In den Kompositionen von Ströbele und den anderen Arrangements, welche die "Ponticellos" nach Filmmusiken und Jazz-Standards für Cello-Duo arrangiert haben, war eines beständig: der Puls, der dem Programm seinen Namen gegeben hat und der in jedem Stück präsent war.
Den ganzen Abend über gaben sich die beiden Musiker dabei höchst demokratisch: Abwechselnd spielte einer der beiden Cellisten die Melodiestimme, dann wieder die zumeist gezupfte Begleitung. Das verlief ganz organisch, wie überhaupt das ganze Konzert so entspannt über die Bühne ging, als hätte das Publikum nur eben das Glück, dabei sein zu dürfen, während zwei Meistercellisten ihren Spaß beim gemeinsamen Musizieren haben.
Höchst effektvoll öffnete sich zu den ersten Klängen von Ströbeles Komposition "Nachts" der Bühnenvorhang. Die Musiker saßen im Gegenlicht vor einem nachtblauen Hintergrund und sorgten mit erregten Ostinati für eine elektrisierende Atmosphäre. Die Musik pulsierte und klang mal jazzig und mal orientalisch. Der Blickkontakt zwischen den beiden Männern riss nur selten ab, und das Ganze bereitete beiden offenbar ein immenses Vergnügen.
Bemerkenswert war allemal, wie souverän sie dabei die Stilrichtungen und Klangfarben ihres Instrumentes wechselten, ohne dabei ihre künstlerische Handschrift zu ändern. Beim Ohrwurm "Take Five" fehlte das typische Saxophon kein bisschen, bei den beiden Nummern aus dem Film "Buena Vista Social Club" die kubanische Combo ebenso wenig. "Ponticellos" fanden immer die richtige Mischung aus pulsierenden Ostinati und charakteristischen Oberstimmen.
Dabei ließen Intensität und Spannung keine Sekunde lang nach. Ganz egal, ob die Cellostimme wie im Libertango vor Leidenschaft glühte, wie in Ströbeles "Abschied" melancholisch seufzte oder seinem "Zeitlos" wie ein glosender Tonstrom floss. Auch als Instrument für Rock-Nummern eignet sich offenbar so ein Cello übrigens bestens. Das bewiesen sie bei Ströbeles "AS" und bei ihrer zweiten Zugabe: "Nothing Else Matters" von Metallica.
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