Mit Gottes Hilfe zum Erfolg Cacau: die Mischung macht's

Heiko Hinrichsen, veröffentlicht am 08.06.2010
Der Weg von Cacau zeigt steil nach oben - mit Gottes Hilfe. Auf diesen Zusatz legt er Wert. Foto: dpa

Stuttgart - Die Fußballkollegen nennen ihn Helmut - und eine Legende besagt, Jeronimo Maria Barreto Claudemir da Silva, Künstlername Cacau, habe seinen fünften Vornamen deshalb erhalten, weil der gebürtige Brasilianer bei seinem deutschen Einbürgerungstest Anfang 2009 die Namen der Bundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl besonders gut in Erinnerung gehabt habe. "Das ist eine schöne Geschichte", sagt Cacau mit einem Lächeln, "aber sie ist leider nicht wahr." Vielmehr ist der frühere Mitspieler Ludovic Magnin der Taufpate gewesen - und die Wahl fiel auf Helmut, weil das nach Ansicht des Schweizers ein sehr prägnanter deutscher Vorname ist. Cacau mag den Namen Helmut nicht besonders. Das ist allerdings schon fast das Einzige, das der ehemalige Maurergehilfe aus São Paulo, der als 18-Jähriger an der Seite seines Beraters Osmar Oliveira zunächst nach Bayern kam, an der neuen Heimat auszusetzen hat.


"Ich bin nicht wie die anderen eine Stunde, sondern nur 20 Minuten zu spät zum Training
gekommen."
Cacau über seine Anfänge in Brasilien

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"Deutschland ist jetzt mein Land", sagt der tiefgläubige Christ vielmehr, um den sich sogar ein Kinderhörspiel namens "Andy Latte - Cacau kommt gerade recht" dreht. Sportlich hat sich der Fußballer über die Stationen Türk Gücü München (Bayernliga) und den 1. FC Nürnberg zum inzwischen dienstältesten Profi des VfB entwickelt.

In Deutschland fühlt sich Cacau wohl


"Ich werde mein Geburtsland Brasilien nie vergessen", sagt Cacau, "aber das bedeutet nicht, dass ich in Südafrika nicht alles für Deutschland geben werde. Schließlich fühlen meine Frau Tamara, meine Kinder und ich uns hier sehr wohl." Deshalb ist Cacau von sich aus aktiv geworden, um neben der brasilianischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben.

Seine Einbürgerung war dem 29-Jährigen mit Wohnsitz in Korb (Rems-Murr-Kreis) eine Herzensangelegenheit. Und so legt Cacau Wert auf die Feststellung, "dass ich nicht Deutscher geworden bin, um Nationalspieler zu werden. Sondern weil ich mich mit diesem Land einfach identifiziere."

Auch die größere Sicherheit in der Bundesrepublik und die damit verbundenen besseren Perspektiven für seine Tochter Lidia und den Sohn Levi sind ein wichtiges Argument pro Deutschland gewesen.

Cacau ist ein wahrer Ballkünstler


Letztlich hat es aber nicht lange gedauert, bis der Bundestrainer Joachim Löw von den sportlichen Fähigkeiten seines neuen Landsmannes gebraucht machte. "Ich war schon in Brasilien für einen Brasilianer sehr pünktlich. Ich bin nicht wie die anderen eine Stunde, sondern nur 20 Minuten zu spät zum Training gekommen", erzählt Cacau mit einem Schmunzeln von seinen Anfängen bei Nacional São Paulo. Als der Stürmer im Vorjahr mit dem VfB eine beeindruckende Rückrunde hingelegt hatte, die die Mannschaft noch auf den Champions-League-Qualifikationsplatz drei brachte, hat das Cacau gleich anschließend die Einladung zur Asienreise der DFB-Elf eingebracht.

Am 29. Mai 2009 hat er beim Testspiel in China (1:1) in der Nationalelf debütiert. Tore in der Nationalelf sind dem Angreifer mittlerweile auch gelungen. Mit seinen zwei Treffern und dem starken Auftritt im Testspiel gegen Malta hat er sich in der deutschen Stürmerhierarchie deutlich nach oben gearbeitet. "Die anderen deutschen Angreifer haben mehr internationale Erfahrung, aber ich werde bestimmt nicht als Tourist mitfahren", sagt Cacau, der in seiner Freizeit sehr gerne Tischtennis spielt - und sich auch hier viel vorgenommen hat: "Ich habe schon gehört, dass Philipp Lahm ziemlich gut sein soll."


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