Eine Karte der Klänge von Tokio
Im Reich der Zeichen
Ulrich Kriest, veröffentlicht am 05.08.2010
Filmbeschreibung
Was für ein prächtiger, vielversprechender Filmtitel! Da schnalzt der Cineast mit der Zunge und denkt sogleich an Chris Markers legendären Essayfilm "Sans Soleil", vielleicht auch an Wim Wenders" "Tokyo-Ga" oder an Ridley Scotts "Black Rain". Das Mysterium Tokio präsentiert sich als eine riesengroße Projektionsfläche des Westens, als ein Reich der Zeichen, schwebend zwischen Tradition und Postmoderne, angefüllt mit Geschichten, kulinarischen Extravaganzen wie Nacktsushi und seltsamen Bräuchen wie Depeche-Mode-Karaoke. Der Kameramann Jean-Claude Larrieu lässt den Blick schweifen und findet dabei kunstsinnige Einstellungen, die stets aufs Neue für diesen Film einnehmen.
Der erzählt eine ganz einfache Liebesgeschichte, die in Bewegung kommt, weil ein mächtiger Vater den Verantwortlichen für den Selbstmord seiner Tochter zu kennen glaubt und eine Auftragskillerin auf den Mann, einen spanischen Weinhändler, ansetzt. Leider verliebt sich die Killerin, die nachts auf dem Fischmarkt arbeitet, in ihr Opfer. Dazu gesellt sich ein raunender Off-Erzähler, der dem Leben der Killerin melancholisch nachspürt und zugleich - wie der Tontechniker in Wenders" "Lisbon Story" - der Stadt ihre akustischen Sensationen abringt. So durchdringen sich hier Trauer und Melancholie, Erotik und Verbrechen, in wunderschönen Bildern, unterlegt mit einem so erlesenen Soundtrack, wie man ihn sonst nur von Wong Kar-Wei kennt. Ob man das Ganze für kalkulierten Edel-Arthaus-Kitsch oder für großes Gefühlskino hält, liegt wohl im Auge des Betrachters. Vielleicht läuft ja beides ohnehin auf dasselbe hinaus.
Der erzählt eine ganz einfache Liebesgeschichte, die in Bewegung kommt, weil ein mächtiger Vater den Verantwortlichen für den Selbstmord seiner Tochter zu kennen glaubt und eine Auftragskillerin auf den Mann, einen spanischen Weinhändler, ansetzt. Leider verliebt sich die Killerin, die nachts auf dem Fischmarkt arbeitet, in ihr Opfer. Dazu gesellt sich ein raunender Off-Erzähler, der dem Leben der Killerin melancholisch nachspürt und zugleich - wie der Tontechniker in Wenders" "Lisbon Story" - der Stadt ihre akustischen Sensationen abringt. So durchdringen sich hier Trauer und Melancholie, Erotik und Verbrechen, in wunderschönen Bildern, unterlegt mit einem so erlesenen Soundtrack, wie man ihn sonst nur von Wong Kar-Wei kennt. Ob man das Ganze für kalkulierten Edel-Arthaus-Kitsch oder für großes Gefühlskino hält, liegt wohl im Auge des Betrachters. Vielleicht läuft ja beides ohnehin auf dasselbe hinaus.
Mehr StZ Filmkritiken
I want to run - Das härteste Rennen der Welt 64 Tage lang dem Glück nachlaufen
Ein ruhiges Leben Blutspur in der Provinz
The Yellow Sea Letzte Zockerchance
Janosch - Komm, wir finden einen Schatz! 3D So schön könnte das Leben sein
Moonrise Kingdom Die ernsten Spiele der Kindheit
Die Farbe des Ozeans Grenzgebiete
Kill Me Please Die Verwöhnten und der Tod
Die Kunst zu lieben Sex ist anstrengend
Lachsfischen im Jemen Dr. Jones und die Liebe
Marley Der Star aus Jamaika
Our Idiot Brother Wer Gras an die Polizei verkauft
Alle Artikel anzeigen
Anzeigen
Was möchten Sie unternehmen?
Wann möchten Sie etwas unternehmen?

Monat

| Heute | Morgen | Akt. Woche |
| MO | DI | MI | DO | FR | SA | SO |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
Highlights am 28.05.
SWR Sommerfestival 2012: Best of SWR1 Pop und Poesie in Concert - Neues Schloss
Legendäre Meisterwerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg - Landesmuseum Württemberg
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten
Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.




