Bezahlsysteme im Internet Apple legt vor, Google zieht nach
dpa, veröffentlicht am 16.02.2011
Berlin - Google führt ein neues Bezahlsystem für Online-Inhalte ein. Vorstandschef Eric Schmidt sagte am Mittwoch in Berlin: "Das Internet ist frei." Wer aber hart arbeite, um Inhalte im Internet bereitzustellen, müsse auch dafür entlohnt werden. Das Unternehmen hat dafür eine Lösung mit der Bezeichnung "One Pass" entwickelt, die Medienhäusern eine einfache Abwicklung von Abonnements für ihre Online-Ausgaben ermöglichen soll. Als erste Partner nannte Schmidt den "Stern", das zur Burda-Gruppe gehörende Unternehmen Tomorrow Focus und den Axel-Springer-Verlag.
"One Pass ist eine Technologie, die es dem Verleger erlaubt, für Informationen Geld zu verlangen", sagte Schmidt. Neben Abonnements können mit "One Pass" auch einzelne Artikel und andere Inhalte auf der Website eines Medienunternehmens bezogen werden. Google kümmert sich um die Authentifizierung der Nutzer, die Abo-Verwaltung und die Zahlungsabwicklung. Die Nutzer sollen sich dafür mit einem Google-Konto anmelden. Schmidt betonte, dass die Kundendaten bei den Verlagen bleiben sollen: "Wir behalten diese Informationen nicht für uns."
In einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte der zuständige Google-Manager Madhav Chinnappa: "Wir sind schon seit einiger Zeit mit Verlegern im Gespräch und haben überlegt, wie man Nutzer dazu bewegen kann, für Inhalte zu bezahlen." Die jetzt gefundene Lösung sei ein Angebot an Medienunternehmen, damit zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln.
Das System wird nach Angaben Chinnappas zunächst für den Bezug von Online-Ausgaben auf dem PC eingeführt. Danach ist auch eine Version für Apps von Zeitungen und Magazinen auf mobilen Geräten geplant. Für die Medienbranche sind besonders die Tablet-Computer interessant.
Die mit mobilen Internet-Geräten entstandene Dynamik sei so groß, dass die künftige Entwicklung kaum absehbar sei, sagte Schmidt während eines Vortrags an der Humboldt-Universität in Berlin. "Das verändert so ziemlich alles."
Chinnappa sagte, dass Google zehn Prozent des bei "One Pass" erzielten Umsatzes für sich behalten wolle. Das ist relativ wenig verglichen mit einem Anteil von 30 Prozent, den Apple bei der Bestellung von Abos für die iPad-Ausgaben von Zeitungen oder Zeitschriften beansprucht, sofern die Bestellung innerhalb der App erfolgt - also der Software für das Lesen der Artikel. Zeitungs- und Zeitschriftenverleger in Deutschland kritisieren zudem, dass Apple bei Abos der iPad-Ausgaben einen Anspruch auf die Kundendaten erhebt.
Der Axel-Springer-Verlag will One Pass beispielsweise einsetzen, um Spiele der türkischen Fußball-Liga live auf der Website Bild.de zu übertragen. Auftakt sei am Samstag, sagte ein Sprecher. Die Preise sollen zwischen rund 5 und 15 Euro pro Spiel liegen.
Schmidt kündigte auch die Gründung eines wissenschaftlichen Instituts zur Forschung über Internet-Themen an, das seinen Sitz in Berlin haben soll. Der Manager hat im Januar seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft angekündigt. Sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender wird zum 4. April Larry Page, einer der beiden Google-Gründer. Der 55-jährige Schmidt soll Google als Chef des Verwaltungsrats künftig vor allem nach außen vertreten.
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In einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte der zuständige Google-Manager Madhav Chinnappa: "Wir sind schon seit einiger Zeit mit Verlegern im Gespräch und haben überlegt, wie man Nutzer dazu bewegen kann, für Inhalte zu bezahlen." Die jetzt gefundene Lösung sei ein Angebot an Medienunternehmen, damit zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln.
Erst für Computer, dann für mobile Geräte
Das System wird nach Angaben Chinnappas zunächst für den Bezug von Online-Ausgaben auf dem PC eingeführt. Danach ist auch eine Version für Apps von Zeitungen und Magazinen auf mobilen Geräten geplant. Für die Medienbranche sind besonders die Tablet-Computer interessant.
Die mit mobilen Internet-Geräten entstandene Dynamik sei so groß, dass die künftige Entwicklung kaum absehbar sei, sagte Schmidt während eines Vortrags an der Humboldt-Universität in Berlin. "Das verändert so ziemlich alles."
Chinnappa sagte, dass Google zehn Prozent des bei "One Pass" erzielten Umsatzes für sich behalten wolle. Das ist relativ wenig verglichen mit einem Anteil von 30 Prozent, den Apple bei der Bestellung von Abos für die iPad-Ausgaben von Zeitungen oder Zeitschriften beansprucht, sofern die Bestellung innerhalb der App erfolgt - also der Software für das Lesen der Artikel. Zeitungs- und Zeitschriftenverleger in Deutschland kritisieren zudem, dass Apple bei Abos der iPad-Ausgaben einen Anspruch auf die Kundendaten erhebt.
Der Axel-Springer-Verlag will One Pass beispielsweise einsetzen, um Spiele der türkischen Fußball-Liga live auf der Website Bild.de zu übertragen. Auftakt sei am Samstag, sagte ein Sprecher. Die Preise sollen zwischen rund 5 und 15 Euro pro Spiel liegen.
Schmidt kündigte auch die Gründung eines wissenschaftlichen Instituts zur Forschung über Internet-Themen an, das seinen Sitz in Berlin haben soll. Der Manager hat im Januar seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft angekündigt. Sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender wird zum 4. April Larry Page, einer der beiden Google-Gründer. Der 55-jährige Schmidt soll Google als Chef des Verwaltungsrats künftig vor allem nach außen vertreten.
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