Pianomania - Auf der Suche nach dem perfekten Klang
Der geduldige Tondiener
Rupert Koppold, veröffentlicht am 09.09.2010
Filmbeschreibung
Es geht ihm jetzt nur noch um zeitliche Momente im Ton!", sagt Stefan Knüpfer, Cheftechniker von Steinway in Österreich, über Pierre-Laurent Aimard. Der Pianist, der ein wenig aussieht wie ein melancholisches Kind, bereitet sich im Wiener Konzertgebäude auf eine Bach-Aufnahme vor, Knüpfer ist der Mann, der ihm den Flügel einstellt und stimmt. Das Ringen um den guten Ton: auch wenn der eine noch so sehr an Nuancen arbeitet, Filzstückchen auf Saiten steckt oder Hammerköpfe abfeilt, es wird der andere nur selten zufrieden sein. Treuherzig und zerknirscht sieht Aimard dann aus - und fordert ebenso höflich wie bestimmt Nachbesserung.
Zurückhaltend und konzentriert beobachten die Dokumentaristen Lilian Franck und Robert Cibis den 43-jährigen Knüpfer "auf der Suche nach dem perfekten Klang". Auch Alfred Brendel oder Lang Lang werden von diesem ruhigen, freundlichen und ganz und gar uneitlen Mann betreut, aber im Mittelpunkt von "Pianomania" steht doch die Zusammenarbeit mit Aimard. Wie Knüpfer da unendliche Geduld zeigt! Nie ist ihm etwas zu viel, nie versteht er einen Wunsch als bloße Zumutung. Der gebürtige Hamburger, der das Piano Nr. 245 "wie auf Rasierklinge" stimmen kann, ist so etwas wie der perfekte Vorbereiter. Selbst wenn Knüpfer, als Aimard ihn wieder mal auf Trab hält, ironisch anmerkt "Das wird ein sportlicher Tag!", ist er mit dem Pianisten doch stets solidarisch.
Man kann diesen spannenden und auch humorvollen Film natürlich als Werbung für Steinway sehen (und dann als sehr gute!), vor allem aber geht es hier um einen Mann, der sich ganz in den Dienst einer als gut empfundenen Sache stellt. Und auch wenn Knüpfer sich eine Schürze umbindet, sind bei ihm die Grenzen zwischen Handwerk und Kunst fließend. Wie er versucht, sich in Aimard einzufühlen, ihm die gewünschte "Farbe" des Instruments zu liefern! So dass es am Ende, wenn es bei der Aufnahme oder beim Konzert gilt, wahrscheinlich nur zwei Menschen gibt, welche die letzten Feinheiten des Klangs hören und zu schätzen wissen: der Pianist und sein kongenialer Tondiener.
Zurückhaltend und konzentriert beobachten die Dokumentaristen Lilian Franck und Robert Cibis den 43-jährigen Knüpfer "auf der Suche nach dem perfekten Klang". Auch Alfred Brendel oder Lang Lang werden von diesem ruhigen, freundlichen und ganz und gar uneitlen Mann betreut, aber im Mittelpunkt von "Pianomania" steht doch die Zusammenarbeit mit Aimard. Wie Knüpfer da unendliche Geduld zeigt! Nie ist ihm etwas zu viel, nie versteht er einen Wunsch als bloße Zumutung. Der gebürtige Hamburger, der das Piano Nr. 245 "wie auf Rasierklinge" stimmen kann, ist so etwas wie der perfekte Vorbereiter. Selbst wenn Knüpfer, als Aimard ihn wieder mal auf Trab hält, ironisch anmerkt "Das wird ein sportlicher Tag!", ist er mit dem Pianisten doch stets solidarisch.
Man kann diesen spannenden und auch humorvollen Film natürlich als Werbung für Steinway sehen (und dann als sehr gute!), vor allem aber geht es hier um einen Mann, der sich ganz in den Dienst einer als gut empfundenen Sache stellt. Und auch wenn Knüpfer sich eine Schürze umbindet, sind bei ihm die Grenzen zwischen Handwerk und Kunst fließend. Wie er versucht, sich in Aimard einzufühlen, ihm die gewünschte "Farbe" des Instruments zu liefern! So dass es am Ende, wenn es bei der Aufnahme oder beim Konzert gilt, wahrscheinlich nur zwei Menschen gibt, welche die letzten Feinheiten des Klangs hören und zu schätzen wissen: der Pianist und sein kongenialer Tondiener.
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