Avatar - Aufbruch nach Pandora (Extendend Version)
Der Mann, der die Kinobilder freier macht
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 02.09.2010
Filmbeschreibung
Sein ganzes Berufsleben lang, sagt der Trickspezialist John Bruno, habe er ein Ideal verfolgt: die nahtlose Integration des im Labor Gebastelten ins reale Filmbild. "Es muss fließend sein, es muss natürlich wirken, es muss sich der fotografierten Realität anschmiegen." Er hat es in dieser Kunst weit gebracht. Und wo es noch hingeht, daran hegt er keinen Zweifel: "Wenn das zweidimensionale Leinwandbild als Collage aus Effekten und Fotografie in sich natürlich wirkt, müssen die Filmbilder so werden, wie das menschliche Auge den Rest der Welt sieht: stereoskopisch."
John Bruno gehört also nicht zu den Menschen, die das 3-D-Kino für eine vorübergehende Modeerscheinung halten. Alles andere hätte einen auch sehr gewundert, denn am bisher größten Triumph des 3-D-Kinos war Bruno maßgeblich beteiligt. Er war Visual Effects Supervisor bei James Camerons "Avatar", der gerade eine Wiederaufführung in einer um acht Minuten längeren Fassung erlebt.
Das sollte man nicht vorschnell als einfallsloses Auswringen eines Kassenknüllers abtun. Gerade bei "Avatar" scheint eine frühe Wiederaufführung sinnvoll, haben doch gerade etliche Pantoffelkinobesitzer die DVD oder Blu-ray des Films gekauft, die 2-D-Version gesehen und möchten nun nachprüfen, ob die Differenz zum Kinoeindruck mehr der verklärenden Erinnerung oder doch dem objektiven Abstand der Formate geschuldet ist.
Mit James Cameron verbindet John Bruno, der im Frühjahr die Branchenmesse fmx in Stuttgart besucht hat, eine lange Arbeitspartnerschaft. Bruno tüftelte mit Cameron schon an "The Abyss" (1989), der eine tricktechnische Sensation wurde. Bruno erhielt prompt den Oscar. Mit Cameron ging es weiter zu den Effekten des geschmeidigen, quecksilbrigen Killerroboters in "Terminator 2", und spätestens damals zollte noch die konservativste Filmkritik dem Spektakel Tribut. Virtuelle Filmkomponenten, Wesen, Räume, Handlungen, die im Computer entstanden und dann zu Bildern mit lebenden Schauspielern wurden: das war mehr als Jahrmarkt, das war eine noch nicht abzuschätzende Ausweitung der Erzählmöglichkeiten.
Erzählen, das bleibt auch für Bruno ein wichtiges Wort. Er kann einem zwar durchaus verständlich technische Probleme beim Dreh erklären, aber er ist mit rein technischen Lösungen nicht zufrieden. "Es geht immer um die Überzeugungskraft der Bilder", benennt er seinen Maßstab. "Wir haben auch bei ,Avatar" während der Produktion nicht auf 3-D-Bilder geschaut. Wir wollten uns von den Effekten nicht ablenken lassen, uns keinen Selbstbetrug erlauben. Wir haben uns die Na"vi immer wieder in 2-D angeschaut und uns gefragt: wirken diese Typen überzeugend? Welche Lichtwirkungen etwa brauchen wir hier im Dschungel, damit das Auge diese fremde Welt ganz und gar glaubt?"
Aber auch wenn Bruno erst einmal ein überzeugendes 2-D-Bild haben möchte, ist er sicher, dass dieses Bild bald nur noch von den Produzenten selbst kontrolliert wird. "Was die Leute im Kino in 3-D sehen, das wollen sie so bald wie möglich auch zu Hause auf einem 3-D-Schirm haben."
John Bruno gehört also nicht zu den Menschen, die das 3-D-Kino für eine vorübergehende Modeerscheinung halten. Alles andere hätte einen auch sehr gewundert, denn am bisher größten Triumph des 3-D-Kinos war Bruno maßgeblich beteiligt. Er war Visual Effects Supervisor bei James Camerons "Avatar", der gerade eine Wiederaufführung in einer um acht Minuten längeren Fassung erlebt.
Das sollte man nicht vorschnell als einfallsloses Auswringen eines Kassenknüllers abtun. Gerade bei "Avatar" scheint eine frühe Wiederaufführung sinnvoll, haben doch gerade etliche Pantoffelkinobesitzer die DVD oder Blu-ray des Films gekauft, die 2-D-Version gesehen und möchten nun nachprüfen, ob die Differenz zum Kinoeindruck mehr der verklärenden Erinnerung oder doch dem objektiven Abstand der Formate geschuldet ist.
Mit James Cameron verbindet John Bruno, der im Frühjahr die Branchenmesse fmx in Stuttgart besucht hat, eine lange Arbeitspartnerschaft. Bruno tüftelte mit Cameron schon an "The Abyss" (1989), der eine tricktechnische Sensation wurde. Bruno erhielt prompt den Oscar. Mit Cameron ging es weiter zu den Effekten des geschmeidigen, quecksilbrigen Killerroboters in "Terminator 2", und spätestens damals zollte noch die konservativste Filmkritik dem Spektakel Tribut. Virtuelle Filmkomponenten, Wesen, Räume, Handlungen, die im Computer entstanden und dann zu Bildern mit lebenden Schauspielern wurden: das war mehr als Jahrmarkt, das war eine noch nicht abzuschätzende Ausweitung der Erzählmöglichkeiten.
Erzählen, das bleibt auch für Bruno ein wichtiges Wort. Er kann einem zwar durchaus verständlich technische Probleme beim Dreh erklären, aber er ist mit rein technischen Lösungen nicht zufrieden. "Es geht immer um die Überzeugungskraft der Bilder", benennt er seinen Maßstab. "Wir haben auch bei ,Avatar" während der Produktion nicht auf 3-D-Bilder geschaut. Wir wollten uns von den Effekten nicht ablenken lassen, uns keinen Selbstbetrug erlauben. Wir haben uns die Na"vi immer wieder in 2-D angeschaut und uns gefragt: wirken diese Typen überzeugend? Welche Lichtwirkungen etwa brauchen wir hier im Dschungel, damit das Auge diese fremde Welt ganz und gar glaubt?"
Aber auch wenn Bruno erst einmal ein überzeugendes 2-D-Bild haben möchte, ist er sicher, dass dieses Bild bald nur noch von den Produzenten selbst kontrolliert wird. "Was die Leute im Kino in 3-D sehen, das wollen sie so bald wie möglich auch zu Hause auf einem 3-D-Schirm haben."
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