Leonberger Kreiszeitung

Renningen

Probleme mit Geothermie nun auch in Renningen

Michael Schmidt, veröffentlicht am 16.08.2011
Der Baugrund im Renninger Süden gilt als schwierig.  factum / simon granville

"Noch gibt es keine Setzungen an den Häusern", sagt der Sprecher des Landratsamtes Böblingen, Dusan Minic. Der Schaden sei vielmehr bemerkt worden, weil Brunnen, die sich hier in der Talsenke des Rankbachs befinden, trocken gefallen seien. "Wir haben nun die Sanierung des Bohrlochs in Auftrag gegeben", sagt der Behördensprecher. Wie auch in Leonberg-Eltingen wurde von Fachingenieuren außerdem ein Messnetz an den Gebäuden der Sophie-Scholl-Straße installiert, um eventuell nun entstehende Risse sofort dokumentieren zu können.


Ob und wie Auflagen des Landratsamtes von der beauftragten Bohrfirma be- oder missachtet wurden, sollen außerdem noch Gutachter herausfinden. Neben der Tatsache, dass augenscheinlich neben der Grundwasserabsenkung noch keine materiellen Schäden aufgetreten sind, gebe es bist jetzt im Vergleich zu Leonberg-Eltingen noch einen anderen wesentlichen Unterschied. "Die Bohrfirma ist äußerst kooperativ und trägt dazu bei, die Ursache zu finden", berichtet Minic. Wie berichtet, hat im Fall von Eltingen die beauftragte Bohrfirma Gungl aus Renningen bislang die angeforderten Baustellendokumentationen nicht heraus gegeben.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung Renningen sowie dem Grundstückseigentümer werde nun eine Sanierungsplanung abgestimmt, in die neben einem "qualifizierten Ingenieurbüro" auch das Landesbergamt in Freiburg eingeschaltet sei.

Vergleichbar ist dieser Fall auch mit einer misslungenen Geothermiebohrung in Schorndorf: Hier wurden im Jahr 2008 ebenfalls die sogenannten Grundwasserleiter miteinander verbunden - und in einem monatelangen Prozess wieder voneinander getrennt. Mit dem Erfolg, dass sich der Grundwasserpegel wieder erholte und die Brunnen wieder Wasser trugen. Im Remstal konnten so auch weitere Gebäudesetzungen verhindert werden.

In Renningen hofft man nun, dass keine Schäden entstehen werden. Ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Beitrag dazu dürfte die Tatsache sein, dass sich der Zwischenfall in einem Neubaugebiet ereignete. Massive Betonfundamente moderner Bauart fangen Unregelmäßigkeiten im Boden eher auf, als die Bauweisen der Nachkriegszeit. Dies lässt sich auch in der Eltinger Thomas-Mann-Straße studieren - im Gegensatz zu anderen Gebäuden weist ein Fertighaus, welches auf eine sogenannte Betonwanne gesetzt wurde, bisher keine sichtbaren Schäden auf, obwohl es unmittelbar neben dem Bohrloch steht.

Für den Fall, dass durch die Bohrungen tatsächlich Schäden entstehen, dürften sich aber gerade die Besitzer von Neubauten mit dem Nachweis der Ursachen schwer tun: Denn Setzungen und Risse sind bei Neubauten nicht selten.


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