Enter the Void

Sex und Drogen und Langeweile

Rupert Koppold, veröffentlicht am 26.08.2010
Filmbeschreibung
Ich zeige euch die wahre Welt, vor der ihr feige die Augen verschließt! Mit dieser Attitüde hat Gaspar Noé uns in "Irreversible" eine neunminütige Vergewaltigungsszene vorgesetzt, mit ihr führt er nun in "Enter the Void" auf einen Trip durch Sex, Drogen, Gewalt und Tod. Der in Tokio dealende Oscar (Nathaniel Brown) wird erschossen, sein Geist fährt aus dem Körper und folgt nun inzestsüchtig - und in schnittfrei subjektiver Kamerafahrt - seiner strippenden Schwester Linda (Paz de la Huerta) durchs neonblinkende Rotlichtviertel. Wobei diese Kamera immer wieder ab- und eintaucht, in Nightclubs, Love-Hotels, Lampen, Abflussrohre, Körper und sogar in eine Vagina. Dies alles will etwas sagen, will Kunst und Philosophie sein, ist aber eine unerträglich manierierte Mischung aus existentialistischem Raunen und Reinkarnationsmystik, die sich zur 162 Minuten dicken Spekulationsblase bläht.
 


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