Vom Alteisen zum Hoffnungsträger
Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 29.06.2010
Die Diskussion um den Aushub von Stuttgart 21, der möglicherweise per Lastwagen zur alten Hirsauer Deponie Fuchsklinge gebracht wird, hat die Schienenverbindung von Weil der Stadt nach Calw wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Schließlich hatte es eine Zeit lang so ausgesehen, als ob die ständigen Verzögerungen und Kostensteigerungen beim Bau der S 60 von Renningen nach Böblingen dafür sorgen würden, dass sich niemand mehr so recht an ein weiteres S-Bahn-Erweiterungsprojekt trauen würde.
Doch angesichts der Lkw-Kolonnen, die schon bald durch den nördlichen Landkreis rumpeln könnten, wächst die Zahl der Schienenfans. Der neue Calwer Landrat Helmut Riegger und sein Böblinger Kollege Roland Bernhard befürworten schon lange die Pläne für eine Verlängerung der S-Bahnlinie S 6 von Weil der Stadt nach Calw. Auch der Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU), der Bundestagsabgeordnete Florian Toncar (FDP) oder der Landtagsabgeordnete Tobias Brenner (SPD) haben sich schon offen für das Projekt ausgesprochen. Und je mehr sich der kommunalpolitische Widerstand gegen die möglichen Lkw-Transporte formiert, desto mehr verwandeln sich auch zwischen Calw, Bad Liebenzell und Leonberg die verrotteten Schienen im Wald vom Alteisen zum Hoffnungsträger.
In der öffentlichen Wahrnehmung ist dabei eine Gemengelage entstanden: Konkret geht es zunächst nicht um den Ausbau der gesamten Strecke, sondern nur darum, eine Alternative für die Lastwagen aufzuzeigen. Diese könnte entstehen, wenn im Calwer Bahnhof eine neue Weiche gebaut und die bestehenden Gleise hinauf zur Deponie Fuchsklinge repariert würden. Dann könnte der Stuttgart 21-Aushub auch per Güterzug transportiert werden. Angenehmer Nebeneffekt für die S-Bahn-Freunde: Mit den Gleisarbeiten in Calw wäre der erste Zipfel der S-Bahn-Trasse bereits hergerichtet. "Das wäre ein erster Schritt, um die geplante Reaktivierung des Streckenabschnittes Weil der Stadt - Calw als S-Bahn-Strecke voranzubringen", argumentiert Hans-Joachim Knupfer, vom Verein Württembergische Schwarzwaldbahn (WSB).
Sollte die Bahn dagegen ihren Aushub lieber mit Lastwagen transportieren wollen, wäre das ein herber Rückschlag für das S-Bahn-Projekt. Denn dann müssten die Laster bei Althengstett die Gleise kreuzen, wofür es eine neue Brücke bräuchte. Diese ist in den bisherigen Plänen aber nicht vorgesehen. "Wer eine solche Brücke bezahlen müsste, ist noch völlig unklar und wird von den Beteiligten auch nicht diskutiert", hebt Knupfer hervor.
Die Rechnung der WSB-Vereins ist einfach: Ein Brückenbauwerk allein wäre so teuer wie die Ertüchtigung der Schienen in Calw. Davon, dass der Transport per Lastwagen billiger wäre, könne dann keine Rede mehr sein. Reihum wird nun gefordert, solche Details endlich offen zu diskutieren. Die Zeit drängt, schließlich wollen die Landräte Bernhard und Riegger noch in diesem Jahr Fördermittel für den Ausbau der S-Bahn beantragen. Dass diese wie ursprünglich geplant bereits 2015 fahren wird, glaubt nach den Erfahrungen mit der S 60 so recht niemand mehr. "Aber die Region Stuttgart braucht schließlich auch eine Vision, wie es mit dem Nahverkehrs-Schienennetz weiter geht", hebt Tobias Brenner hervor.
Doch angesichts der Lkw-Kolonnen, die schon bald durch den nördlichen Landkreis rumpeln könnten, wächst die Zahl der Schienenfans. Der neue Calwer Landrat Helmut Riegger und sein Böblinger Kollege Roland Bernhard befürworten schon lange die Pläne für eine Verlängerung der S-Bahnlinie S 6 von Weil der Stadt nach Calw. Auch der Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU), der Bundestagsabgeordnete Florian Toncar (FDP) oder der Landtagsabgeordnete Tobias Brenner (SPD) haben sich schon offen für das Projekt ausgesprochen. Und je mehr sich der kommunalpolitische Widerstand gegen die möglichen Lkw-Transporte formiert, desto mehr verwandeln sich auch zwischen Calw, Bad Liebenzell und Leonberg die verrotteten Schienen im Wald vom Alteisen zum Hoffnungsträger.
In der öffentlichen Wahrnehmung ist dabei eine Gemengelage entstanden: Konkret geht es zunächst nicht um den Ausbau der gesamten Strecke, sondern nur darum, eine Alternative für die Lastwagen aufzuzeigen. Diese könnte entstehen, wenn im Calwer Bahnhof eine neue Weiche gebaut und die bestehenden Gleise hinauf zur Deponie Fuchsklinge repariert würden. Dann könnte der Stuttgart 21-Aushub auch per Güterzug transportiert werden. Angenehmer Nebeneffekt für die S-Bahn-Freunde: Mit den Gleisarbeiten in Calw wäre der erste Zipfel der S-Bahn-Trasse bereits hergerichtet. "Das wäre ein erster Schritt, um die geplante Reaktivierung des Streckenabschnittes Weil der Stadt - Calw als S-Bahn-Strecke voranzubringen", argumentiert Hans-Joachim Knupfer, vom Verein Württembergische Schwarzwaldbahn (WSB).
Sollte die Bahn dagegen ihren Aushub lieber mit Lastwagen transportieren wollen, wäre das ein herber Rückschlag für das S-Bahn-Projekt. Denn dann müssten die Laster bei Althengstett die Gleise kreuzen, wofür es eine neue Brücke bräuchte. Diese ist in den bisherigen Plänen aber nicht vorgesehen. "Wer eine solche Brücke bezahlen müsste, ist noch völlig unklar und wird von den Beteiligten auch nicht diskutiert", hebt Knupfer hervor.
Die Rechnung der WSB-Vereins ist einfach: Ein Brückenbauwerk allein wäre so teuer wie die Ertüchtigung der Schienen in Calw. Davon, dass der Transport per Lastwagen billiger wäre, könne dann keine Rede mehr sein. Reihum wird nun gefordert, solche Details endlich offen zu diskutieren. Die Zeit drängt, schließlich wollen die Landräte Bernhard und Riegger noch in diesem Jahr Fördermittel für den Ausbau der S-Bahn beantragen. Dass diese wie ursprünglich geplant bereits 2015 fahren wird, glaubt nach den Erfahrungen mit der S 60 so recht niemand mehr. "Aber die Region Stuttgart braucht schließlich auch eine Vision, wie es mit dem Nahverkehrs-Schienennetz weiter geht", hebt Tobias Brenner hervor.
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