Das A-Team - Der Film
Colonel Hannibals Allmachtstruppe
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 12.08.2010
Filmbeschreibung
Fallschirmspringen soll gar keine so gefährliche Angelegenheit sein, vorausgesetzt, man faltet das riesige Stück Stoff mit seinen vielen Fäden vorher sorgsam, damit es nicht aussieht wie das Knäuel Ladegerätekabel, das einer in irgendeiner Schublade weggesperrt hat. Was man aber unterlassen sollte, lehrt uns Joe Carnahans Actionkomödie "Das A-Team", ist der Sprung aus dem Flugzeug in einem Kampfpanzer. So ein Fallschirm, selbst ein großer, und ein Panzer sind einfach nicht füreinander bestimmt. Man kann bei dieser Art Absprung dann schnell, wie der von Liam Neeson gespielte Colonel Hannibal und sein Team aus Elitesoldaten, Kanone voran erdwärts rasen.
Andererseits: wenn man ein so cooler Hund ist wie Colonel Hannibal, der unablässig damit prahlt, dass er für alles einen Plan habe, ist auch so ein Sturz nur ein Sprung vom Dreier. Hannibal gibt Kommandos, lässt den Turm drehen und in verschiedene Richtungen feuern, auf dass der Panzer sich dank der Rückstöße durch die Luft bewege. So manövriert Hannibal sich Wumms um Wumms über einen See, in den der Koloss dann platschend eintaucht.
Auch wenn die Frage, wie unangenehm so ein Wasseraufprall ohne Airbag für die Panzerbesatzung wohl wäre, nun jedem im Kopf umgeht - das eben Geschilderte ist nicht nur die mit Abstand unterhaltsamste Szene des Films "Das A-Team", sondern auch die vernünftigste und nachvollziehbarste. Diese Kinoadaption einer alten Fernsehserie rast, albert und kracht beständig vor sich hin. Der koffeinjunkieartige Schnitt und der zuckerschockhippelige Wechsel der Einstellungsgrößen zerhäckseln jeden Sinn für Raum, Zeit und Logik. Die Abziehbildchenfiguren bieten mit ihrem Herumgequatsche, das mit der alle Splitter und Fetzen zermörsernden Filmmusik verschwimmt, keinerlei Anknüpfungspunkte für Mitgefühl oder Neugier.
Adaptionen von TV-Serien, auch von geliebten Klassikern mit Potenzial für eine Leinwandumsetzung, gehen regelmäßig schief, man denke nur an die Desaster "Mit Schirm, Charme und Melone", "Lost in Space" oder "Familie Feuerstein". An "Das A-Team" aber überrascht zweierlei. Zum einen, dass dieser hanebüchene Versuch eines Kassenknüllers, der seinem Publikum gar nichts mehr zutraut, auf den Hacken von Christopher Nolans "Inception" ins Kino kommt. Er ist das brummdumme Gegenstück zu Nolans Großproduktion, die höchst erfolgreich darauf setzt, dass wir im Kino zwar staunen, aber nicht bloß gaffen wollen, dass wir uns gerne durch Fantasiewelten tragen lassen, aber innerhalb dieser Welten einen menschlichen Maßstab finden möchten.
Zum anderen überrascht, oder stößt uns vor den Kopf, dass der Regisseur Joe Carnahan ("Narc", "Smokin" Aces") nicht einmal die Kontrolle zu verlieren scheint. Der sinnfreie Trubel wird so geschäftig umherqequirlt, als liefere Carnahan genau den Film ab, der ihm von den Produzenten aufgetragen wurde. Liam Neeson, Bradley Cooper, Quinton Jackson und Sharlto Copley als Hallodri-Truppe versagen auch nicht in ihren Rollen, sie scheinen Anweisungen auszuführen: so zu wirken, als seien Kritzelmännchen von der Randspalte eines Schulheftes zu Lebensgröße aufgesprungen.
In der TV-Serie bestand das A-Team noch aus Vietnamveteranen, nun haben wir es mit Golfkriegern zu tun. Die werden hereingelegt, sollen Saddams Kriegern gestohlene Dollardruckplatten abnehmen und stehen plötzlich selbst als Verbrecher da. Im Verlauf ihres Kampfes um Rehabilitierung soll uns zweierlei vermittelt werden. Zum einen die spaßjohlende Kompetenz amerikanischer Militärrecken, die aus jeder Falle einen Ausweg finden, die jeden Gegner wegballern. Zum anderen die Fiesheit des Militärs, wie überhaupt der ganzen ominösen Obrigkeit. Das Establishment wird als intriganter, repressiver Apparat vorgeführt, der den letzten echten Männern das Leben schwermacht, ja, sie auszuschalten versucht.
Sowohl Heldensehnsucht wie Paranoia kann man als verständliche Reaktion auf den realen Schlamassel der amerikanischen Politik sehen. Aber Hollywood weiß nicht, wie es Allmacht- und Ohnmachtsgefühle glaubhaft zusammenfügen soll. Angesichts dieser Überforderung flüchtet sich "Das A-Team" vorsätzlich in den lärmenden, flackernden Wahnsinn.
Andererseits: wenn man ein so cooler Hund ist wie Colonel Hannibal, der unablässig damit prahlt, dass er für alles einen Plan habe, ist auch so ein Sturz nur ein Sprung vom Dreier. Hannibal gibt Kommandos, lässt den Turm drehen und in verschiedene Richtungen feuern, auf dass der Panzer sich dank der Rückstöße durch die Luft bewege. So manövriert Hannibal sich Wumms um Wumms über einen See, in den der Koloss dann platschend eintaucht.
Auch wenn die Frage, wie unangenehm so ein Wasseraufprall ohne Airbag für die Panzerbesatzung wohl wäre, nun jedem im Kopf umgeht - das eben Geschilderte ist nicht nur die mit Abstand unterhaltsamste Szene des Films "Das A-Team", sondern auch die vernünftigste und nachvollziehbarste. Diese Kinoadaption einer alten Fernsehserie rast, albert und kracht beständig vor sich hin. Der koffeinjunkieartige Schnitt und der zuckerschockhippelige Wechsel der Einstellungsgrößen zerhäckseln jeden Sinn für Raum, Zeit und Logik. Die Abziehbildchenfiguren bieten mit ihrem Herumgequatsche, das mit der alle Splitter und Fetzen zermörsernden Filmmusik verschwimmt, keinerlei Anknüpfungspunkte für Mitgefühl oder Neugier.
Adaptionen von TV-Serien, auch von geliebten Klassikern mit Potenzial für eine Leinwandumsetzung, gehen regelmäßig schief, man denke nur an die Desaster "Mit Schirm, Charme und Melone", "Lost in Space" oder "Familie Feuerstein". An "Das A-Team" aber überrascht zweierlei. Zum einen, dass dieser hanebüchene Versuch eines Kassenknüllers, der seinem Publikum gar nichts mehr zutraut, auf den Hacken von Christopher Nolans "Inception" ins Kino kommt. Er ist das brummdumme Gegenstück zu Nolans Großproduktion, die höchst erfolgreich darauf setzt, dass wir im Kino zwar staunen, aber nicht bloß gaffen wollen, dass wir uns gerne durch Fantasiewelten tragen lassen, aber innerhalb dieser Welten einen menschlichen Maßstab finden möchten.
Zum anderen überrascht, oder stößt uns vor den Kopf, dass der Regisseur Joe Carnahan ("Narc", "Smokin" Aces") nicht einmal die Kontrolle zu verlieren scheint. Der sinnfreie Trubel wird so geschäftig umherqequirlt, als liefere Carnahan genau den Film ab, der ihm von den Produzenten aufgetragen wurde. Liam Neeson, Bradley Cooper, Quinton Jackson und Sharlto Copley als Hallodri-Truppe versagen auch nicht in ihren Rollen, sie scheinen Anweisungen auszuführen: so zu wirken, als seien Kritzelmännchen von der Randspalte eines Schulheftes zu Lebensgröße aufgesprungen.
In der TV-Serie bestand das A-Team noch aus Vietnamveteranen, nun haben wir es mit Golfkriegern zu tun. Die werden hereingelegt, sollen Saddams Kriegern gestohlene Dollardruckplatten abnehmen und stehen plötzlich selbst als Verbrecher da. Im Verlauf ihres Kampfes um Rehabilitierung soll uns zweierlei vermittelt werden. Zum einen die spaßjohlende Kompetenz amerikanischer Militärrecken, die aus jeder Falle einen Ausweg finden, die jeden Gegner wegballern. Zum anderen die Fiesheit des Militärs, wie überhaupt der ganzen ominösen Obrigkeit. Das Establishment wird als intriganter, repressiver Apparat vorgeführt, der den letzten echten Männern das Leben schwermacht, ja, sie auszuschalten versucht.
Sowohl Heldensehnsucht wie Paranoia kann man als verständliche Reaktion auf den realen Schlamassel der amerikanischen Politik sehen. Aber Hollywood weiß nicht, wie es Allmacht- und Ohnmachtsgefühle glaubhaft zusammenfügen soll. Angesichts dieser Überforderung flüchtet sich "Das A-Team" vorsätzlich in den lärmenden, flackernden Wahnsinn.
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