Leonberger Kreiszeitung

Reningen/Magstadt

Lückenschluss-Planung ist noch lückenhaft

veröffentlicht am 17.11.2011
factum / karin rebstock

Klar ist: im Renninger Rathaus kamen die Bürgermeister Faißt, seine Amtskollegen Ulrich Merz (Magstadt), und Bernhard Schuler (Leonberg), der Böblinger Landrat Roland Bernhard und der Regierungspräsident Johannes Schmalz höchstpersönlich zusammen, samt ihrer Straßenbau-Fachleute. Insgesamt acht Varianten für den so genannten Lückenschluss stellten Schmalzs Mitarbeiter hinter verschlossenen Türen vor. Dabei ging es nicht einmal um den Lückenschluss im engeren Sinne, also den direkten Anschluss. Der nämlich ist laut Homoth-Kuhs nicht das Problem: "Es gibt bereits eine leistungsfähige Planung dafür, wie die beiden Bundesstraßen kreuzungsfrei mit Brücken und Rampen und ohne Ampel miteinander verknüpft werden können", erklärt der RP-Sprecher. Vielmehr ist auch nach dem gestrigen Gespräch die Frage noch ungeklärt, wie das Geflecht von Kreis- und Gemeindestraßen in die Planung eingebunden werden kann. "Beim Lückenschluss im weiteren Sinne gibt es noch Klärungsbedarf", wie der Landrat Bernhard das Problem zusammenfasst.


Nun liegen auch erstmals Kostenschätzungen für das Projekt vor. Im Gespräch sind zehn bis 20 Millionen Euro. Sie kommen zu den Kosten für die Neubaustrecke in Höhe von 43 Millionen Euro hinzu. Wann die Bagger für den Lückenschluss aber anrücken, ist völlig offen. Zumal das Bundesverkehrsministerium das Geld noch freigeben muss. Immerhin: laut Homuth-Kuhs haben sich von den acht Varianten zum Schluss drei herauskristallisiert, die nun geprüft und weiter entwickelt werden. Sie haben allerdings ihre Tücken. So kann bei einer Variante die Kreisstraße in Richtung Warmbronn nur mit Kreuzungen angebunden werden, bei einer anderen ist eine mögliche Renninger Südrandstraße nicht ausreichend bedacht. "Es soll noch ein weiteres Treffen geben", betont Homuth-Kuhs. Vorher sollten die Kommunen ihre Gemeinderäte einbinden, auch eine Präsentation für Bürger sei geplant - bevor dann schließlich dem Bund ein Vorschlag für eine Variante zugehen werde. Das wird wohl erst irgendwann 2012 passieren. Zumal auch das Landratsamt noch Daten aus Verkehrszählungen beisteuern will.

"Wenn das ein Spitzengespräch war, dann nur der Auftakt", sagt der Rathauschef Faißt. Die Bürger in seiner Stadt schauen mit Sorge auf die Gespräche über den Lückenschluss -die viel zu lange dauern, wenn es nach Faißt geht. Der Schultes betont, dass nur ein deutlich leistungsfähigerer Anschluss als das angedachte Provisorium den Verkehrskolonnen standhalten könne, die auf seine Stadt zurollen, wenn der A-81-Ausbau zwischen Böblingen und Sindelfingen in die heiße Phase geht. "Und bevor der Anschluss gebaut werden kann, ist auch noch ein umfangreiches Planfeststellungsverfahren notwendig", so Faißt.


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