Leonberg
Großübung für den Engelbergtunnel kommt
Es ist selten, dass sich bei einer Feuerwehr-Jahreshauptversammlung der Kreisbrandmeister und dann auch noch der Kreisverbandschef mit Lob und guten Worten für eine Feuerwehr überschlagen. „Auf die Feuerwehr Leonberg schaut das ganze Land“, meinte der oberste Brandschützer des Landkreises, Guido Plischek, und lobte den Leistungsstandard der ehrenamtlichen Leonberger Retter: Das Niveau von knapp 300 Einsätzen im vergangenen Jahr (diesmal ohne Sturm und Hochwasser), ein famoses Jubiläumsjahr mit zahlreichen Festen, das macht der Truppe um den Stadtbrandmeister Günter Widmaier so schnell keiner nach. Und spätestens im Herbst dürfte die Leonberger Wehr tatsächlich auch im Fokus nicht nur der Feuerwehr-Öffentlichkeit stehen: Dann nämlich solle wieder eine Großübung im Engelbergtunnel stattfinden, kündigte der Kreisbrandmeister an. „Der Tunnel ist ja so etwas wie das Damoklesschwert über der Region“, bezeichnete der Kreisbrandmeister Plischek das Verkehrsnadelöhr. Ernsthafte Zwischenfälle hatte es hier noch nie gegeben, doch kleine Unfälle zur Unzeit führen meist zum kompletten Verkehrschaos bis weit in die Nachbarkreise. Eine Großübung hatte es bislang erst einmal hier gegeben.
Den derzeit rund 165 aktiven Leonberger Wehrleuten dürfte es aber bis dahin kaum langweilig werden. Beinahe täglich schrillen die Funkmelder der Abteilungen Leonberg, Höfingen, Gebersheim oder Warmbronn. Im vergangenen Jahr klingelte 120-mal der Alarm abends oder bei Nacht die Freiwilligen zum Einsatz. Die Autobahnen rund um Leonberg haben dabei mit 14 Prozent aller Einsätze einen deutlichen Schwerpunkt gebildet, zumeist geht es hier um technische Hilfeleistung, aber auch um Menschenrettung.
Damit dieser harte Job einfacher wird, ist die Feuerwehr durch die Stadt und das Land massiv aufgewertet worden. Feierlich konnte der Leonberger Oberbürgermeister Bernhard Schuler gleich zwei Fahrzeugschlüssel übergeben: Zum einen erhielt die Wehr eine neue Drehleiter, zum anderen einen Vorausrüstwagen. Im Sommer hatte das Landratsamt einen Tanklöscher aus Katastrophenschutz-Budgets nach Leonberg gebracht, und seit dem vergangenen Frühjahr tut ein neuer Groß-Tanklöscher seinen segensreichen Dienst. „Das alles ist kein Zufall, dass ausgerechnet in Leonberg so viele neue Fahrzeuge stehen“, betonte der Kreisbrandmeister die strategische Bedeutung der Leonberger Wehr am Schnittpunkt zweier Autobahnen, inmitten der
Industrieregion.
Was aber die Feuerwehr im Kern antreibt, dürfte nicht das Material, sondern es dürften die Menschen und ihr Zusammenhalt sein, das stellten mehrere Redner der Jahreshauptversammlung in der Höfinger Strohgäuhalle fest: „Das Feuerwehr-Jubiläum und insbesondere die historische Übung auf dem Marktplatz haben mich emotional berührt“, sagte der Leonberger Oberbürgermeister Bernhard Schuler. Es sei ein Extrakt aus Heimat- und Kulturgeschichte gewesen, so der OB, der gemeinsam mit der Ersten Bürgermeisterin Inge Horn Beförderungen und Ehrungen vornahm. „Was die Feuerwehr leistet, ist unbezahlbar“, fand der Oberbürgermeister.
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