oliver Bierhoff


Jovial boten Zwanziger und Niersbach seither nur dem Bundestrainer die Wiederaufnahme der Verhandlungen an. Joachim Löw lehnte dankend ab - auch aus Solidarität zu Bierhoff. Von ihm war bei den Zukunftsplanungen nämlich keine Rede mehr. Jede Gelegenheit nutzte Zwanziger, um machtvoll Distanz zu demonstrieren. Es schien, als habe er darauf nur gewartet - lieber heute als morgen, so heißt es, will er den Manager loswerden.

Oliver Bierhoff, 42, ist ein Mensch, der manchmal zur Eitelkeit neigt und dessen Geschäftssinn, auch im Eigeninteresse, sehr ausgeprägt ist. Das ändert jedoch nichts daran, dass er sich große Verdienste um das Nationalteam und damit auch um den Verband erworben hat. Seit dem gemeinsamen Dienstantritt mit Jürgen Klinsmann nach der schmachvollen EM 2004 hat Bierhoff, auch dank der Heim-WM 2006, das angestaubte Image der wichtigsten deutschen Mannschaft aufpoliert und ihr den Anstrich eines modernen Hochleistungsunternehmens gegeben. Er hat eine Vielzahl an Sponsoren akquiriert und dem Verband damit viel Geld verschafft. Ein dritter Platz bei der WM und ein zweiter bei der EM fallen in seine Amtszeit.


Kommentare (1)
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Liberoxl,
27.05.2010
Bierhoff
Oliver Bierhoff hat mit Klinsman und Löw genau die Strukturen geschaffen, die alle sich herbeigesehnt haben...Das A-Team und auch die U-Teams stehen besser da, wie nie zuvor....Die "Marke" Nationalmannschaft strahlt....das ist nicht zuletzt auch Bierhoffs Verdienst...
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