Das letzte Schweigen
Schwärender Sommer
Rupert Koppold, veröffentlicht am 19.08.2010
Filmbeschreibung
Ein Student schaut dem Treiben auf einem Spielplatz zu. Der Hausmeister des Wohnblocks erkennt diese Blicke, er lädt den jungen Mann ein, sie geilen sich wortlos an Pädophilenpornos auf. Dann fahren sie auf einem Feldweg einem radelnden Mädchen hinterher ... Gut zwanzig Jahre später geschieht erneut ein Mord, der wie die Kopie des alten Verbrechens wirkt. Und wie unter einer Glasglocke läuft nun eine figurenreiche und komplexe Geschichte von heimlichen Lüsten und Sehnsüchten ab, von schrecklicher Liebe und verdrängtem Leid. Eine Sommergeschichte, in der die Sonne aber nicht strahlt, sondern lastet und schwärt.
Schon in seinem Debütfilm "Unter der Sonne" (2006) hat der Regisseur Baran Bo Odar von einem Verbrechen erzählt, das unaufhaltsam aus der Hitze hervorkroch. Eine vielversprechende Talentprobe war das, der nun ein mit Schauspielern wie Wotan Wilke Möhring, Katrin Sass, Burghart Klaußner, Sebastian Blomberg und Ulrich Thomsen ein fast schon spektakulär besetztes Meisterstück folgen sollte.
Tatsächlich schafft Odar es auch hier, Personen zu charakterisieren, Spannung aufzubauen, Atmosphäre zu schaffen. Doch so exzellent die einzelnen Teile inszeniert sind, im Großen und Ganzen will dieser Film zu viel. Fast jede Einstellung giert nach Bedeutung, fast jeder Ton hört sich nach schwerem Schicksal an, fast jeder Protagonist - von den Eltern der Opfer über den Kommissar bis hin zum Täter - erweist sich als Sammelstelle für beschädigtes Leben. Nein, ein Meisterstück ist "Das letzte Schweigen" nicht geworden. Aber mit all seinen Macken interessanter als manches, was so rund und routiniert dahinläuft.
Schon in seinem Debütfilm "Unter der Sonne" (2006) hat der Regisseur Baran Bo Odar von einem Verbrechen erzählt, das unaufhaltsam aus der Hitze hervorkroch. Eine vielversprechende Talentprobe war das, der nun ein mit Schauspielern wie Wotan Wilke Möhring, Katrin Sass, Burghart Klaußner, Sebastian Blomberg und Ulrich Thomsen ein fast schon spektakulär besetztes Meisterstück folgen sollte.
Tatsächlich schafft Odar es auch hier, Personen zu charakterisieren, Spannung aufzubauen, Atmosphäre zu schaffen. Doch so exzellent die einzelnen Teile inszeniert sind, im Großen und Ganzen will dieser Film zu viel. Fast jede Einstellung giert nach Bedeutung, fast jeder Ton hört sich nach schwerem Schicksal an, fast jeder Protagonist - von den Eltern der Opfer über den Kommissar bis hin zum Täter - erweist sich als Sammelstelle für beschädigtes Leben. Nein, ein Meisterstück ist "Das letzte Schweigen" nicht geworden. Aber mit all seinen Macken interessanter als manches, was so rund und routiniert dahinläuft.
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Highlights am 28.05.
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