Kleine Wunder in Athen
Ist Stavros ein Albaner?
Rupert Koppold, veröffentlicht am 22.07.2010
Filmbeschreibung
Was man am Denkmal für die "interkulturelle Solidarität" täglich aufbaut, werde er jede Nacht wieder abreißen, droht der Grieche Stavros (Antonis Kafetzopoulos). Nach dieser exzessiven Energieleistung lässt sich der schwere Mann wieder in den Stuhl vor seinem Kiosk plumpsen und kommentiert mit den Kumpels das, was sich auf der Kreuzung ereignet. Das war bisher nicht viel. Aber nun kommt ein Bauarbeiter vorbei, den der "Patriot" genannte Hund als Albaner verbellt, aber gerade als sich die griechischen Ressentiments so richtig eingespielt haben, glaubt Stavros" Mutter, im Neuankömmling ihren verlorenen Sohn zu erkennen. Weil die alte Frau plötzlich albanisch spricht, wird auch Stavros von den Kumpeln misstrauisch beäugt: Ist er noch einer von ihnen, darf er beim TV-Fußballspiel noch die griechische Hymne mitsingen? "Kleine Wunder in Athen" ist eine gutwillige Komödie, die in den siebziger Jahren ein gutwilliges Publikum gefunden hätte. Aber jetzt stapft sie mit ihrem selbstmitleidig-schwerfälligen Helden den neuen Kinozeiten allzu weit hinterher.
Ein paar nette Ideen hat dieser Kleine-Leute-Film zu bieten, aber die inszeniert er umständlich und wiederholt sie so oft, dass sie ihren Charme verlieren. Auch mit der Aufklärung in Sachen Nationalismus macht es sich diese Wir-sind-doch-alle-irgendwie-gleich-Geschichte zu einfach. Und wenn Stavros seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht, nämlich mit traurigem Blick die Tage verhocken, wird unfreiwillig das Bild vom griechischen EU-Schmarotzer bestätigt, das wir uns nur allzu gerne gefallen lassen.
Ein paar nette Ideen hat dieser Kleine-Leute-Film zu bieten, aber die inszeniert er umständlich und wiederholt sie so oft, dass sie ihren Charme verlieren. Auch mit der Aufklärung in Sachen Nationalismus macht es sich diese Wir-sind-doch-alle-irgendwie-gleich-Geschichte zu einfach. Und wenn Stavros seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht, nämlich mit traurigem Blick die Tage verhocken, wird unfreiwillig das Bild vom griechischen EU-Schmarotzer bestätigt, das wir uns nur allzu gerne gefallen lassen.
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