Die Unsichtbare
Aufgeben gilt nicht, auch wenn’s wehtut
Thomas Klingenmaier, veröffentlicht am 09.02.2012
Filmbeschreibung
Fine ist ein bisschen anders als die anderen. Die Schauspielschülerin fällt schon dadurch auf, dass Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Ihr dänischer Akzent scheint sie zum verlorenen Fall auf Abruf zu machen. Selbst wenn die Lehrer Geduld haben sollten, und das haben sie nicht, wird spätestens die harte Arbeitswirklichkeit Fine aussortieren.
Christian Schwochows Film "Die Unsichtbare" zeigt uns noch eine ganz andere Belastung. Fine muss sich um ihre behinderte Schwester kümmern. Wie sie sich von den bindenden Pflichten und der lähmenden Übermüdung täglich neu für ein Weilchen frei machen muss, um zum Unterricht zu kommen, das lässt ihre Ausbildung wie ein rührendes Hirngespinst erscheinen.
Aber Schwochow ("Novemberkind"), ein Absolvent der Filmakademie in Ludwigsburg, hat "Die Unsichtbare" nicht gedreht, um zu zeigen, dass sich Menschen manchmal zu viel vornehmen. Er erzählt davon, dass der Kampf erst richtig losgeht, wenn alle Belastungsgrenzen überschritten sind. Fine, das vermeintliche Aschenputtel, wird von einem Starregisseur (Ulrich Noethen) entdeckt. Das sieht wie eine Märchenwendung aus, wird aber der Einstieg in Psychofolter und Demütigung.
Wie Andres Veiels Dokumentarfilm "Die Spielwütigen" und Darren Aronofskys "Black Swan" schildert "Die Unsichtbare" die Brutalität einer Kulturszene, die sich gern als Wertekorrekturamt der Gesellschaft aufspielt. Schwochow möchte Fines Probleme, Kämpfe und Zwickmühlen aber universal verstanden wissen, als Beispiel für die Konflikte und Bewährungen jener jungen Menschen, deren Weg in die Gesellschaft nicht mehr durch offene Türen, sondern durch das Schneidwerk eines Mähdreschers zu führen scheint.
Seine extremen Situationen und Konflikte kann der Film sich erlauben, weil er in der Dänin Stine Fischer Christensen eine in jedem Moment glaubhafte, die unterschiedlichsten Befindlichkeiten wie Wunden offenlegende Hauptdarstellerin hat. Ihrer Fine zuzuschauen und Angst um sie zu haben, ist ein und dasselbe. Wobei diese Figur um unser Mitgefühl und unsere Angst nicht bittet. Szenenweise bekommen wir die von der Leinwand förmlich zurückgeschleudert. Denn Fine ist eine angenehm altmodische Filmfigur. Eine, die das Wort "aufgeben" nicht kennt.
Christian Schwochows Film "Die Unsichtbare" zeigt uns noch eine ganz andere Belastung. Fine muss sich um ihre behinderte Schwester kümmern. Wie sie sich von den bindenden Pflichten und der lähmenden Übermüdung täglich neu für ein Weilchen frei machen muss, um zum Unterricht zu kommen, das lässt ihre Ausbildung wie ein rührendes Hirngespinst erscheinen.
Aber Schwochow ("Novemberkind"), ein Absolvent der Filmakademie in Ludwigsburg, hat "Die Unsichtbare" nicht gedreht, um zu zeigen, dass sich Menschen manchmal zu viel vornehmen. Er erzählt davon, dass der Kampf erst richtig losgeht, wenn alle Belastungsgrenzen überschritten sind. Fine, das vermeintliche Aschenputtel, wird von einem Starregisseur (Ulrich Noethen) entdeckt. Das sieht wie eine Märchenwendung aus, wird aber der Einstieg in Psychofolter und Demütigung.
Wie Andres Veiels Dokumentarfilm "Die Spielwütigen" und Darren Aronofskys "Black Swan" schildert "Die Unsichtbare" die Brutalität einer Kulturszene, die sich gern als Wertekorrekturamt der Gesellschaft aufspielt. Schwochow möchte Fines Probleme, Kämpfe und Zwickmühlen aber universal verstanden wissen, als Beispiel für die Konflikte und Bewährungen jener jungen Menschen, deren Weg in die Gesellschaft nicht mehr durch offene Türen, sondern durch das Schneidwerk eines Mähdreschers zu führen scheint.
Seine extremen Situationen und Konflikte kann der Film sich erlauben, weil er in der Dänin Stine Fischer Christensen eine in jedem Moment glaubhafte, die unterschiedlichsten Befindlichkeiten wie Wunden offenlegende Hauptdarstellerin hat. Ihrer Fine zuzuschauen und Angst um sie zu haben, ist ein und dasselbe. Wobei diese Figur um unser Mitgefühl und unsere Angst nicht bittet. Szenenweise bekommen wir die von der Leinwand förmlich zurückgeschleudert. Denn Fine ist eine angenehm altmodische Filmfigur. Eine, die das Wort "aufgeben" nicht kennt.
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