"Unsere Einwände interessieren kein Schwein"
Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 04.06.2010
Der mögliche Transport von Erdaushub aus Stuttgart 21 auf die Calwer Deponie Fuchsklinge erregt auch in Weil der Stadt die Gemüter (wir berichteten). Zehntausende Lastkraftwagen, so die Befürchtung einiger Weiler Gemeinderäte, könnten in den kommenden Jahren über Weil der Stadt Richtung Calw rollen - mit erheblichen Folgen für die Weiler Südumgehung. 2002 hatte die Stadt sie eingeweiht. Zwölf Millionen Euro kostete die Verbindungsstrecke, die seitdem die Innenstadt entlastet.
"Ein einziger 18-Tonner belastet die Straße so stark wie 17 000 Autos", sagte der SPD-Gemeinderat Josef Weber in der jüngsten Sitzung des Weiler Gemeinderats. Er befürchtet wie sein Fraktionskollege Bernhard Weisser, dass die Straße - sollte der Erdaushub wirklich über die B 295 aus Stuttgart gen Calw transportiert werden - erheblich in Mitleidenschaft gezogen würde. Auch Ulrike Lucas (SPD) hat Sorgen. Ihre Recherchen bei der Bahn förderten aber wenig Konkretes zu Tage.
Der SPD-Fraktionschef Bernhard Weisser war wie andere Weiler Gemeinderäte durch Berichte in dieser Zeitung auf die möglichen Pläne aufmerksam geworden: Mit allein 4,1 Millionen Kubikmeter Aushub rechnet man im unmittelbaren Stuttgarter Bahnhofsbereich laut einem Sprecher des milliardenschweren Projektes. Über die Schiene soll der Erdaushub zunächst zum Stuttgarter Nordbahnhof transportiert werden. Von dort, so die ursprünglichen Pläne der Bahn nach Auskunft eines Sprechers, sollte der Erdaushub dann auf der Schiene nach Lochau nahe Halle transportiert werden, um die dortigen Braunkohlegruben aufzufüllen.
Ob dies aber wirklich so erfolge, sei offen. Die europaweite Ausschreibung für den Transport des Erdaushubs laufe noch. Wohin der Aushub dann tatsächlich gehe und ob der Abtransport ab dem Logistikzentrum beim Nordbahnhof über die Schiene oder per Lastwagen erfolge, werde das Ergebnis zeigen. Auch einen Transport des Erdaushubs auf die Deponie in Calw schloss der Bahnsprecher daher nicht aus. Auf welchem Weg? Von Bahnseite gibt es dazu kein Kommentar.
Der FDP-Gemeinderat Dietmar Spreer erwartet von der Stadtverwaltung, dass alles getan wird, um einen Transport über die Weiler Südumgehung zu verhindern. "Wir dürfen hier nicht einfach ruhen, sondern müssen der Sache auf den Grund gehen", so Spreer. Er erwarte, dass der Weiler Schultes Hans-Josef Straub bei den Verantwortlichen massiv protestiere: "Wenn wir nicht bellen, dann werden wir nicht gehört." Straub hat nach eigenen Worten kein Problem damit, "das schärfste Protestschreiben aufzusetzen, das kostet mich nichts". Angesichts der Tatsache, dass die Kommunen in der Region Stuttgart aber mit ihren Einwänden bislang nicht gehört worden seien, ist er überzeugt davon, dass dies alles nichts bringen wird. "Bisher haben unsere Einwendungen kein Schwein interessiert." Nun, so mutmaßte Straub, werden "ohne jede Rücksicht einfach weitere Fakten geschaffen".
"Wenn das alles so kommt, dann sind wir die Leidtragenden", ist der SPD-Fraktionschef Weisser überzeugt. Dem widerspricht Straub nicht. Sollte die Südumgehung beschädigt werden, müsse die Stadt dafür aufkommen - denn noch ist die Straße, wie das vorgesehen ist, nicht zur Bundesstraße umgewidmet. "Wir können eine Begrenzung für Fahrzeuge ab einer Tonne machen, dann fahren die Laster aber über die Bundesstraße durch die Innenstadt", so Straub. Und während die Grünen im Ratssaal schon laut über einen Protest mittels Sitzblockade auf der Straße nachdachten, entwickelte Weisser bereits den Slogan dafür: "Stuttgart 21 - jetzt haben wir den Dreck."
"Ein einziger 18-Tonner belastet die Straße so stark wie 17 000 Autos", sagte der SPD-Gemeinderat Josef Weber in der jüngsten Sitzung des Weiler Gemeinderats. Er befürchtet wie sein Fraktionskollege Bernhard Weisser, dass die Straße - sollte der Erdaushub wirklich über die B 295 aus Stuttgart gen Calw transportiert werden - erheblich in Mitleidenschaft gezogen würde. Auch Ulrike Lucas (SPD) hat Sorgen. Ihre Recherchen bei der Bahn förderten aber wenig Konkretes zu Tage.
Der SPD-Fraktionschef Bernhard Weisser war wie andere Weiler Gemeinderäte durch Berichte in dieser Zeitung auf die möglichen Pläne aufmerksam geworden: Mit allein 4,1 Millionen Kubikmeter Aushub rechnet man im unmittelbaren Stuttgarter Bahnhofsbereich laut einem Sprecher des milliardenschweren Projektes. Über die Schiene soll der Erdaushub zunächst zum Stuttgarter Nordbahnhof transportiert werden. Von dort, so die ursprünglichen Pläne der Bahn nach Auskunft eines Sprechers, sollte der Erdaushub dann auf der Schiene nach Lochau nahe Halle transportiert werden, um die dortigen Braunkohlegruben aufzufüllen.
Ob dies aber wirklich so erfolge, sei offen. Die europaweite Ausschreibung für den Transport des Erdaushubs laufe noch. Wohin der Aushub dann tatsächlich gehe und ob der Abtransport ab dem Logistikzentrum beim Nordbahnhof über die Schiene oder per Lastwagen erfolge, werde das Ergebnis zeigen. Auch einen Transport des Erdaushubs auf die Deponie in Calw schloss der Bahnsprecher daher nicht aus. Auf welchem Weg? Von Bahnseite gibt es dazu kein Kommentar.
Der FDP-Gemeinderat Dietmar Spreer erwartet von der Stadtverwaltung, dass alles getan wird, um einen Transport über die Weiler Südumgehung zu verhindern. "Wir dürfen hier nicht einfach ruhen, sondern müssen der Sache auf den Grund gehen", so Spreer. Er erwarte, dass der Weiler Schultes Hans-Josef Straub bei den Verantwortlichen massiv protestiere: "Wenn wir nicht bellen, dann werden wir nicht gehört." Straub hat nach eigenen Worten kein Problem damit, "das schärfste Protestschreiben aufzusetzen, das kostet mich nichts". Angesichts der Tatsache, dass die Kommunen in der Region Stuttgart aber mit ihren Einwänden bislang nicht gehört worden seien, ist er überzeugt davon, dass dies alles nichts bringen wird. "Bisher haben unsere Einwendungen kein Schwein interessiert." Nun, so mutmaßte Straub, werden "ohne jede Rücksicht einfach weitere Fakten geschaffen".
"Wenn das alles so kommt, dann sind wir die Leidtragenden", ist der SPD-Fraktionschef Weisser überzeugt. Dem widerspricht Straub nicht. Sollte die Südumgehung beschädigt werden, müsse die Stadt dafür aufkommen - denn noch ist die Straße, wie das vorgesehen ist, nicht zur Bundesstraße umgewidmet. "Wir können eine Begrenzung für Fahrzeuge ab einer Tonne machen, dann fahren die Laster aber über die Bundesstraße durch die Innenstadt", so Straub. Und während die Grünen im Ratssaal schon laut über einen Protest mittels Sitzblockade auf der Straße nachdachten, entwickelte Weisser bereits den Slogan dafür: "Stuttgart 21 - jetzt haben wir den Dreck."
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