Räte fordern: Land soll die Professoren bezahlen
Artikel aus der vom 22.02.2011
Einstimmig hat der Bildungs- und Sozialausschuss des Kreistags gestern Nachmittag beschlossen, dass an der kreiseigenen Akademie für Datenverarbeitung in Böblingen eine Außenstelle der Reutlinger Hochschule entstehen soll. Der Kreis wird kostenlos freiwerdende Räume - rund 800 Quadratmeter - an die Hochschule abgeben. Geplant ist laut dem Landrat Roland Bernhard auch eine finanzielle Beteiligung des Kreises an den Kosten für die Professuren. Mit 300 000 bis 400 000 Euro jährlich rechnet Bernhard. Damit waren jedoch nicht alle Räte einverstanden.
"Da stellt sich die Frage, inwieweit wir als Kreis immer mehr Aufgaben des Landes und Bundes übernehmen", sagte Martin Thüringer (Freie Wähler). Er forderte: "Die Kosten für die Professoren sollten hinterfragt werden." Ins gleiche Horn stieß Hans Klemm (SPD): "Die Professoren sollte das Land zahlen. Sonst müssen wir bald auch für die Schullehrer aufkommen."
Der Landrat jedoch erklärte, dass ohne eine finanzielle Beteiligung des Kreises auch an den Gehältern für die Professoren das Land nicht mitmachen würde. Ähnliches signalisierte der CDU-Kreisrat Paul Nemeth, zugleich Landtagsabgeordneter des Kreises: " Es gibt einen starken Wettbewerb unter den Kommunen um Hochschulstandorte." Deshalb sei es üblich, dass sich die Kommunen und Kreise bei der Finanzierung einer Außenstelle beteiligen.
"Seit Jahren, nein Jahrzehnten kämpfen wir für eine Hochschule im Kreis. Jetzt haben wird dazu eine einmalige Chance", appellierte Nemeth an seine Ratskollegen. Der Landrat Bernhard berichtete, dass sich sogar Softwarefirmen an den Kosten beteiligen zu wollen. "Auch mit dem Böblinger Oberbürgermeister habe ich deshalb Kontakt aufgenommen", so Bernhard.
Die Räte beauftragten schließlich die Verwaltung, die Verhandlungen über die Einrichtung einer Außenstelle weiter voranzutreiben. Die Details sowie die Finanzierung könnten dann später geklärt werden. Die anderen Ausbildungsgänge der Akademie sollen vom Schuljahr 2012/2013 an mit der Sindelfinger Gottlieb-Daimler-Schule 2 zusammengeführt w erden.
Seit 1978 gibt es das dreijährige Berufskolleg für Informatik in Böblingen. Es richtet sich an Abiturienten und ist viele Jahre lang für viele junge Leute eine echte Alternative zum wesentlich längeren Informatikstudium an einer Universität gewesen. Die Unternehmen im Kreis übernahmen fast alle Absolventen. Seit der Reform der Studiengänge gibt es jedoch nun die Möglichkeit, an allgemeinen Hochschulen in drei Jahren den Bachelor in Informatik zu machen. Deshalb sinken die Schülerzahlen des Berufskollegs Informatik an der Akademie für Datenverarbeitung kontinuierlich.
Mehrere Anläufe des Kreises, die Akademie zu einer Hochschule zu machen, waren gescheitert. "Nun haben wir die Möglichkeit, die Akademie zu erhalten und sie durch die Ansiedlung einer Außenstelle attraktiver zu machen", sagte der Landrat. Auch Hans-Ulrich Schmid, der Leiter des Böblinger Softwarezentrums, in dem sich rund 100 Firmen zusammengeschlossen haben, sprach sich für die Ansiedlung aus.
"Da stellt sich die Frage, inwieweit wir als Kreis immer mehr Aufgaben des Landes und Bundes übernehmen", sagte Martin Thüringer (Freie Wähler). Er forderte: "Die Kosten für die Professoren sollten hinterfragt werden." Ins gleiche Horn stieß Hans Klemm (SPD): "Die Professoren sollte das Land zahlen. Sonst müssen wir bald auch für die Schullehrer aufkommen."
Der Landrat jedoch erklärte, dass ohne eine finanzielle Beteiligung des Kreises auch an den Gehältern für die Professoren das Land nicht mitmachen würde. Ähnliches signalisierte der CDU-Kreisrat Paul Nemeth, zugleich Landtagsabgeordneter des Kreises: " Es gibt einen starken Wettbewerb unter den Kommunen um Hochschulstandorte." Deshalb sei es üblich, dass sich die Kommunen und Kreise bei der Finanzierung einer Außenstelle beteiligen.
"Seit Jahren, nein Jahrzehnten kämpfen wir für eine Hochschule im Kreis. Jetzt haben wird dazu eine einmalige Chance", appellierte Nemeth an seine Ratskollegen. Der Landrat Bernhard berichtete, dass sich sogar Softwarefirmen an den Kosten beteiligen zu wollen. "Auch mit dem Böblinger Oberbürgermeister habe ich deshalb Kontakt aufgenommen", so Bernhard.
Die Räte beauftragten schließlich die Verwaltung, die Verhandlungen über die Einrichtung einer Außenstelle weiter voranzutreiben. Die Details sowie die Finanzierung könnten dann später geklärt werden. Die anderen Ausbildungsgänge der Akademie sollen vom Schuljahr 2012/2013 an mit der Sindelfinger Gottlieb-Daimler-Schule 2 zusammengeführt w erden.
Seit 1978 gibt es das dreijährige Berufskolleg für Informatik in Böblingen. Es richtet sich an Abiturienten und ist viele Jahre lang für viele junge Leute eine echte Alternative zum wesentlich längeren Informatikstudium an einer Universität gewesen. Die Unternehmen im Kreis übernahmen fast alle Absolventen. Seit der Reform der Studiengänge gibt es jedoch nun die Möglichkeit, an allgemeinen Hochschulen in drei Jahren den Bachelor in Informatik zu machen. Deshalb sinken die Schülerzahlen des Berufskollegs Informatik an der Akademie für Datenverarbeitung kontinuierlich.
Mehrere Anläufe des Kreises, die Akademie zu einer Hochschule zu machen, waren gescheitert. "Nun haben wir die Möglichkeit, die Akademie zu erhalten und sie durch die Ansiedlung einer Außenstelle attraktiver zu machen", sagte der Landrat. Auch Hans-Ulrich Schmid, der Leiter des Böblinger Softwarezentrums, in dem sich rund 100 Firmen zusammengeschlossen haben, sprach sich für die Ansiedlung aus.
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