Lieber das Bähnle jetzt, als die S-Bahn nie
Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 31.07.2010
Die Beteiligten sind die selben, nur die Rollen sind getauscht. Der Böblinger Landrat Roland Bernhard hat das Thema Schwarzwaldbahn einst in seiner Zeit als Erster Landesbeamte in Calw angestoßen. Nun dribbelt der passionierte Fußballer den Ball noch eine Ecke weiter. Sein Mitspieler ist dabei der heutige Calwer Landrat und frühere Erste Bürgermeister von Sindelfingen. Auch Helmut Riegger (CDU) hat die Verbindung in Calw zum Topthema gemacht.
Bernhard kennt wie Riegger nur allzu gut die fast schon Jahrzehnte währende Zitterpartie um den Ausbau der S 60 von Böblingen nach Renningen, bei der die Kosten explodiert sind. Der Böblinger Landrat kommt darum bei der geplanten Reaktivierung der Strecke von Weil der Stadt nach Calw auf ganz neue Ideen. Muss es denn eine S-Bahn sein?, fragt er. Eine Bahn in kommunaler Trägerschaft, wie die sehr erfolgreiche Schönbuchbahn, sei mit deutlich weniger Aufwand zu bauen, stellte Bernhard dieser Tage am Rande einer Pressekonferenz fest.
Tatsächlich ist Bernhard selbst nicht ganz unschuldig daran, dass sein neuer Kollege in Calw eine S-Bahn aufs Gleis der einstigen Schwarzwaldbahn setzen will. Schließlich würde diese einen wirtschaftlichen Betrieb sicherstellen. So steht es jedenfalls in einem gut zwei Jahre alten Gutachten, welches wiederum noch Roland Bernhard in seiner Calwer Zeit mit angestoßen hatte.
Bahnexperten hatten damals die Reaktivierung der anno 1983 stillgelegten Trasse untersucht. Um die Wirtschaftlichkeit einer Strecke zu berechnen, gibt es feste Kenngrößen, die sich aus der Zahl der erwarteten Fahrgäste und dem Aufwand für den Streckenausbau ableiten. In den Berechnungen hatte eine verlängerte S-Bahn-Linie von Stuttgart nach Calw alle anderen Optionen ausgestochen.
Alternativen wie ein Dieseltriebzug zwischen Calw und Weil oder eine verlängerte Stadtbahn aus dem Nagoldtal - ähnlich wie im Wildbader Enztal - würden laut Gutachten niemals so viele Fahrgäste anlocken wie die Verbindung mit dem Stuttgarter S-Bahn-Netz. Vor allem die Kombination aus der Linie S 6 ins Mittelzentrum Leonberg einerseits sowie der Umsteigemöglichkeit auf die S 60 zum Daimlerwerk nach Sindelfingen andererseits könnte mehr Menschen zum Bahnfahren bewegen.
Der Landrat Bernhard ist bei der Systemfrage aber nicht auf die S-Bahn festgefahren. Dafür gibt es Gründe. Viele Fachleute halten vor allem den Ausbau im S-Bahn-Standard etwa beim Neubau eines Tunnels am Schafhausener Hacksberg für problematisch, weil schlicht zu teuer. Wobei hier auch die Erfahrungen mit der technisch eigentlich unkomplizierten Rankbachbahn eine Rolle spielen (siehe Artikel unten). Das unzuverlässige Projektmanagement der Bahn verschreckt überdies die Partner in den Rathäusern und Landratsämtern.
Das Land allerdings streut ein wenig Bremssand auf die Schienenpläne. So konkret wie der Böblinger und auch der Calwer Landrat die Zukunft der Schwarzwaldbahn beschreiben, sieht das Verkehrsministerium in Stuttgart die Pläne nicht. Zwar habe es "Gespräche mit der Ministerin Tanja Gönner in konstruktiver Atmosphäre" gegeben, bestätigt ein Ministeriumssprecher. Mehr aber auch noch nicht.
Bernhard kennt wie Riegger nur allzu gut die fast schon Jahrzehnte währende Zitterpartie um den Ausbau der S 60 von Böblingen nach Renningen, bei der die Kosten explodiert sind. Der Böblinger Landrat kommt darum bei der geplanten Reaktivierung der Strecke von Weil der Stadt nach Calw auf ganz neue Ideen. Muss es denn eine S-Bahn sein?, fragt er. Eine Bahn in kommunaler Trägerschaft, wie die sehr erfolgreiche Schönbuchbahn, sei mit deutlich weniger Aufwand zu bauen, stellte Bernhard dieser Tage am Rande einer Pressekonferenz fest.
Tatsächlich ist Bernhard selbst nicht ganz unschuldig daran, dass sein neuer Kollege in Calw eine S-Bahn aufs Gleis der einstigen Schwarzwaldbahn setzen will. Schließlich würde diese einen wirtschaftlichen Betrieb sicherstellen. So steht es jedenfalls in einem gut zwei Jahre alten Gutachten, welches wiederum noch Roland Bernhard in seiner Calwer Zeit mit angestoßen hatte.
Bahnexperten hatten damals die Reaktivierung der anno 1983 stillgelegten Trasse untersucht. Um die Wirtschaftlichkeit einer Strecke zu berechnen, gibt es feste Kenngrößen, die sich aus der Zahl der erwarteten Fahrgäste und dem Aufwand für den Streckenausbau ableiten. In den Berechnungen hatte eine verlängerte S-Bahn-Linie von Stuttgart nach Calw alle anderen Optionen ausgestochen.
Alternativen wie ein Dieseltriebzug zwischen Calw und Weil oder eine verlängerte Stadtbahn aus dem Nagoldtal - ähnlich wie im Wildbader Enztal - würden laut Gutachten niemals so viele Fahrgäste anlocken wie die Verbindung mit dem Stuttgarter S-Bahn-Netz. Vor allem die Kombination aus der Linie S 6 ins Mittelzentrum Leonberg einerseits sowie der Umsteigemöglichkeit auf die S 60 zum Daimlerwerk nach Sindelfingen andererseits könnte mehr Menschen zum Bahnfahren bewegen.
Der Landrat Bernhard ist bei der Systemfrage aber nicht auf die S-Bahn festgefahren. Dafür gibt es Gründe. Viele Fachleute halten vor allem den Ausbau im S-Bahn-Standard etwa beim Neubau eines Tunnels am Schafhausener Hacksberg für problematisch, weil schlicht zu teuer. Wobei hier auch die Erfahrungen mit der technisch eigentlich unkomplizierten Rankbachbahn eine Rolle spielen (siehe Artikel unten). Das unzuverlässige Projektmanagement der Bahn verschreckt überdies die Partner in den Rathäusern und Landratsämtern.
Das Land allerdings streut ein wenig Bremssand auf die Schienenpläne. So konkret wie der Böblinger und auch der Calwer Landrat die Zukunft der Schwarzwaldbahn beschreiben, sieht das Verkehrsministerium in Stuttgart die Pläne nicht. Zwar habe es "Gespräche mit der Ministerin Tanja Gönner in konstruktiver Atmosphäre" gegeben, bestätigt ein Ministeriumssprecher. Mehr aber auch noch nicht.
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