Kommentar Die Bahn steckt in der Kostenfalle
Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 04.06.2010
Nun ist die Stuttgart 21-Debatte also in den Städten und Gemeinden der Region vollends angekommen. Es geht nicht mehr nur um jenes Geld, das in der Landeshauptstadt verbaut wird, obwohl die Kommunen darben. Es geht, ganz konkret, um Lärm, Verkehr und kaputte Straßen vor der eigenen Haustür - in Althengstett und Sindelfingen, in Weil der Stadt und Renningen. Falls sich das Unternehmen schlussendlich entscheidet, den Erdaushub per Lastwagen nach Hirsau zu schicken, dann zeigt das, wie spitz mittlerweile bei dem umstrittenen Milliardenprojekt gerechnet wird. Denn eine weitere Baukostensteigerung im Vorfeld, würde das Mammutprojekt politisch unter die Erde bringen. Damit aber Züge irgendwann Stuttgart von unten ansteuern, setzt die Bahn stattdessen wohl auf Lastwagen. Zehntausende von Schwerlastern hinterlassen nicht nur Lärm und Abgase, sondern ganz andere Schäden: Kaputtgefahrene Straßen werden in diesem Fall nicht von Bauherrn von Stuttgart 21 bezahlt, sondern von den Anrainern. Es mag um ein paar Euro Ersparnis gehen - im Verhältnis zum Gesamtvolumen. Tatsächlich zeigt sich, wie sehr "Stuttgart 21" finanziell zu einem Tanz auf Messers Scheide geworden ist.
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