Stuttgarter Zeitung online | Zeitungsgruppe Stuttgart |  Sonntag, 12. Februar 2012

Kino


Das Leben ist zu lang

Filmemachers Selbstzerfleischung

Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 26.08.2010
Filmbeschreibung
Komödien übers Filmgeschäft bieten oft vergnügliche Selbstzerfleischung. Schließlich sind wir alle ein wenig neidisch aufs glamourös-kreative Leben und wollen vorgeführt bekommen, dass hinter der Fassade des Traumfabrikantentums Heuchelei, Bosheit und Hysterie gären. Auch Dani Levys "Das Leben ist zu lang" ist immer wieder mal lustig: wenn der Filmemacher Alfred Seliger (den Markus Hering als Zuspitzung der früher von Levy selbst gespielten Figuren anlegt) beim Versuch aufläuft, ein Projekt finanziert zu bekommen. Dass Levys Film, der wohl auch eine Hommage an Woody Allen sein soll, ansonsten nicht funktioniert, liegt nicht an seiner Grundstruktur: dass Seligers Frau (Meret Becker) ihn verlassen will, die Kinder ihn verachten, der Psychiater ihn satthat. Es liegt am schlechten Timing, den vielen Patzern, den unerklärlichen Dürftigkeiten, wie Veronica Ferres" scheiterndem Versuch, mit osteuropäischem Akzent zu sprechen.
 


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