Gute Chancen für das regionale Schienennetz
Artikel aus der Leonberger Kreiszeitung vom 31.07.2010
An vier Bahnprojekten in der Region, die auch durch den Kreis Böblingen führen, wird momentan gearbeitet: an den zwei S-Bahnprojekten S 60 (von Böblingen nach Renningen), an der Verlängerung der S 6 von Weil der Stadt nach Calw (siehe Bericht oben) sowie an der Schönbuchbahn (von Böblingen nach Dettenhausen im Kreis Tübingen) und an der Ammertalbahn (von Tübingen nach Herrenberg), die von zwei Zweckverbänden erfolgreich betrieben werden. Sie sollen ausgebaut werden. Alle Projekte sind jedoch nur zu verwirklichen, wenn Bund und Land einen großen Teil der jeweiligen Kosten übernehmen. Wie realistisch ist es, dass gleich vier Projekte im Kreis gefördert werden? Wie viel Geld ist überhaupt in den Töpfen?
Grundsätzlich gibt es einen Fördertopf des Bundes und einen des Landes. Bei Projekten mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen Euro ist der Bund zuständig. Dann tritt das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) in Kraft. Verkehrsprojekte werden mit 80 Prozent bezuschusst, wobei 60 Prozent vom Bund und 20 Prozent vom Land kommen.
Wie schwierig jedoch die Finanzierung solcher Bahnstrecken ist, zeigt die schier unendliche Geschichte der S 60, die eigentlich im Jahr 2002 in Betrieb gehen sollte. Nun ist im Juni ein Teilbetrieb eröffnet worden. Der weitere Ausbau hängt am Geld. Die geplanten 80 Millionen Euro Baukosten sind auf 150 Millionen Euro gestiegen. Der Bund hat die Mehrkosten bei diesem Betrag gedeckelt. Erst wenn die Finanzierung steht, geht es mit dem Bau weiter. Auch die Verlängerung der S 6 fällt vom Volumen her - erste Berechnungen gehen von 80 Millionen Euro aus - in die Bundesförderung.
Bei Projekten mit einem Volumen unter 50 Millionen Euro ist das Land der Ansprechpartner. Es finanziert Bahnprojekte mit 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Sowohl die Ammertal- als auch die Schönbuchbahn fallen darunter. Im Landestopf befinden sich nach Auskunft eines Sprechers des Umwelt- und Verkehrsministeriums jährlich 165 Millionen Euro, die jedoch für alle Verkehrsprojekte, also auch Straßen, verwendet werden. Das hört sich nach viel an. Doch der Sprecher schränkt ein: "Wir haben laufende Baumaßnahmen, die daraus finanziert werden." Verteilt würde das Geld nach dem Prinzip "wer zuerst kommt . . . ". Eine Kosten-Nutzen-Analyse muss die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme bestätigen. Die Schönbuchbahn erfüllt dieses Kriterium.
Die Aussichten für eine Landesförderung sowohl für die Ammertal- als auch die Schönbuchbahn seien trotz des relativ leeren Landestopfes groß, sagen Experten. Denn auf beiden Strecken gibt es seit Jahren steigende Fahrgastzahlen, die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Zudem handelt es sich um überschaubare Projekte: Auf 28,5 Millionen Euro belaufen sich die Investitionskosten für die Schönbuchbahn ohne die Loks, auf rund 40 Millionen Euro die der Ammertalbahn.
Der Böblinger Landrat Roland Bernhard hat eine klare Prioritätenliste: Zunächst die S 60 voranbringen und dann die Schönbuchbahn. Auch der Verlängerung der S 6 steht er positiv gegenüber. Die Ammertalbahn hingegen hält er für wünschenswert, aber nicht dringlich.
Grundsätzlich gibt es einen Fördertopf des Bundes und einen des Landes. Bei Projekten mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen Euro ist der Bund zuständig. Dann tritt das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) in Kraft. Verkehrsprojekte werden mit 80 Prozent bezuschusst, wobei 60 Prozent vom Bund und 20 Prozent vom Land kommen.
Wie schwierig jedoch die Finanzierung solcher Bahnstrecken ist, zeigt die schier unendliche Geschichte der S 60, die eigentlich im Jahr 2002 in Betrieb gehen sollte. Nun ist im Juni ein Teilbetrieb eröffnet worden. Der weitere Ausbau hängt am Geld. Die geplanten 80 Millionen Euro Baukosten sind auf 150 Millionen Euro gestiegen. Der Bund hat die Mehrkosten bei diesem Betrag gedeckelt. Erst wenn die Finanzierung steht, geht es mit dem Bau weiter. Auch die Verlängerung der S 6 fällt vom Volumen her - erste Berechnungen gehen von 80 Millionen Euro aus - in die Bundesförderung.
Bei Projekten mit einem Volumen unter 50 Millionen Euro ist das Land der Ansprechpartner. Es finanziert Bahnprojekte mit 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Sowohl die Ammertal- als auch die Schönbuchbahn fallen darunter. Im Landestopf befinden sich nach Auskunft eines Sprechers des Umwelt- und Verkehrsministeriums jährlich 165 Millionen Euro, die jedoch für alle Verkehrsprojekte, also auch Straßen, verwendet werden. Das hört sich nach viel an. Doch der Sprecher schränkt ein: "Wir haben laufende Baumaßnahmen, die daraus finanziert werden." Verteilt würde das Geld nach dem Prinzip "wer zuerst kommt . . . ". Eine Kosten-Nutzen-Analyse muss die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme bestätigen. Die Schönbuchbahn erfüllt dieses Kriterium.
Die Aussichten für eine Landesförderung sowohl für die Ammertal- als auch die Schönbuchbahn seien trotz des relativ leeren Landestopfes groß, sagen Experten. Denn auf beiden Strecken gibt es seit Jahren steigende Fahrgastzahlen, die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Zudem handelt es sich um überschaubare Projekte: Auf 28,5 Millionen Euro belaufen sich die Investitionskosten für die Schönbuchbahn ohne die Loks, auf rund 40 Millionen Euro die der Ammertalbahn.
Der Böblinger Landrat Roland Bernhard hat eine klare Prioritätenliste: Zunächst die S 60 voranbringen und dann die Schönbuchbahn. Auch der Verlängerung der S 6 steht er positiv gegenüber. Die Ammertalbahn hingegen hält er für wünschenswert, aber nicht dringlich.
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