Trotz Kritik in Deutschland Google kündigt Street-View-Start an
dpa, veröffentlicht am 10.08.2010
Berlin - Trotz anhaltender Kritik will Google bis Ende des Jahres seinen Kartendienst Street View auch in Deutschland starten. Das Angebot mit der lückenlosen Darstellung von Straßenzügen und Häusern wird zunächst für 20 Städte eingeführt, darunter Mannheim und Stuttgart, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Mieter und Hausbesitzer sollen vorher mit einem Online- Formular die Gelegenheit bekommen, ihr Gebäude unkenntlich zu machen.
Diese Möglichkeit werde Anfang nächster Woche bereitgestellt, sagte der Google-Beauftragte für den Datenschutz in Deutschland, Per Meyerdierks. Die Bewohner der 20 Städte mit dem Street-View-Angebot haben dann etwa "vier Wochen Zeit, um über dieses Tool Widersprüche anzumelden". Neben dem Online-Widerspruch kann man auch mit einem Brief Einspruch gegen die Veröffentlichung der Aufnahmen einlegen. Das Bild des entsprechenden Gebäudes wird dann nach Angaben von Google unkenntlich gemacht.
Die Entwicklung des Online-Werkzeugs für das Einlegen eines Widerspruchs sei eng mit dem Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar abgestimmt worden, sagte Meyerdierks. Die Möglichkeit zum Widerspruch bereits vor Veröffentlichung der Aufnahmen gehört zu einem 13-Punkte-Plan, den Google mit den Datenschützern vereinbart hat. Die Bearbeitung der Widersprüche werde einige Wochen in Anspruch nehmen, sagte eine Google-Sprecherin. Danach werde das Angebot online gestellt. Ziel sei November.
Schon früh haben die Pläne für Street View zu heftiger Kritik geführt. Bürger befürchten, das Angebot könnte für kriminelle Zwecke wie den Einbruch in Häusern missbraucht werden. Die Kritik wurde noch lauter, nachdem im Mai bekanntgeworden war, dass bei den Kamerafahrten für Street View auch Daten aus offenen Funknetzen miterfasst und von Google gespeichert wurden.
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Schon früh haben die Pläne für Street View zu heftiger Kritik geführt. Bürger befürchten, das Angebot könnte für kriminelle Zwecke wie den Einbruch in Häusern missbraucht werden. Die Kritik wurde noch lauter, nachdem im Mai bekanntgeworden war, dass bei den Kamerafahrten für Street View auch Daten aus offenen Funknetzen miterfasst und von Google gespeichert wurden.
Kommentare (1)
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TEW,
12.08.2010
Ganz schön clever
Natürlich muss man Google mit seiner Medien- und Datenmacht kritisch auf die Finger schauen. Auf jeden Fall ist Street View eine clevere Idee, Google Maps attraktiver zu machen und neue Werbemöglichkeiten zu schaffen. Man bedient sich des öffentlichen Raumes, der jedem zusteht. Es ist nun mal rechtens, in öffentlichen Räumen zu fotografieren und Häuserfassaden abzulichten. Was hat das mit Verletzung des Persönlichkeitsrechtes zu tun? Wenn ein Touristenbus vor meinem Haus hält und es wird zigfach fotografiert (weil es so schön ist) so what? Nur wer über den Zaun steigt, macht sich strafbar. Dass in D so hysterisch überreagiert wird ist typisch. Jeder, absolut jeder darf vom öffentlichen Raum einsehbare Fassaden fotografieren und auch veröffentlichen. Der Einwand, man erleichtere damit Kriminalität ist lächerlich! Jeder Dieb wird sich (leider) einen aktuellen Eindruck verschaffen, denn das Googlematerial veraltet ja auch sehr schnell. Auch der Nordflügel des Hbf. eignet sich in Kürze nicht mehr für deren Zwecke in der von Google erfassten Form. Ach ja Stadtpläne gehören eigentlich auch verboten, denn Kriminelle könnten sie zur Fluchtplanung nutzen. Was soll der Quatsch? Deutsche werden leider Gottes immer fortschrittsabweisender. Vielleicht liegt das auch an einer Überalterung unserer Gesellschaft, dass man Neues (siehe S21!) immer erst abweist, sämtliche Restrisiken ausdiskutiert ohne die grossen Chancen zu sehen. Wir werden ein Land ohne Zukunft, wenn sich diese Denkweise durchsetzt
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