Kommentar zu Street View Google rückt uns auf die Pelle

Ricarda Stiller, veröffentlicht am 10.08.2010


Stuttgart - Es geht wirklich niemanden etwas an, wie groß der Swimmingpool im Garten ist, welche Farbe der Sonnenschirm hat und wie viele Personen sich zum Zeitpunkt der Aufnahme auf Liegestühlen aalten. Doch genau diese Informationen können wir bereits seit dem Jahr 2005 kostenlos und kinderleicht abrufen.



Weitere Artikel
zum Thema
Damals gingen nämlich Google Maps » und Google Earth » mit Satellitenaufnahmen online. Kaum jemand hat sich darüber beschwert. Ganz im Gegenteil. Begeistert berichteten sowohl Medien als auch Privatpersonen von der Möglichkeit, am heimischen Computer um die Welt zu surfen und ganz nah heranzuzoomen. Für Luftaufnahmen bedarf es keinerlei Genehmigung. Der Dienst ist auch heute noch weitgehend akzeptiert, obwohl es durchaus fragwürdig ist, wie viele Informationen mit Straßenkarten und Bildern verknüpft werden sollten.

Mit Street View rückt uns der Suchmaschinenkonzern anscheinend zu nah auf die Pelle. Während wir es toll finden, die Eckkneipe in Rom virtuell zu besuchen und das Hotel in Paris aus der Ferne zu betrachten, möchten wir nicht, dass umgekehrt jemand nach Stuttgart schaut. Bald können wir aber auch dreidimensional über den Schlossplatz schlendern. Und das Verblüffende ist: wir werden kaum etwas entdecken, was wir nicht auch bei einem ganz realen Spaziergang sehen würden.


Kommentare (5)
Anzeigen
jps-mm,
15.08.2010
Koalition über Aigner verärgert
Die FDP attackiert barsch das Verbraucherschutzministerium - für Aigners angeblich planloses Verhalten beim angekündigten Start von Google Street View.

Berlin – Das schwarz-gelbe Regierungsbündnis hat sein nächstes Streitthema gefunden, das zu einem ernsthaften Koalitionskrach führen könnte. In der Debatte um den Datenschutz beim Internetdienst „Street View“ des US-Netz-Giganten Google attackiert nun die FDP das CSU-geführte Verbraucherschutzministerium. Ministerin Ilse Aigner habe „durch ihr Verhalten in der Vergangenheit in Sachen Google Street View bei der Bevölkerung Erwartungen geweckt, von denen sie hätte wissen müssen, dass sie sie nicht erfüllen können wird“, sagte die stellvertretende FDP-Fraktionschefin Gisela Piltz am Donnerstag der Frankfurter Rundschau: „Es stellt sich die Frage, was Frau Aigner zum Schutz der Privatsphäre in puncto Google bislang auf den Weg gebracht hat?“

Hintergrund der barschen Kritik von liberaler Seite ist das Auftreten Aigners in der Street-View-Debatte. Ihr Ministerium konnte auch am Tag nach der Google-Ankündigung, den Stadtplandienst demnächst in den 20 größten Städten Deutschlands einführen zu wollen, keine Antworten auf naheliegende Fragen geben. Man wolle „so schnell wie möglich“ Auskunft geben, sagte eine Sprecherin der FR. Allerdings befinde man sich noch in der internen Abstimmung, die bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe andauerte.

So blieb etwa bis zuletzt unklar, ob und wie das Verbraucherschutzministerium den Worten Aigners Taten folgen lässt. Die CSU-Ministerin hatte erklärt, sie werde genau kontrollieren, ob auch tatsächlich alle Widersprüche gegen die Aufnahme von fotografierten Hausfassaden in das „Street View“-Angebot im Internet berücksichtigen werden. Nun stellte sich jedoch heraus, dass es für eine effektive Kontrolle des US-Internet-Unternehmens keine gesetzliche Grundlage gibt.

Auch in Regierungskreisen wurde Aigners Gebaren mit zunehmender Verärgerung aufgenommen. „Wir haben uns blenden lassen vom selbstbewussten Auftreten der Ministerin“, die seit Monaten das Thema Datenschutz im Internet verbal hochhalte, hieß es. Tatsächlich habe Aigner den Google-Vorstoß „verpennt“.

http://www.fr-online.de/politik/koalition-ueber-aigner-veraergert/-/1472596/4552806/-/index.html
Weitere Artikel

Alle Artikel anzeigen
Aktuelle Videos


Veranstaltungen

28.05. | Verschiedene Orte

19. Deutscher Mühlentag

Es klappert die Mühle... mehr
Finden Sie
Heute können Sie aus 158 Veranstaltungsterminen auswählen

Sie suchen eine neues Zuhause?

Wir haben Sie alle! Mieten oder kaufen, Wohnung oder Haus. In Baden-Württembergs bedeutendstem Immobilienmarkt finden Sie Angebote aus Stuttgart, der Region und dem Rest der Republik.
zur Immobiliensuche
StZ digital
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
Für Abonnenten

Für Käufer
Hier können sie sich über Preise informieren, Abos abschließen oder Einzelexemplare kaufen.