Selbst im Ballungsraum geht es nur im Schneckentempo ins Netz
Artikel aus der Filder-Zeitung vom 09.12.2010
Auf Karten, die anzeigen, wie es um die Internetversorgung in Deutschland steht, ist Ostfildern als DSL-versorgt eingezeichnet. Doch wer im Teilort Scharnhausen durchs World Wide Web surfen oder gar einen Film aus dem Netz herunterladen will, braucht eine Engelsgeduld. Denn tatsächlich geben die Leitungen in dem Ostfilderner Teilort nicht mehr als 384 Kilobyte pro Sekunde her. Der Standard dagegen liegt heute bei 50 bis 100 Megabyte. Ein Scharnhauser fasst die Folgen im Internet-Bürgerforum der Stadt so zusammen: Das Herunterladen einer durchschnittlichen DVD dauere über einen Anschluss mit 100 Megabyte sechs Minuten, bei 50 Megabyte zwölf Minuten und bei dem in Scharnhausen vorhandenen Anschlüssen 25,5 Stunden.
"Wir sind schon seit fast zehn Jahren immer wieder im Gespräch mit der Telekom und anderen Anbietern", sagt Attila Galic, der Wirtschaftsförderer der Stadt, der den Ärger der Bürger gut nachvollziehen kann. Ihm geht es bei seinen Versuchen, schnellere Leitungen nach Scharnhausen zu bekommen dennoch in erster Linie um die Betriebe im Gewerbegebiet. Denn für sie kann die Netzversorgung zu einer Frage von Sein oder Nichtsein werden, weil viele immer größere Datenmengen online versenden müssen und "sich nicht jeder eine eigene Standleitung für ein paar tausend Euro im Monat leisten kann", erläutert der Wirtschaftsförderer.
Doch obwohl die Betriebe und Bürger seit Jahren warten und die Stadt immer wieder Gespräche führt, getan hat sich in dem Teilort mit seinen 5000 Einwohnern und dem großen Gewerbegebiet nahe des Stuttgarter Flughafens nichts. "Die Betreiber zeigen alle kein Interesse an einem Ausbau in Scharnhausen", fasst Wirtschaftförderer Galic das schlichte Ergebnis zusammen. Im Bürgerforum, in dem die Ostfilderner sich online austauschen können, ärgern sich viele darüber, dass es mit dem Internet nicht voran geht, obwohl man mitten im Stuttgarter Speckgürtel sitzt. Doch gerade die Nähe zu Stuttgart sei es, die den Ausbau besonders erschwere, berichtet Attila Galic.
Denn während es für den DSL-Ausbau in ländlichen Regionen Zuschüsse vom Land und Bund gebe, sei eine Unterstützung für die Netze in Ballungsgebieten nicht vorgesehen. Dort, so das Kalkül, gibt es genügend Kunden, um Investitionen für die Internetanbieter interessant zu machen.
Unter den Folgen dieser Politik leidet nun nicht nur Scharnhausen, sondern auch die Filderstädter Teilorte Harthausen und Sielmingen. Auch dort warten viele Bürger schon lange auf ein schnelleres Netz. Alle drei hängen an einem Verteilerknoten in Neuhausen. Weil die Netzgeschwindigkeit mit der Länge der Strecke zum nächsten Knoten abnimmt, sind die Netze dort so langsam. Aus Sicht von Galic wäre die beste Lösung, neue, schnelle Glasfaserkabel zu verlegen. Die Kosten von mehreren hunderttausend Euro aber würden an der Stadt hängenbleiben. "Wir hatten zwar Angebote dafür, aber der Zuschussbedarf, den die Stadt übernehmen müsste, wäre enorm", sagt er. Es gebe bisher einfach keine wirtschaftliche Lösung für die Stadt.
Einige Scharnhauser haben das Warten mittlerweile satt und nutzen das Angebot von Kabel BW. Sie erhalten mit dem Kabelfernsehen auch ein schnelles Internet. Doch selbst diese Lösung bleibt vielen verwehrt. Denn der Ort ist auch in Sachen Fernsehkabel nicht komplett abgedeckt. Von einigen Bürgern, die bei Kabel BW wegen eines Internetzugangs nachgefragt hatten, habe er gehört, dass der Betreiber ihnen gesagt habe, sie könnten den Anschluss gerne haben - wenn sie die Kosten von etwa 15 000 Euro für das Verlegen der Kabel bis zu ihrer Haustür übernähmen, berichtet Galic.
"Wir sind schon seit fast zehn Jahren immer wieder im Gespräch mit der Telekom und anderen Anbietern", sagt Attila Galic, der Wirtschaftsförderer der Stadt, der den Ärger der Bürger gut nachvollziehen kann. Ihm geht es bei seinen Versuchen, schnellere Leitungen nach Scharnhausen zu bekommen dennoch in erster Linie um die Betriebe im Gewerbegebiet. Denn für sie kann die Netzversorgung zu einer Frage von Sein oder Nichtsein werden, weil viele immer größere Datenmengen online versenden müssen und "sich nicht jeder eine eigene Standleitung für ein paar tausend Euro im Monat leisten kann", erläutert der Wirtschaftsförderer.
Doch obwohl die Betriebe und Bürger seit Jahren warten und die Stadt immer wieder Gespräche führt, getan hat sich in dem Teilort mit seinen 5000 Einwohnern und dem großen Gewerbegebiet nahe des Stuttgarter Flughafens nichts. "Die Betreiber zeigen alle kein Interesse an einem Ausbau in Scharnhausen", fasst Wirtschaftförderer Galic das schlichte Ergebnis zusammen. Im Bürgerforum, in dem die Ostfilderner sich online austauschen können, ärgern sich viele darüber, dass es mit dem Internet nicht voran geht, obwohl man mitten im Stuttgarter Speckgürtel sitzt. Doch gerade die Nähe zu Stuttgart sei es, die den Ausbau besonders erschwere, berichtet Attila Galic.
Denn während es für den DSL-Ausbau in ländlichen Regionen Zuschüsse vom Land und Bund gebe, sei eine Unterstützung für die Netze in Ballungsgebieten nicht vorgesehen. Dort, so das Kalkül, gibt es genügend Kunden, um Investitionen für die Internetanbieter interessant zu machen.
Unter den Folgen dieser Politik leidet nun nicht nur Scharnhausen, sondern auch die Filderstädter Teilorte Harthausen und Sielmingen. Auch dort warten viele Bürger schon lange auf ein schnelleres Netz. Alle drei hängen an einem Verteilerknoten in Neuhausen. Weil die Netzgeschwindigkeit mit der Länge der Strecke zum nächsten Knoten abnimmt, sind die Netze dort so langsam. Aus Sicht von Galic wäre die beste Lösung, neue, schnelle Glasfaserkabel zu verlegen. Die Kosten von mehreren hunderttausend Euro aber würden an der Stadt hängenbleiben. "Wir hatten zwar Angebote dafür, aber der Zuschussbedarf, den die Stadt übernehmen müsste, wäre enorm", sagt er. Es gebe bisher einfach keine wirtschaftliche Lösung für die Stadt.
Einige Scharnhauser haben das Warten mittlerweile satt und nutzen das Angebot von Kabel BW. Sie erhalten mit dem Kabelfernsehen auch ein schnelles Internet. Doch selbst diese Lösung bleibt vielen verwehrt. Denn der Ort ist auch in Sachen Fernsehkabel nicht komplett abgedeckt. Von einigen Bürgern, die bei Kabel BW wegen eines Internetzugangs nachgefragt hatten, habe er gehört, dass der Betreiber ihnen gesagt habe, sie könnten den Anschluss gerne haben - wenn sie die Kosten von etwa 15 000 Euro für das Verlegen der Kabel bis zu ihrer Haustür übernähmen, berichtet Galic.
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