Mein liebster Alptraum
Die Zicke und der Flegel
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 19.01.2012
Filmbeschreibung
Kriegt die eigentlich das Maul nicht zu? Der Vater Patrick (Benoît Poelvoorde) wundert sich beim Elternabend über Agathe (Isabelle Huppert), die Mutter eines Klassenkameraden, die doziert, belehrt, rügt und fordert, als sei sie Kultusministerin, Generalvormund und Weltbauplangutachterin in einem. Dabei ist Patrick, der zu spät kommt und gar nicht weiß, welches Thema zur Debatte steht, selbst nicht schlecht darin, sich grobianisch in den Mittelpunkt zu drängen. Das Essen, stänkert er unvermittelt im Streit um Orientierungstests los, das Essen in der Schulkantine tauge nichts.
Die Regisseurin Anne Fontaine ("Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft") wartet natürlich nicht bis zum nächsten Elternabend, um die beiden Unverträglichen erneut aufeinanderprallen zu lassen. "Mein liebster Alptraum" schafft Begegnungen, weil die Söhne sich anfreunden. Agathe und ihr Lebensgefährte, ein Verleger, brauchen gerade dringend einen Handwerker. Patrick, der sich im Abrutschen befindet und schon im Auto schläft, braucht dringend einen Job. So nimmt der Brand der Sozialbarrieren seinen Anfang.
Isabelle Huppert spielt die arrogante Bürgerzicke kaktuspiksig trefflich. Genau darum könnte man fürchten, dass daneben die Proletenfigur nur wie ein hämischer Abklatsch der Realität wirkt. Da aber ist Poelvoorde vor, der seinen Flegel mit Stolz, Forschheit und Kanten ausstattet. Gewiss, das Muster der Sozialversöhnungskomödie könnte die Figuren zu Stereotypen degradieren. Aber bis fast ans Ende, wenn die Sentimentalitäten überhandnehmen, triumphieren die Figuren über alle Erzähltaktik. Sie platzen einfach sinnlich von der Leinwand. Es ist ihnen mal wieder völlig egal, was andere von ihnen erwarten.
Die Regisseurin Anne Fontaine ("Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft") wartet natürlich nicht bis zum nächsten Elternabend, um die beiden Unverträglichen erneut aufeinanderprallen zu lassen. "Mein liebster Alptraum" schafft Begegnungen, weil die Söhne sich anfreunden. Agathe und ihr Lebensgefährte, ein Verleger, brauchen gerade dringend einen Handwerker. Patrick, der sich im Abrutschen befindet und schon im Auto schläft, braucht dringend einen Job. So nimmt der Brand der Sozialbarrieren seinen Anfang.
Isabelle Huppert spielt die arrogante Bürgerzicke kaktuspiksig trefflich. Genau darum könnte man fürchten, dass daneben die Proletenfigur nur wie ein hämischer Abklatsch der Realität wirkt. Da aber ist Poelvoorde vor, der seinen Flegel mit Stolz, Forschheit und Kanten ausstattet. Gewiss, das Muster der Sozialversöhnungskomödie könnte die Figuren zu Stereotypen degradieren. Aber bis fast ans Ende, wenn die Sentimentalitäten überhandnehmen, triumphieren die Figuren über alle Erzähltaktik. Sie platzen einfach sinnlich von der Leinwand. Es ist ihnen mal wieder völlig egal, was andere von ihnen erwarten.
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