Kommentar zu den Sonderzahlungen Es fehlt ein klärendes Wort
Michael Heller, veröffentlicht am 23.02.2011
Stuttgart - Der Zorn ist verständlich. Da verliert eine Bank viel Geld, muss mit Milliardenbeträgen von den Eignern gestützt werden und 2500 Arbeitsplätze abbauen - und in zumindest einer Abteilung tun die Banker so, als ginge sie das alles gar nichts an. Die Rede ist von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und deren Handelsbereich, wo zumindest einige Spezialisten kräftig kassiert haben.
Das ist einfach nicht in Ordnung, zumal es sich bei der LBBW um eine öffentlich-rechtliche Bank handelt. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Jeder ist seines Glückes Schmied, und deshalb steht es natürlich auch jedem Banker offen, einen Arbeitgeber zu suchen, der mehr zahlt. Der alte Arbeitgeber sollte aber nicht versuchen, ihn durch eine Gehaltserhöhung oder einen Bonus vom Wechsel abzuhalten. Die Bank macht sich erpressbar und ermuntert den Angestellten (und andere) zu weiteren Versuchen. Genau das ist bei der LBBW geschehen. "Reisende soll man nicht aufhalten", lautet eine alte Weisheit; sie gilt noch.
Ebenso fragwürdig ist die Zahlung von Prämien in Abteilungen, die erfolgreich gearbeitet haben. Solange diese gute Arbeit nicht zum Gesamterfolg führt, schwächen die Zahlungen die Bank. In schlechten Zeiten können auch gute Leistungen nicht gesondert honoriert werden. Ein Beschäftigter, der sich mit seinem Betrieb identifiziert, wird das akzeptieren. Geht dieses Grundverständnis verloren, weil überall der Egoismus regiert, dann hat die Bank ein Problem mit ihrer Unternehmenskultur. Das sollten die Chefs bedenken, die so großzügig Zahlungen anweisen und anderen Bankern sagen, dass sie nicht mehr gebraucht werden. Hilfreich wäre da ein klärendes Wort von Vorstandschef Hans-Jörg Vetter. Der hatte sich allerdings bei den Gehaltsverhandlungen auch nicht von der desolaten Lage der Bank beeindrucken lassen, als er 2009 aus Berlin nach Stuttgart kam.
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Problem der Unternehmenskultur
Ebenso fragwürdig ist die Zahlung von Prämien in Abteilungen, die erfolgreich gearbeitet haben. Solange diese gute Arbeit nicht zum Gesamterfolg führt, schwächen die Zahlungen die Bank. In schlechten Zeiten können auch gute Leistungen nicht gesondert honoriert werden. Ein Beschäftigter, der sich mit seinem Betrieb identifiziert, wird das akzeptieren. Geht dieses Grundverständnis verloren, weil überall der Egoismus regiert, dann hat die Bank ein Problem mit ihrer Unternehmenskultur. Das sollten die Chefs bedenken, die so großzügig Zahlungen anweisen und anderen Bankern sagen, dass sie nicht mehr gebraucht werden. Hilfreich wäre da ein klärendes Wort von Vorstandschef Hans-Jörg Vetter. Der hatte sich allerdings bei den Gehaltsverhandlungen auch nicht von der desolaten Lage der Bank beeindrucken lassen, als er 2009 aus Berlin nach Stuttgart kam.
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