The Guard - Ein Ire sieht schwarz
Galway sehen und verzweifeln
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 22.09.2011
Filmbeschreibung
Für den guten Schutzmann an der Ecke halten auch Ortsfremde Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) nur so lange, bis sie die ersten Worte mit ihm gewechselt haben. Der irische Klotz-Cop, der in Galway höchst eigenwillig sein Amt versieht, ist korrupter Stinkstiefel, fauler Dorfbuddha und grober Haudrauf, bauernschlau und naiv, ein Kerl, der schwer einzuschätzen und nicht leicht auszuhalten ist. In der irischen Krimikomödie "The Guard" bekommt Boyles Truppe ungebetenen Besuch von einem smarten FBI-Spezialisten (Don Cheadle), der in Galway den internationalen Drogenhandel jagt.
Es ist also alles beieinander für ein Buddy Movie, für einen Krimi mit zwei ungleichen Ermittlern, die zueinanderfinden müssen. Tatsächlich spielt "The Guard" Standardszenen des Genres so brillant durch, dass man sie zum ersten Mal zu sehen meint. Boyle etwa setzt beim afroamerikanischen FBI-Mann eine Ghettokindheit voraus und konsterniert sein Gegenüber mit dem stolzen Bekenntnis: "Ich bin Ire, Rassismus ist Teil meiner Kultur."
Aber "The Guard" geht, auch wegen seiner differenziert agierenden Darsteller, weit über den Ulk hinaus. Einerseits entsteht hier tatsächlich ein Provinzthriller, andererseits zerfrisst ein subversiver, trocken-hintergründiger Humor unsere Sehnsucht nach väterlichen Aufräumern. Alle "Tatorte" zusammen auf dem anderen Schaukelsitz könnten "The Guard" keinen Millimeter vom Boden heben. Der Regisseur John Michael McDonagh ist übrigens der Bruder von Martin McDonagh, in dessen "Brügge sehen ... und sterben?" Gleeson auch schon sehr imposant wirkte.
Es ist also alles beieinander für ein Buddy Movie, für einen Krimi mit zwei ungleichen Ermittlern, die zueinanderfinden müssen. Tatsächlich spielt "The Guard" Standardszenen des Genres so brillant durch, dass man sie zum ersten Mal zu sehen meint. Boyle etwa setzt beim afroamerikanischen FBI-Mann eine Ghettokindheit voraus und konsterniert sein Gegenüber mit dem stolzen Bekenntnis: "Ich bin Ire, Rassismus ist Teil meiner Kultur."
Aber "The Guard" geht, auch wegen seiner differenziert agierenden Darsteller, weit über den Ulk hinaus. Einerseits entsteht hier tatsächlich ein Provinzthriller, andererseits zerfrisst ein subversiver, trocken-hintergründiger Humor unsere Sehnsucht nach väterlichen Aufräumern. Alle "Tatorte" zusammen auf dem anderen Schaukelsitz könnten "The Guard" keinen Millimeter vom Boden heben. Der Regisseur John Michael McDonagh ist übrigens der Bruder von Martin McDonagh, in dessen "Brügge sehen ... und sterben?" Gleeson auch schon sehr imposant wirkte.
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