Das Konzert
Die Macht der Musik und die List der Musikusse
Ruprecht Skasa-Weiß, veröffentlicht am 30.07.2010
Filmbeschreibung
Ist das ein Film für Kunstsinnige? Oder einer für die Freunde roher Unterhaltung? Beides! Darin besteht sein betörend ungehobelter Charme: dass er die Noblesse philharmonischer Galas ummünzt zur Gaunerkomödie - umgekehrt, dass er Klamauk feinnervig überführt in höchste Bravour. Aus U wird E, aus E wird U, man lacht über tölpelhafteste Scherze und hätte doch Lust, beseligt die Augen zu schließen.
Es geht um einen speziellen Fall von Hochstapelei: Künstler stapeln so hoch, wie sie früher mal standen. Abgehalfterte gewinnen den Status, den sie vor ihrer (politisch motivierten) Entlassung hatten. Wer als Russe noch die Sowjetunion erlebte, spitzt bei dieser Thematik die Ohren.
Andrej Filipov (Aleksei Guskov) weiß davon ein Lied zu singen. Einst war er gefeiert als Dirigent des Bolschoi-Orchesters - und heute? Schafft er immer noch beim Bolschoi, allerdings als Putzkraft. Seine Weigerung, jüdische Musiker zu entlassen, kostete ihn den Job. Als er, inzwischen versoffen und depressiv, mal wieder eine Probe stört (weil er das Handy abzustellen vergaß), verdonnert ihn der Chef zum Reinemachen. Umherkriechend im Büro, fällt ihm ein Fax in die Finger: Das Pariser Théâtre du Châtelet sucht händeringend Ersatz für die indisponierten Philharmoniker aus San Francisco. Ob sich Bolschoi in der Lage sehe einzuspringen? Blitzschnell begreift Filipov die Chance: Er muss nur vorgeben, er sei der Bolschoi-Chef, und zusagen - schon könnte er wieder glänzen als Dirigent, und sein altes Ensemble käme in Paris zu neuem Ruhm. Also lässt er das Fax verschwinden und kontaktiert die früheren Gefährten; die aber sind in alle Winde zerstreut - Künstler, mutiert zu Möbelpackern, Taxifahrern, Dealern.
Kein Zweifel, Radu Mihaileanus Regie bringt die Geschichte, die so schwelgerisch anhebt, ruck, zuck aufs Kellerniveau einer pfiffig-rüden Klamotte, subversiv, tölpelhaft, aber auch herzwärmend menschlich. Angefeuert von seinem Weib, schafft Filipov den Coup und erlebt an der Seine sein "väterliches" Wunder. Kitsch? Aber ja. Und doch - die Geburt der Musik aus dem Geist der Burleske. Tschaikowsky vom Feinsten.
Es geht um einen speziellen Fall von Hochstapelei: Künstler stapeln so hoch, wie sie früher mal standen. Abgehalfterte gewinnen den Status, den sie vor ihrer (politisch motivierten) Entlassung hatten. Wer als Russe noch die Sowjetunion erlebte, spitzt bei dieser Thematik die Ohren.
Andrej Filipov (Aleksei Guskov) weiß davon ein Lied zu singen. Einst war er gefeiert als Dirigent des Bolschoi-Orchesters - und heute? Schafft er immer noch beim Bolschoi, allerdings als Putzkraft. Seine Weigerung, jüdische Musiker zu entlassen, kostete ihn den Job. Als er, inzwischen versoffen und depressiv, mal wieder eine Probe stört (weil er das Handy abzustellen vergaß), verdonnert ihn der Chef zum Reinemachen. Umherkriechend im Büro, fällt ihm ein Fax in die Finger: Das Pariser Théâtre du Châtelet sucht händeringend Ersatz für die indisponierten Philharmoniker aus San Francisco. Ob sich Bolschoi in der Lage sehe einzuspringen? Blitzschnell begreift Filipov die Chance: Er muss nur vorgeben, er sei der Bolschoi-Chef, und zusagen - schon könnte er wieder glänzen als Dirigent, und sein altes Ensemble käme in Paris zu neuem Ruhm. Also lässt er das Fax verschwinden und kontaktiert die früheren Gefährten; die aber sind in alle Winde zerstreut - Künstler, mutiert zu Möbelpackern, Taxifahrern, Dealern.
Kein Zweifel, Radu Mihaileanus Regie bringt die Geschichte, die so schwelgerisch anhebt, ruck, zuck aufs Kellerniveau einer pfiffig-rüden Klamotte, subversiv, tölpelhaft, aber auch herzwärmend menschlich. Angefeuert von seinem Weib, schafft Filipov den Coup und erlebt an der Seine sein "väterliches" Wunder. Kitsch? Aber ja. Und doch - die Geburt der Musik aus dem Geist der Burleske. Tschaikowsky vom Feinsten.
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