Von der Idylle bis hin zu hohen Gefängnismauern
Artikel aus der Nord-Rundschau vom 31.08.2010
Stammheim? Steht da nicht die berühmt-berüchtigte Justizvollzugsanstalt? Ja, stimmt. Aber der Stuttgarter Stadtteil hat noch vieles mehr zu bieten. Wer das nicht weiß, für den ist es an der Zeit, einmal den Stammheimer Rundwanderweg auszuprobieren. Zehn Kilometer ist er lang und führt rund um den ganzen Stadtteil. Durch Wald und Streuobstwiesen, entlang der verschiedenen Wohngebiete. Geeignet ist der Weg für Jung und Alt - die Steigungen sind moderat, die Wege alle asphaltiert oder mindestens geschottert. Für Kinderwagen also kein Problem, als Anreiz für die Nachwuchswanderer gibt es zudem eine handvoll Spielplätze am Wegesrand. Und die älteren Semester können sich auf zahlreiche Ruhebänke freuen. Des Weiteren laden die verschiedenen Vereinsgaststätten zur Einkehr ein. Die Orientierung ist zudem meistens kein Problem: Der Weg ist gut ausgeschildert. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Karte auf dieser Seite mitnehmen oder sich den Flyer zum Stammheimer Rundwanderweg besorgen. Dieser wurde gerade neu gestaltet, bietet einige Informationen und liegt in Geschäften, im Bezirksrathaus, in der Bücherei sowie im Heimatmuseum aus.
Die offizielle Beschreibung beginnt an der Stadtbahnhaltestelle Heutingsheimer Straße. Ob man sich nun Richtung Marco-Polo-Weg oder Richtung Heutingsheimer Straße hält, ist egal: "Wir haben den Weg so beschildert, dass man ihn in beide Richtungen laufen kann", sagt Martin Hechinger, der Vorsitzende des Stammheimer Bürgervereins. Der Verein hat den Rundwanderweg 1988 eingerichtet und pflegt ihn seitdem: "Damit der Ort in seiner Gesamtheit erlebbar wird." Am Marco-Polo-Weg führen einen die Schilder Richtung Lärmschutzwall. Es lohnt sich jedoch, noch einige Meter in den Marco-Polo-Weg hineinzulaufen. Dort befindet sich auf der linken Seite eines der schönsten Jugendhäuser in Stuttgart. Das 1989 errichtete Gebäude in Form eines Dinosauriers wurde mit dem Baden-Württembergischen Holzbaupreis ausgezeichnet.
Der eigentliche Rundwanderweg führt am mit 1,2 Kilometer längsten Lärmschutzwall Stuttgarts entlang. Wer das Rauschen des Verkehrs ausschaltet, würde dies jedoch nicht vermuten: Büsche und Bäume stehen in saftigem Grün und sorgen für eine lauschige Atmosphäre. Das schätzen scheinbar auch die Stammheimer: Radler, Gassigeher, Spaziergänger - der Weg wird rege genutzt. "Im Winter wird er sogar zur Langlaufloipe umfunktioniert", sagt Hechinger. Dass die Stammheimer Gemarkung schon früher beliebt war, davon zeugen Reste keltischer Siedlungen, die die Wanderer auf diesem Teilstück passieren. Kinder können sich am Spielplatz Nobileweg erfreuen. Am Ende des Weges wird es kurz kniffelig: die Korntaler Straße wird überquert, dann geht es auf der anderen Seite ins Landschaftsschutzgebiet. "Dieses reicht an vielen Stellen bis zur Wohnbebauung", erläutert Hechinger. Er schätzt diesen Umstand: "Man ist schnell im Grünen, egal wo man in Stammheim wohnt."
Durch Gärten und Streuobstwiesen führt der Weg weiter auf den mit 350 Meter höchsten Punkt in Stammheim: den Polster. Zu besichtigen gibt es dort das Wasserwerkshäuschen, das 1901 errichtet wurde und den Bewohnern erstmals eine gesicherte Wasserversorgung ermöglichte. Von dort bietet sich eine schöne Aussicht hinunter auf Stammheim. Auch die Solitudeallee kreuzt diesen Punkt. Der Rundwanderweg lässt die Allee jedoch zunächst rechts liegen und führt hinunter Richtung Withauwald. Wer nach einer Weile den Blick nach rechts richtet, kann zwischen den Obstbäumen in der Ferne die Justizvollzugsanstalt sehen. Ansonsten könnte sich dieses Teilstück auch irgendwo mitten auf dem Land befinden: Idyllisch schlängelt sich der Weg zwischen Wald und Wiesen entlang. Bald gelangt der Wanderer an einen weiteren Spielplatz, danach kommen bereits die ersten Sportplätze des SC Stammheim. Der Rundwanderweg führt nun wieder vom Wald weg, passiert die Jugendfarm und die Sportplätze des TV Stammheim.
Danach biegt er links auf die Solitudeallee, die schnurgerade Richtung Schloss Monrepos führt. Hier kommt wieder das Gefängnis ins Blickfeld. Die JVA ist eben doch Teil von Stammheim und so ist es nur richtig, dass der Rundweg auch direkt am stacheldrahtbewehrten Zaun entlang führt. Einen Eindruck vom Leben in der JVA können sich die Wanderer vor allem am Wochenende verschaffen: "Da stehen oft Besucher auf dem Weg und unterhalten sich mit Insassen", berichtet Werner Kraus vom Bürgerverein.
Am Ende des Geländes biegt der Weg links ab. Auch hier lohnt es sich jedoch, noch ein Stück geradeaus zu laufen. Zwischen Stammheim und Kornwestheim befindet sich der Garten der Triangulation. Er wurde 1998 von der Deutschen Bahn angelegt und erklärt, wie mit Hilfe eines Dreiecksnetzes in den Jahren 1818 bis 1840 das Land vermessen wurde. Die Solitudeallee wurde damals als Grundlinie verwendet, das wird durch eine Sitzbank betont. Steinsäulen markieren die Eckpunkte des Hauptdreiecknetzes, ihre verschiedene Beschaffenheit stellt die Geologie vor Ort dar.
Der eigentliche Rundwanderweg führt dann an der Bundesstraße 27 A entlang zurück Richtung Stammheim. Das Wohngebiet Sieben Morgen wird passiert, dann kommt der Friedhof. "Von dort lohnt sich ein Abstecher zum Schloss", sagt Martin Hechinger. Doch nicht nur das Schloss, sondern auch das Rathaus sowie das Heimatmuseum können von dieser Stelle aus gut erreicht werden.
Auf der Freudentaler Straße, dem Puppenweg und schließlich Sonnenweg geht es weiter, der Weg führt wieder an den Feldern entlang. Mit dem Regenrückhaltebecken nahe des Hummelgrabens wird dann der mit 280 Meter tiefste Punkt von Stammheim erreicht. Entlang der Gleise geht es ein Stück weit über Zuffenhäuser Gemarkung, bevor der Weg in einem Bogen wieder zurück zum Ausgangspunkt der Route, der Heutingsheimer Straße, führt.
Die offizielle Beschreibung beginnt an der Stadtbahnhaltestelle Heutingsheimer Straße. Ob man sich nun Richtung Marco-Polo-Weg oder Richtung Heutingsheimer Straße hält, ist egal: "Wir haben den Weg so beschildert, dass man ihn in beide Richtungen laufen kann", sagt Martin Hechinger, der Vorsitzende des Stammheimer Bürgervereins. Der Verein hat den Rundwanderweg 1988 eingerichtet und pflegt ihn seitdem: "Damit der Ort in seiner Gesamtheit erlebbar wird." Am Marco-Polo-Weg führen einen die Schilder Richtung Lärmschutzwall. Es lohnt sich jedoch, noch einige Meter in den Marco-Polo-Weg hineinzulaufen. Dort befindet sich auf der linken Seite eines der schönsten Jugendhäuser in Stuttgart. Das 1989 errichtete Gebäude in Form eines Dinosauriers wurde mit dem Baden-Württembergischen Holzbaupreis ausgezeichnet.
Der eigentliche Rundwanderweg führt am mit 1,2 Kilometer längsten Lärmschutzwall Stuttgarts entlang. Wer das Rauschen des Verkehrs ausschaltet, würde dies jedoch nicht vermuten: Büsche und Bäume stehen in saftigem Grün und sorgen für eine lauschige Atmosphäre. Das schätzen scheinbar auch die Stammheimer: Radler, Gassigeher, Spaziergänger - der Weg wird rege genutzt. "Im Winter wird er sogar zur Langlaufloipe umfunktioniert", sagt Hechinger. Dass die Stammheimer Gemarkung schon früher beliebt war, davon zeugen Reste keltischer Siedlungen, die die Wanderer auf diesem Teilstück passieren. Kinder können sich am Spielplatz Nobileweg erfreuen. Am Ende des Weges wird es kurz kniffelig: die Korntaler Straße wird überquert, dann geht es auf der anderen Seite ins Landschaftsschutzgebiet. "Dieses reicht an vielen Stellen bis zur Wohnbebauung", erläutert Hechinger. Er schätzt diesen Umstand: "Man ist schnell im Grünen, egal wo man in Stammheim wohnt."
Durch Gärten und Streuobstwiesen führt der Weg weiter auf den mit 350 Meter höchsten Punkt in Stammheim: den Polster. Zu besichtigen gibt es dort das Wasserwerkshäuschen, das 1901 errichtet wurde und den Bewohnern erstmals eine gesicherte Wasserversorgung ermöglichte. Von dort bietet sich eine schöne Aussicht hinunter auf Stammheim. Auch die Solitudeallee kreuzt diesen Punkt. Der Rundwanderweg lässt die Allee jedoch zunächst rechts liegen und führt hinunter Richtung Withauwald. Wer nach einer Weile den Blick nach rechts richtet, kann zwischen den Obstbäumen in der Ferne die Justizvollzugsanstalt sehen. Ansonsten könnte sich dieses Teilstück auch irgendwo mitten auf dem Land befinden: Idyllisch schlängelt sich der Weg zwischen Wald und Wiesen entlang. Bald gelangt der Wanderer an einen weiteren Spielplatz, danach kommen bereits die ersten Sportplätze des SC Stammheim. Der Rundwanderweg führt nun wieder vom Wald weg, passiert die Jugendfarm und die Sportplätze des TV Stammheim.
Danach biegt er links auf die Solitudeallee, die schnurgerade Richtung Schloss Monrepos führt. Hier kommt wieder das Gefängnis ins Blickfeld. Die JVA ist eben doch Teil von Stammheim und so ist es nur richtig, dass der Rundweg auch direkt am stacheldrahtbewehrten Zaun entlang führt. Einen Eindruck vom Leben in der JVA können sich die Wanderer vor allem am Wochenende verschaffen: "Da stehen oft Besucher auf dem Weg und unterhalten sich mit Insassen", berichtet Werner Kraus vom Bürgerverein.
Am Ende des Geländes biegt der Weg links ab. Auch hier lohnt es sich jedoch, noch ein Stück geradeaus zu laufen. Zwischen Stammheim und Kornwestheim befindet sich der Garten der Triangulation. Er wurde 1998 von der Deutschen Bahn angelegt und erklärt, wie mit Hilfe eines Dreiecksnetzes in den Jahren 1818 bis 1840 das Land vermessen wurde. Die Solitudeallee wurde damals als Grundlinie verwendet, das wird durch eine Sitzbank betont. Steinsäulen markieren die Eckpunkte des Hauptdreiecknetzes, ihre verschiedene Beschaffenheit stellt die Geologie vor Ort dar.
Der eigentliche Rundwanderweg führt dann an der Bundesstraße 27 A entlang zurück Richtung Stammheim. Das Wohngebiet Sieben Morgen wird passiert, dann kommt der Friedhof. "Von dort lohnt sich ein Abstecher zum Schloss", sagt Martin Hechinger. Doch nicht nur das Schloss, sondern auch das Rathaus sowie das Heimatmuseum können von dieser Stelle aus gut erreicht werden.
Auf der Freudentaler Straße, dem Puppenweg und schließlich Sonnenweg geht es weiter, der Weg führt wieder an den Feldern entlang. Mit dem Regenrückhaltebecken nahe des Hummelgrabens wird dann der mit 280 Meter tiefste Punkt von Stammheim erreicht. Entlang der Gleise geht es ein Stück weit über Zuffenhäuser Gemarkung, bevor der Weg in einem Bogen wieder zurück zum Ausgangspunkt der Route, der Heutingsheimer Straße, führt.
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